ARD-Sonntagskrimi Der neue "Tatort" aus Dortmund im Schnellcheck

Hitzewelle im Pott: Das Pils fließt, der Schweiß rinnt, Familiengeheimnisse kochen hoch. Ein kluger Aggro-"Tatort" aus Dortmund.

WDR/ Wolfgang Ennenbach

Das Szenario:

Der Pott kocht, die Luft glüht, die Nerven liegen blank. Nach dem Mord an einem Logistikmanager werden Faber (Jörg Hartmann) und Bönisch (Anna Schudt) mit einem sonderbaren Fall konfrontiert: Die Frau des Toten behauptet, eine andere ziehe ihr entführtes Kind groß. Und das seit 15 Jahren. Ein vertrackter Fall, in dem Pils und Schweiß fließen.

Der grausamste Moment:

Die Frau am Obduktionstisch, auf dem ihr toter Mann liegt: "Was soll ich denn tun? Gibt es irgendeine Vorschrift, an die ich mich halten kann? Was macht man, wenn der eigene Mann da liegt?" Ein Moment unaufgeregter und hocheffizienter Grausamkeit.

Der psychologische Clou:

Dein Kind, mein Kind: Der Plot um den vor 15 Jahren entführten Sohn dient hier als Hintergrund für ein vertracktes Spiel um Rollen und Masken. In der Hochsommerhitze Dortmunds schmelzen bald Identitäten dahin wie der Asphalt unter der sengenden Sonne.

Hitze-"Tatort" aus Dortmund
Ein Dialog voller Liebe:

Alle laufen im T-Shirt rum. Nur Faber trägt bei 35 Grad im Schatten seine alte schlammbraune Kutte über den Schultern. Kollegin Bönisch aufmunternd: "Schicke Klamotten!" Fabers Antwort: "Ohne meinen Parka kann ich nicht denken!"

Der Plausibilitätsfaktor:

Hoch. Wie sich hier die Menschen in der Begegnung mit anderen selbst erkennen, ist große psychologische Erzählkunst - und trägt auch über die wackeligeren Strecken des waghalsigen Plots.

Die Bewertung:

9 von 10 Punkten. Vielleicht der beste Faber-Bönisch-Krimi bislang.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Hundstage", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

cbu



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insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
widower+2 31.01.2016
1. Was
sollen uns diese Worte sagen? "Die Frau am Obduktionstisch, auf dem ihres toten Mannes:"
stoffi 31.01.2016
2.
Bis vor einigen Wochen zählte ich noch zu den Tatort Fans, aber leider wurden die Filme stets schlechter. Mal bin ich eingeschlafen, mal habe ich umgeschaltet und ein anderes mal ertappte ich mich, das ich mit meinen Gedanken woanders war. Langweilig, unrealistisch und mit mit Till Schweiger nur brutal und blutfliessend. NEE, den heutigen werde ich mir auch ansehen und danach entscheiden, ob er mein letzter war.
hrlange 31.01.2016
3. Nicht anschalten!
Die SPON-Bewertungen sind meistens falsch, unprofessionell und manchmal lächerlich. Am besten: Fernseher nicht anschalten und ein Buch lesen!
doppelpost123 31.01.2016
4.
Ich fand den Dortmunder Tatort bisher immer sehr gut. Nur Psychos.. ;) Werde ihn mir auf jeden Fall anschauen.
appendnix 31.01.2016
5. Tut mir leid
Ich habe im Moment, 20:35 Uhr, den Tatort abgeschaltet und mich an diese Besprechung hier erinnert: "9 von 10 Punkten" Das ist doch nur noch lächerlich, mehr fällt mir dazu nicht mehr ein!
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