Dschungelcamp Ab auf die Matratze, Aílton

Sollen die Kröten und Echsen doch machen, was sie wollen - Aílton bleibt gelassen. Was manchmal teilnahmslos wirkt, ist nichts anderes als wahre Größe, meint Arno Frank und kürt den Ex-Fußballer zum Dschungelkönig des Tages. Nicht zuletzt, weil der Micaela Schäfers Anbalzversuchen widersteht.


Gewonnen hat an diesem Tag Aílton, ganz klar. So unverspachtelt sein Gesicht, so ruhig sein Gemüt. Ein schlichter Typ, der sich selbst genügt. Oder, wie er über sich selbst sagt: "Aílton isse Aílton". Vielleicht nervt's irgendwann, aber noch klingt dieses Sprechen in der dritten Person unschuldig unbeholfen, also uneitel, das hat was. Seine ganze Physis bis hinauf zur hängenden Unterlippe verrät ein gewisses Phlegma. Es lässt sich die athletische Vergangenheit noch erkennen, die aufgeschwemmte Zukunft bereits erahnen.

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Dschungelcamp: Aílton schlägt sie alle

Sonja Zietlow mag dazu eine "Dönerrolle am Spieß" einfallen, wir sehen einen Körper auf der Kippe. Und erleben die heitere Tragik eines Mannes, der das genau weiß und damit seinen Frieden gemacht hat. Dieser heldenhafte Gleichmut äußert sich auch am Lagerfeuer, als sich bei der Zubereitung der Bohnen die Jungbullen ins Gehege kommen. Rocco Stark empfindet Ratschläge von Daniel Lopes ("Du musst Steine drunterlegen, sonst geht das nicht!") als Revierverletzung und reagiert angesichts anwesender Weibchen mit den ins Irre überschnappenden Drohgebärden eines Klaus Kinski auf Koks - Aílton hält sich altersweise abseits und lässt teilnahmslos die Lippe hängen.

Später stehen sich Jazzy und Aílton auf einer Drehscheibe gegenüber, Schwindel stellt sich ein. Jazzy derb: "Kotz mich nicht an!" Aílton beruhigend: "Nein, ich habe doch heute überhaupt noch nichts gegessen!" Gefahr droht dem verheirateten Kumpeltyp von anderer Seite: Micaela Schäfer langweilt sich auf der Matratze und fragt mit lasziver Routine in die Runde: "Wer will sich denn mal zu mir legen? Ich brauch mal 'ne starke Schulter.

Ich würd' mich gerne mal irgendwo anlehnen …" Als der mädchenhafte Quengelton zunächst keinen Anklang findet, wendet sie sich direkt an Aílton: "Aílton!? Aííííííílton! Willst du dich nicht zu mir legen? Ist doch dann viel bequemer so!" Und brav verfügt sich Aílton aufs Lager, leiht in aller Unschuld seine Schulter der Bedürftigen. Die lobt seine "tollen Waden, die Oberschenkel, die behaarte Brust", ein ganzer Mann eben, auch "erfahrener", mithin "genau mein Typ". Tatsächlich meistert Aílton auch diese Herausforderung wie ein Gentleman: "Sie isse eine ganz attraktive Frau", sagt er danach. Nicht weniger, nicht mehr.

Ekelfaktor: Mäßig. Kröten, Schlangen, Echsen und Krabben werden bei der Dschungelprüfung von Kim Debkoswki tapfer ertastet, wirken aber weit weniger ekelhaft als der Gedanke an das fertige Bohnengericht.

Erotikfaktor: Hoch. Jazzy lässt sich von Daniel den Rücken massieren und spielt dabei, den wärmenden Widerschein des Feuers im Gesicht, einen souveränen Orgasmus durch, vom sich steigernden "Ahhh, jaaa, ahhh, das machst du sehr geil" bis zum postkoital erleichterten "Puh, das war gut".

Entertainment-Faktor: Im Schatten von Wilson Gonzales sowie Jimi Blue lebt der verlorene Ochsensohn Rocco Stark - und berichtet mit bebendem Furor von väterlichen Gemeinheiten. Ein klassisches "Bunte"-Schmierstück, das sogar Sigmund Freud mit Interesse lesen würde.

