Dschungelcamp, Tag 12 "Nie aufgeben ist keine Option!"

Nervensäge Gisele ist raus und dankt ihrem Schöpfer auf Knien für die Freiheit. Aber keine Sorge, es sind noch genug Nervensägen drin. Peter Orloff entdeckt den Superman in sich. Und Yotta hat die Erkenntnis des Tages.

RTL/ Stefan Menne

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Let's face it, die Dschungelcamp-Staffel schwenkt so ganz allmählich auf die Zielgerade ein. Die Stars geben nach wie vor "alles", und zwar "ihr Bestes" mit "maximaler Energie" und so weiter. Leider ist die Meisterin verhindert und ihr Vertreter - wie üblich - ein wenig verschnupft. Aber, wie Peter Orloff sagt: Nie aufgeben ist keine Option!

Gebet des Tages: Gisele, rausgewählt, dankt ihrem Schöpfer auf Knien für die Freiheit. Frieden ist mit ihr und die Milch der frommen Denkungsart auch hinsichtlich ihrer Beliebtheitswerte: "Wenn Deutschland mich nicht mag, tja, mein Gott, dann ist das halt so." Wichtig sei, dass sie sich selbst liebe.

Zur Belohnung darf Gisele prozessierte Speis' und gekühlten Trank zu sich nehmen ("O mein Gooott, Essäään! Geil!") und bekommt ihren größten Herzenswunsch erfüllt: "Darf ich jetzt etwa einen Koala streicheln? Oh, mein Gooott! Das wär' mein größter Herzenswunsch!" Und dann spontanbemuttert sie streichelnd einen paralysierten Kleinkoala. Der guckt, wie nur Beutelsäuger gucken können. Und Gisele kommen ausnahmsweise keine Tränen. Nicht einmal vor Freude. Gott sei Dank.

Erkenntnis des Tages: Yotta über Yotta: "Es ist ja nicht so, dass ich Jesus auf Erden bin."

Zusammenbruch des Tages (1): Weil Doreen zuletzt "vielleicht" rausgewählt wurde, sieht sie sich jäh mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert. Das eigene Leben läuft wie ein Stream von Netflix vor ihrem inneren Auge ab, stockend, weil das WLAN nicht reicht und eine zweite Staffel unwahrscheinlich erscheint: "Ich habe so'n Schiss, da rauszukommen, und dann hacken alle auf mir rum, weil ich so'n Scheiß gemacht habe", angeblich, denn: "Ich habe aber keinen Scheiß gemacht! Ich habe das ernst genommen hier, das ist kein Spaß. Für andere ist das vielleicht ein Spiel", aber nicht für Doreen, für sie ist das "ein Game", und zwar eines, das zusehends schlecht läuft: "Ich frage mich: Was mache ich falsch? Ich gebe mir doch die größte Mühe!"

Zusammenbruch des Tages (2 und Schluss): Ein Scheitern hier, nicht nur in Beziehung und Beruf, sondern auch im Dschungel, das "wird mich wohl ein Leben lang begleiten". Mitfühlende Hände rubbeln ihren Rücken, und Doreen öffnet sämtliche Schleusen: "Ich habe immer was gesucht, um mich zu spüren. Arbeiten, arbeiten, arbeiten. Ihr seid wirklich meine Familie! Das ist das Tollste, und ich krieg' das so zurück von euch." Und so weiter und sofort, der Zauber menschlicher Berührung eben. Und Rückenrubbeln als psychoanalytischer Therapietrick.

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Fotostrecke: So lief Tag 12 im Camp

Spiel des Tages: Ohne Gewähr oder Gewinnchancen, einfach aus Jux und Dollerei. Einer stellt pantomimisch dar, was die anderen erahnen müssen. Beispielsweise "Gebärmutterschleimhaut". Felix kann nicht fassen, dass Sandra das errät: "Jawollski!" - "Alter Falter!"

#MeToo des Tages: Passiert ist "es" schon am Tag zuvor, bei einer heiklen Challenge in einer dunklen Höhle. Während Yotta gerade seine taktische Versöhnung mit dem Currywurstmann inszenierte, stand Evelyn plappernd im Weg. Yotta schob sie beiseite: "Als Frau war ich zwischen zwei großen Männern da in der Höhle drinne, und dann: 'Du kannst jetzt mal die Klappe halten!'", und dann sei ihr wahlweise der "Arm weggeschlagen" oder sie wahlweise "so nach hinten" geschoben worden, es ist alles schon so lange her. Jedenfalls: "Das kann jede Frau nachvollziehen." Ihr eigenes Rollenverständnis als Frau war da auch nicht gerade hilfreich: "Ich liebe halt Liebe und die Wärme und diese ganzen fröhlichen Sachen." So viel Aggressivität wie Yotta, das müsse ein Mann "als Mann einfach in sich haben".

Aussöhnung des Tages: Als moderner Mann geht Yotta am Abend in sich und findet den Grund für seine thymotischen Eruptionen - das Evelyn'sche Geplapper! Weil er die Frau "heute kritisiert" habe, schulde er ihr auch einen "Lösungsansatz", und zwar: "Liest du?" Lektüre helfe bei der Fokussierung. Hintergedanke: weniger Geplapper.

Mansplaining des Tages: Als männlicher Moderationscoach bietet der Yotta der Evelyn an, sie solle ihm, "wenn das hier vorbei ist", täglich per WhatsApp eine Zusammenfassung dessen schicken, was sie dann gelesen habe. Evelyn, nicht blöde, will "das Buch von Jenny Elvers

lesen, über ihre Alkoholsucht". Felix von der Seite: "Ja, schön, aber davon wirst du nicht schlauer!" Evelyn: "Doch, da sind auch Worte drinne, die halt schlau sind!"

