Dschungelcamp Frooncks kurze Karriere

Als erster der im RTL-Dschungel freiwillig inhaftierten "Stars" musste Froonck Matthée das Zeltlager verlassen. Während manche sich noch fragen, ob der Weddingplaner wirklich dabei war, fragen andere, ob er es nicht sogar noch sein müsste: Moderatorin Sonja Zietlow hatte die Regeln falsch erklärt.

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Froonck Matthée: Muss zurück in den Dschungel von Berlin
RTL

Froonck Matthée: Muss zurück in den Dschungel von Berlin


Er ist kein Star, sie wählten ihn raus: Der unspektakuläre Aufenthalt von Wedding Planner Froonck Matthée im RTL-Dschungel ist per Zuschauervotum beendet worden. Eine Nachricht, die selbst in der bizarren Welt der Dschungel-Berichterstattung so wenig Gewicht zu haben scheint, dass man sie selbst auf der Dschungel-Website von RTL am Tag danach vergeblich sucht. Froonck ist nach seinem Abgang damit ähnlich unsichtbar wie vorher.

Dabei ließe sich auch aus dieser Un-Nachricht ein leckerer Kleinskandal konstruieren: Moderatorin Sonja Zietlow hatte im einzigen Einspieler zu den seit gestern geltenden Wahlregeln der zweiten Hälfte des Dschungel-Spielchens eine falsche Erklärung abgeliefert. Statt den Zuschauern zu sagen, dass sie mit ihrem Anruf Stimmen dafür abgäben, dass ein Kandidat im Camp bleiben solle, erklärte sie, die Stimme trage zur Abwahl bei. Davon ausgehend, dass jeder Zuschauer zuhört, was Frau Zietlow erklärt, müsste man also davon ausgehen, dass keiner der sogenannten Stars mehr Fans hat als Froonck Matthée, er also noch dabei sein müsste. RTL glaubt das ebenfalls nicht: Die Regeln seien schließlich dieselben wie schon in den drei Staffeln davor, der gemeine Zuschauer damit vertraut.

Quoten wie anno 1984

Von denen gibt es jede Menge: In der sogenannten werberelevanten Zielgruppe von 14 bis 49 Jahre kam die Freitagsfolge auf sensationelle 45,6 Prozent Marktanteil - so etwas schafft auch die Deutsche Nationalmannschaft in der Regel erst, wenn sie eine Finalrunde erreicht. Insgesamt sahen 7,95 Millionen Zuschauer (Marktanteil 33 Prozent) zu, wie die elf Camp-Insassen wenig taten, zwei davon kräftig flirteten, die designierte Antipathieträgerin Sarah Knappig einmal mehr ein "Versagen auf der ganzen Linie" (RTL-Web-Seite) zeigte und am Ende eine Kandidatin eigentlich raus wollte, aber nicht durfte.

Auch in der Freitagsfolge zeichnete sich dabei ein Problem zunehmend deutlich ab: Dass Sarah Knappig sechsmal in Folge von den Zuschauern in die sogenannte Dschungelprüfung geschickt wurde, verhindert, dass die anderen Insassen sich profilieren können. Froonck Matthée, von den Programmplanern offenbar als Exot der Saison ins Rennen geschickt, war hier der erste Leidtragende: Den Zuschauern war nicht wirklich aufgefallen, dass er je dabei war.

Das gilt auch für einige der anderen Kandidaten. Als nächstes Auslaufmodell des Dschungel-Spielchens darf wohl nun das Ex-Playmate Gitta Saxx gelten. Auch sie blieb bisher weitgehend farblos, was im Dschungel-Kontext fast synonym für "anständig" steht: Keine Streits, keine Peinlichkeiten, kein Bedienen voyeuristischer Bedürfnisse - das dürfte von den Zuschauern in Kürze mit einem Rauswurf geahndet werden. Um den hatte sie allerdings selbst auch schon gebeten.