Dschungelweisheit des Tages: "Ein Orgasmus ist ja nicht nur der Moment, wo du ah, ah, ah sagst, sondern alles, was danach kommt." (Jazzy)


RTL kürt den Dschungelkönig der sechsten Staffel von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!", SPIEGEL-ONLINE-Autoren küren nach jeder Sendung ihren Gewinner des Tages.

Die Dschungelkönige unserer Autoren:

(Ein Klick auf die Kronen führt zum jeweiligen Artikel)

Erotik-Model Micaela Schäfer
Rocksänger Martin Kesici
Schauspielerin Radost Bokel
Sänger Daniel Lopes
Sängerin Kim Debkowski
Ex-Profifußballer Ailton
Moderatorin Ramona Leiß
Magier Vincent Raven
Sängerin Jazzy
Schauspieler Rocco Stark
Schauspielerin Brigitte Nielsen
Alle Porträtfotos in dieser Tabelle: RTL

insgesamt 59 Beiträge
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Seite 1
waldbaer 15.01.2012
1. Aufgeschwemmte Zukunft
Zitat von sysopSollen die Kröten und Echsen doch machen, was sie wollen - Aílton bleibt gelassen. Was manchmal teilnahmslos wirkt, ist nichts anderes als wahre Größe, meint Arno Frank und kürt den Ex-Fußballer zum Dschungelkönig des Tages.*Nicht zuletzt,*weil der Micaela Schäfers Anbalzversuchen widersteht. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,809164,00.html
Also etwas besser informieren bitte, der Mann sah zu seinen besten sportlichen Erfolgen nicht viel anders aus, deshalb nennt man ihn ja eben "Kugelblitz". Bitte nicht zu viel in Schubladen denken, von Maradona ist Ailton jedenfalls weit entfernt. Ansonsten ein unterhaltsamer Artikel.
pepito_sbazzeguti 15.01.2012
2. Klaus Kinski
"Rocco Stark empfindet Ratschläge von Daniel Lopes ("Du musst Steine drunterlegen, sonst geht das nicht!") als Revierverletzung und reagiert angesichts anwesender Weibchen mit den ins Irre überschnappenden Drohgebärden eines Klaus Kinski...." Ein Vergleich mit Klaus Kinski? Etwas viel der Ehre für den Ochsenknecht-Spross, gell :-)
quabah 15.01.2012
3. .
Zitat von sysopSollen die Kröten und Echsen doch machen, was sie wollen - Aílton bleibt gelassen. Was manchmal teilnahmslos wirkt, ist nichts anderes als wahre Größe, meint Arno Frank und kürt den Ex-Fußballer zum Dschungelkönig des Tages.*Nicht zuletzt,*weil der Micaela Schäfers Anbalzversuchen widersteht. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,809164,00.html
Ailton ist süß! Die Zeit bei Schalke sei ihm verziehen. Krone für diesen Star.
pepito_sbazzeguti 15.01.2012
4. Diego
Zitat von waldbaerAlso etwas besser informieren bitte, der Mann sah zu seinen besten sportlichen Erfolgen nicht viel anders aus, deshalb nennt man ihn ja eben "Kugelblitz". Bitte nicht zu viel in Schubladen denken, von Maradona ist Ailton jedenfalls weit entfernt. Ansonsten ein unterhaltsamer Artikel.
Von Maradona ist jeder Fußballer weit entfernt :-)
Polikvera. 15.01.2012
5. verblödet
Zitat von sysopSollen die Kröten und Echsen doch machen, was sie wollen - Aílton bleibt gelassen. Was manchmal teilnahmslos wirkt, ist nichts anderes als wahre Größe, meint Arno Frank und kürt den Ex-Fußballer zum Dschungelkönig des Tages.*Nicht zuletzt,*weil der Micaela Schäfers Anbalzversuchen widersteht. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,809164,00.html
an solchen sendungen sieht man das unsere gesellschaft total verblödet ist.das gilt für alle unsere gesellschaftsschichten.
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