Dschungelcamp - Tag 12 Die Sedierungsgespräche werden fortgesetzt

Eine Frau frisst sich nach oben: Jenny reüssiert in der Ekel-Verzehrprüfung und panscht mit Körperflüssigkeiten. Und Tina leidet weiter dem Thron entgegen.

RTL/ Stefan Menne

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Ach, sie ist kaum niederzuringen, die schier übermächtige Versuchung, hier einfach ein schönes Zitat von Kattia hinzuschmieren und den Rest der Nacht statt mit fadem Rapportieren lieber damit zu verbringen, sich selbst das Rauchen beizubringen, um den immer noch zwangsstillgelegten Schlot Daniele auf telepathischem Weg noch ein bisschen mehr zu reizen. "Es ist geschehen, was geschehen-geschehen ist", sprach die Kolumbianerin, und den Satz sollte man sich für die Zukunft merken, falls einen später einmal die Enkelkinder oder -hunde fragen, ob man damals, 2018, eigentlich auch dieses Mangelcamp gesehen habe und warum man denn nur hingeschaut hätte, ohne etwas zu unternehmen.

Aber gut - was sonst noch geschah:

Kattia führt Sedierungsgespräche mit David. Am nächtlichen Feuer berichtet sie ihm von ihrer Liebe zur Familie und ihren Freitagabend-Gepflogenheiten: Film gucken, Trauben essen, warten, bis sie einschläft. Wie heißt sie eigentlich auf Twitter? David, schwerst desinteressiert, schippt mit "Aber wie!" und "Genau!" immer wieder ein paar Kohlen in den ratternden Ratschezug und hofft auf einen schnellen Tod.

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Dschungelcamp - Tag 12: Ein Tag für Fetischfreunde

Daniele, der aus Liebe zu seinen strafeingezogenen Kippen immer mehr zum obrigkeitshörenden Campblockwart mutiert und streng die Pflicht zur Feuerwache monitort, liefert sich mit Tatjana einen Dialog, an dem führende Logikpäpste noch jahrelang zu knuspern haben werden.

Daniele: Warum steht jetzt keiner am Feuer?

Tatjana: Weil Tina mich geweckt hat.

Daniele: Aber es muss ja jemand am Feuer sein!

Tatjana: Ja, wer denn?

Daniele hat entweder eine Rechenschwäche oder keine großen Erwartungen, was seine Restlebenszeit angeht. Er spricht mit Natascha über seinen Vater, den er noch nie traf und auch nicht treffen wolle: "Wenn man 22 Jahre lang nicht da war, brauche ich dich die anderen 20 Jahre auch nicht." Natascha wiederum hat entweder recht geringe Erwartungen an die Rolle eines Vaters oder wirklich, wirklich großen Hunger. Sie drängt Daniele, doch einfach mal im italienischen Restaurant des Vaters vorbeizuschauen: "Stell dir vor, das pendelt sich ein, dann kannst du dein Leben lang Pizza essen, was besseres kann dir gar nicht passieren."

Jenny mausert sich vom Klageweibchen im Dschungeltelefon zur unverzagten Sympathieträgerin. Bei der Fressprüfung mit David spachtelt sie klaglos weg, was muss: Fischaugen, obwohl die so "ekelhaft wie Austern" seien, fermentierte Eier, obwohl die sie an einen abgelaufenen Eiersalat erinnerten, den sie mal versehentlich ausgelöffelt habe, Riesenmotten und Sandwürmer. Auch David schluckte klaglos, hatte aber entschieden mehr an der Prüfung zu knabbern. Trotzdem: Alle Sterne! Sonja Zietlow lieferte indes bei der Beschreibung seines Süppchens aus pürierter Taube endlich den fehlenden Begriff für distinguierte Wandfarbenkäufer, die nie wussten, wie sie den Farbton zwischen "greige" und "leberwurstig" korrekt benennen sollten: "Es sieht ein bisschen aus wie Welpendurchfall."

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Dschungelcamp 2018: Das sind die Kandidaten der 12. Staffel

Die Schatzsuche von Matthias und Jenny scheint zwar vordergründig von einem Schokokeksfabrikanten gesponsert, wird womöglich aber doch präsentiert von fetischfreunde.de: Jenny muss sich unter eine Urindusche stellen und die Flüssigkeit mittels zusammengepresstem Quetschbusenschälchen in Matthias' Halskrause transportieren, damit er sie in eine Röhre kippen und damit den benötigten Schatztruhenschlüssel nach oben spülen kann.