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RTL-Dschungelcamp: Die Ekel-Elf
Um die sich abzeichnende Langeweile abzupuffern, begann RTL damit, die Kandidaten Indira Weis und Jay Khan - schon jetzt absehbarerweise die Gewinner der Serie, selbst wenn sie formal verlieren sollten - gezielt zum Liebespärchen aufzubauen. Nach einer "Schatzsuche", bei der sie erst über Nacht an einem einsamen Ort aneinander gefesselt und dann bei nüchternem Magen nach mehreren Tagen Fasten mit vier Bier in Stimmung gebracht wurden, zeigten sich die zwei in Folge nur noch händchenhaltend - Mission accomplished.

Das RTL-Dschungelcamp wurde seit 2004 viermal veranstaltet. Es ist eine von Granada TV entwickelte Lizenzsendung, die in gleicher Form in mehreren europäischen Ländern und den USA ausgestrahlt wird oder wurde. Ort der Veranstaltung ist ein zu diesem Zweck teils künstlich angelegter Park im australischen Bundesstaat New South Wales.

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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
Berta, 22.01.2011
1. Schlimm
Zitat von sysopAls erster der im RTL-Dschungel freiwillig inhaftierten*"Stars" musste Froonck Matthée das Zeltlager verlassen. Während manche sich noch fragen, ob der Weddingplaner wirklich dabei war, fragen andere, ob er es nicht sogar*noch sein müsste: Moderatorin Sonja Zietlow hatte die Regeln falsch erklärt. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,741071,00.html
das man sich wegen Geld Schulden Armut. so zum Deppen machen muß. Das ist sie unsere westliche Wertegesellschaft.
konertec, 22.01.2011
2. Geld Schulden Armut
Zitat von Bertadas man sich wegen Geld Schulden Armut. so zum Deppen machen muß. Das ist sie unsere westliche Wertegesellschaft.
...das war droppelt gemoppelt. Aber schauen Sie, wenn sich jemand öffentlich zum Deppen macht (und wem ist das noch nicht passiert, Ihnen etwa?) dann kann man sich daran doch schön selbst erhöhen. Daher hole ich mir manchmal abends ein lecker kühles Bier, schalte die Kiste an und erhöhe mich ein wenig. Ab und an allerdings ertappe ich mich dabei, darüber nach zu grübeln, wie groß der Scheck sein müsste, der mich dazu bringt, ein paar Kakerlaken zu küssen. Mal ehrlich...?
frank_lloyd_right 22.01.2011
3. ich gebe offen zu,
dies ist nicht der erste beitrag, in dem ich vielleicht irgendwie voll danebenliege - es ist aber mit sicherheit der erste, bei dem ich null ahnung habe, worum es ueberhaupt geht. das sollte unbedingt klargestellt werden...
horstma 22.01.2011
4. Muß das sein?
Ich frage mich wirklich, ob es sein muß, daß der Spiegel über diesen Müll der untersten Schublade berichtet. Kann man solche Auswüchse nicht einmal einfach ignorieren? Und dazu noch, was der Gipfel ist: Unter der Kategorie "Kultur". Wenn der Spiegel diese "Sendung" als Kultur betrachtet, sollte man das Sehen dieser Folgen vielleicht in den Schulunterricht aufnehmen und dafür die Besprechung von Werken so unbedeutender Autoren wie Goethe und Schiller streichen. Ich fand sowieso schon immer, daß in diesen Werken viel zu wenig Maden und Kakerlaken vorkommen.
stevie76 22.01.2011
5. ..
Zitat von horstmaIch frage mich wirklich, ob es sein muß, daß der Spiegel über diesen Müll der untersten Schublade berichtet. Kann man solche Auswüchse nicht einmal einfach ignorieren? Und dazu noch, was der Gipfel ist: Unter der Kategorie "Kultur". Wenn der Spiegel diese "Sendung" als Kultur betrachtet, sollte man das Sehen dieser Folgen vielleicht in den Schulunterricht aufnehmen und dafür die Besprechung von Werken so unbedeutender Autoren wie Goethe und Schiller streichen. Ich fand sowieso schon immer, daß in diesen Werken viel zu wenig Maden und Kakerlaken vorkommen.
och nee, nicht immer dieselbe platte...
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