Vergewaltigungsvorwürfe Sat.1 kündigt Untersuchungen zu Wedel an

Zwei öffentlich-rechtliche Sender und eine Produktionsfirma haben bereits Untersuchungen im Fall Dieter Wedel angekündigt. Nun will auch Sat.1 die Produktionen des Filmregisseurs überprüfen.

Regisseur Dieter Wedel (M.) mit "Der König von St. Pauli"-Darstellern Heinz Hoenig (l.) und Claude Oliver Rudolph
imago/ Michael Westermann

Regisseur Dieter Wedel (M.) mit "Der König von St. Pauli"-Darstellern Heinz Hoenig (l.) und Claude Oliver Rudolph


Seit Anfang Januar das "Zeit"-Magazin über Vorwürfe gegen Dieter Wedel wegen schwerer sexueller Übergriffe berichtet hatte, melden sich immer mehr Filmschaffende, Schauspielerinnen und Weggefährten zu Wort. Die Anschuldigungen bringen zudem Fernsehsender und Produktionsfirmen in Erklärungsnot.

Nachdem der Saarländische Rundfunk, der Norddeutsche Rundfunk und die Produktionsfirma Bavaria Untersuchungen angekündigt haben, will nun auch Sat.1 zur Aufklärung beitragen, wie "Bild" berichtet.

"Wir nehmen die aktuellen Vorwürfe gegen Wedel sehr ernst und haben eine interne Untersuchung angestoßen", zitiert die Zeitung eine Unternehmenssprecherin. Und weiter: "Als Konzern haben wir eine moralische Verantwortung, unsere Mitarbeiter und die Mitwirkenden an unseren Produktionen vor sexueller Diskriminierung und Machtmissbrauch zu schützen."

Sat.1-Mehrteiler "Der König von St. Pauli"

Es gehe vor allem um den erfolgreichen Mehrteiler "Der König von St. Pauli", den Wedel 1998 gedreht hatte. Auch seine übrigen Produktionen für den Sender sollen überprüft werden.

Vor gut einer Woche hatte die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen wegen einer "nicht verjährten Sexualstraftat" eingeleitet. Der Regisseur weist nach wie vor alle Vorwürfe zurück. Sie reichen von Mobbing über Demütigung bis hin zu Vergewaltigungen; die ihm zur Last gelegten Taten liegen teils über 30 Jahre zurück.

brs



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