Kattia und Tina führen am Lagerfeuer das erste schöne, empathische Gespräch dieses Camps, über die vergangenen Beziehungen der Campseniorin. Die sagt den niedlichen Satz: "Ich gehe nicht los, um eine neue Liebe zu finden. Ich würde mich gerne finden lassen." Und möchte ansonsten immer noch am liebsten sofort das Camp verlassen: "Dschungelkönigin, ich glaub', es hackt".

Natürlich tut sie einem schon etwas leid, als sie bitter enttäuscht ist, weil dann doch Natascha aus dem Camp gewählt wird und sie weiter dort verharren muss, aber man kann es ja nicht ändern: In einem Campjahrgang, der sich mit demonstrativer Bocklosigkeit so bräsig den Dynamiken des Spiels verweigert, ist eine Regentin wider Willen die einzige konsequente Wahl.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Textes gab es leider falsche Angaben zum Zeitpunkt des Auftritt unserer Autorin Anja Rützel in der Sendung "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus! Die Stunde danach" bei RTL Plus. Zu sehen ist das am Donnerstagabend um 23.15 Uhr, deshalb entfällt Anjas Text zum Dschungel am Freitagmorgen.



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e.pudles 31.01.2018
1. Habe mich mal durchgerungen
und versucht eine Sendung anzusehen. Ja man muss alles ein mal probieren um dann wirklich lästern zu dürfen. Ich kann jetzt eigentlich nur eine einzige Person bemitleiden und das ist A. Rützel, welche sich das jeden Abend ansehn muss, um ihre wirklich treffenden Artikel zu schreiben. Aber ehrlich es sind nicht nur die Bewohner des Camps die "einen an der Waffel haben", Nein was ich so von Frau Zietlow und ihrem Kollegen gehört habe ist keinesfalls von höherem intelektuellem Niveau als das Geschwätz der Kandidaten. Warte jetzt mal auf einen Bericht über diese beiden von A. Rützel.
fleischzerleger 31.01.2018
2.
So langsam wird Tina meine echte Favoritin. Und es schadet sicher auch nicht, ein wenig Geld für das noch spätere Alter über die nach dem Camp erfolgende Dschungelcampresteverwertung dazu zu verdienen.
Mittelalter 31.01.2018
3. Im Unterschied zu den Kandidaten
Zitat von e.pudlesund versucht eine Sendung anzusehen. Ja man muss alles ein mal probieren um dann wirklich lästern zu dürfen. Ich kann jetzt eigentlich nur eine einzige Person bemitleiden und das ist A. Rützel, welche sich das jeden Abend ansehn muss, um ihre wirklich treffenden Artikel zu schreiben. Aber ehrlich es sind nicht nur die Bewohner des Camps die "einen an der Waffel haben", Nein was ich so von Frau Zietlow und ihrem Kollegen gehört habe ist keinesfalls von höherem intelektuellem Niveau als das Geschwätz der Kandidaten. Warte jetzt mal auf einen Bericht über diese beiden von A. Rützel.
sagen die Moderatoren einen vorher zusammengeschriebenen Text auf. Verfasser ist meines Wissens Micky Beisenherz, ansonsten Kolumnist beim Stern.
dasfred 31.01.2018
4. Die schlafwachende Tatjana war mein Highlight
Was Daniele das Entsetzen in die Augen trieb, hat sie in einer Art und Weise betrachtet, die in ihrem Gehalt nicht einmal vom später in Form von Gedächtnis Gebäck zitierten Philosophen Leibnitz zu erklären gewesen wäre. Jenny und Matthias in den golden shower Games strahlten plötzlich so eine Lebensfreude aus, das sie jedes Referat über das Stockholm Syndrom illustrieren könnten. Von Tina erhoffe ich noch einen Hauch Aktivität, damit sie nicht den Makel tragen muss, sie hätte sich zur Königin hochgeschlafen.
fleischzerleger 31.01.2018
5.
Vielleicht sind Sie dann eher unseriös? Spätestens dann, wenn sie anderen nicht zugestehen, auf diese Art und Weise ihr Geld zu verdienen. Die machen im Camp nichts anderes als Sie jeden Sonntag beim Herzfilm im ZDF beobachten können - für das Unterhaltungsbedürfnis anderer herhalten zu müssen. Irgendjemand muß ja die Miete bezahlen.
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