Neologismus des Tages: Yotta zu Evelyn: "Jetzt halt einfach mal die Schklappe." Eine Schklappe ist eine Schnauze, die vom Über-Ich in letzter Sekunde zur Klappe umgelenkt wird. Gilette hat es fast, aber noch nicht ganz bis in den Dschungel geschafft mit seinem segensreichen Feldzug gegen toxische Männlichkeit.

Körperhaltung des Tages: Sicherer Stand mit beiden Beinen, Oberkörper leicht vorgebeugt und Arme abgewinkelt, weil für die Muskelpakete kaum Platz ist - so steht nicht nur Yotta, sondern auch Peter Orloff herum. Wie ein Actionheld, der in dunkler Gasse die Gangster erwartet. So steht der Methusalem sogar bei der Nachtwache allein vor dem Feuer. Als könnte es ihn jeden Moment angreifen.

Kompliment des Tages: Evelyn über Orloff: "Das ist jetzt nicht der junge Superman, eher wie der ältere Superman, aber der hat die Kräfte vom jungen Superman."

Menü des Tages: Pürierte Schweinevagina mit lebendigen Kakerlaken als Streusel. Klingt wie etwas, das man in Dubai mal vergolden müsste.

Zeitreisender des Tages: Wieder Orloff. Während seiner Prüfung hat er zweimal Scheiße gesagt. Das kann er sich selbst, ganz alte Schule, nicht durchgehen lassen: "Ja, ist Fernsehen. Macht man nicht. Entschuldigung!" Dass er sich an der Hand verletzt und Blut fließt, kümmert ihn hingegen nicht, denn: "Nie aufgeben ist keine Option! Ich bin glücklich, heute hier gewesen zu sein und bedanke mich bei allen!"

Analyse des Tages: Felix über Orloff: "Zu Hause, wenn ihn keiner beobachtet, dann ist er bestimmt manchmal auch so: Puh, ich bin im Arsch." Wer weiß? Vielleicht ist er auch so: "Nie aufgeben ist eine Option!", und mit abgewinkelten Armen in der Küche.

Abgang des Tages: Leila, die sich in den vergangenen Tagen vom aufgespritzten Sexobjekt in einen ganz normalen Menschen rückverwandelte. Das hat sie nun davon.



insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
ovestolz 23.01.2019
1. Na dann
Leila hat definitiv niemanden gefunden der ihr im schmuddel talk die passenden vorlagen gibt. Egal, solange noch ein Terminator T-1000 das Feuer nachts bewacht, gibt es noch was zu lachen. Nicht wie die ganzen langweiligen Schulhofgrspräche der anderen Dödel.
dasfred 23.01.2019
2. Doch, Arno Frank ist ein würdiger Vertreter
Zwar nicht die Wortspiele, aber doch unterhaltsam geschrieben. So wie sonst die Talkshow Rezensionen. Erfreut war ich, dass das Lowfire nun endlich runtergebrannt ist. So gibt es noch eine Chance auf einen Yotty Curry Crash. Doreen war ja heute mit heulen dran. Auch ganz nett gemacht. Ihr Therapie Familie vor laufender Kamera und offenem Micro. Daraus kann sie locker ein Bewerbungsvideo für einen tiefgründigen Psycho Thriller machen. Peter in der Prüfung war eher eine Prüfung für meine Geduld. Kein Highlight der Abendunterhaltung. Evelyn zieht ihr Ding durch. Seit Joey Heindle gab es nicht mehr so viele Neologismen im Camp. Der Höhepunkt der Staffel ist zwar schon überschritten, die Show hat aber immer noch kleine Highlights.
Ayanami 23.01.2019
3. Peter
Peter hat ordentlich abgeliefert, Respekt. Ein Anwärter auf den Thron. Warum man Yotta lieber sehen möchte als Leila (und damit beziehe ich mich nicht auf ihre üppigen Vorzüge), verstehe wer will. Und der Blick vom Koala sprach wirklich Bände ("Bitte tötet mich").
mordskater 23.01.2019
4. Wer rettet den Wurstmann........
,,vor seiner Mutter? Angst und Verzweiflung nagen am Currywurstmann seit seiner Versöhnung mit Yotta. Angst vor seiner Mutter! Was wird sie ihm antun? Streicht sie ihm das Taschengeld für seine Haarfärbemittel? Zerbricht sie seine blaue Brille? Hat RTL schon eine (Mutter-)Schutzhütte organisiert für die Zeit danach? Fragen über Fragen! Ich sorge mich zutiefst um den Seelenfrieden und das körperliche Wohl des Currywurstmanns.
m82arcel 23.01.2019
5.
Ich verfolge während der Sendung immer gern, was die Leute auf Twitter so schreiben. Und auch da wurde, wie im Artikel, die Yotta-Evelyn Geschichte mit metoo in Verbindung gebracht, was ich nicht wirklich nachvollziehen kann. Sein Verhalten war arschig, ja. So spricht man unter Erwachsenen nicht miteinander und das hätte auch mich als Mann gestört. Und wenn jemand in der Form zu einer 30-jährigen Frau sagt, "geh du nach hinten Mädchen", dann ist das vielleicht auch ein "schönes" Beispiel für "toxic masculinity", aber metoo wäre eben nochmal eine ganz andere Hausnummer.
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