Dschungelcamp Rainer Langhans fliegt aus der RTL-Kommune

Er gab den Tiefen-Psychologen des Dschungelcamps, versuchte vor allem die Gedanken- und Gefühlswelt der Camp-Zicke Sarah zu verstehen. Doch das war den RTL-Zuschauern offenbar zu langweilig. Sie schickten Alt-Kommunarden Rainer Langhans nach Hause.

RTL

Köln/Hamburg - Am Dienstagabend zeigte Rainer Langhans noch einmal, was ihm den Namen "Dr. Sommer des Dschungelcamps" eingebracht hatte: Der Alt-Kommunarde versuchte seinen Camp-Genossen die Gefühlswelt von Sarah Knappik zu erklären: "Jay ist für sie jemand, den sie lieben möchte", so Langhans. Sie habe sich mit ihm getroffen, um im Camp eine Liebesgeschichte aufzuziehen. Doch "Jay hat in ihren Augen mit dieser Liebe gespielt", dann sei diese Liebe in einen gewissen Hass umgeschlagen. "Wie das immer bei so einer Liebe ist."

Doch mit dieser küchenpsychologischen Erklärung, warum Camp-Zicke Sarah nach einem Streit mit Sänger Jay Khan freiwillig ausgezogen war, konnte Langhans bei den Zuschauern nicht punkten: Der 70-Jährige bekam am Dienstagabend die wenigsten Anrufe bei der Telefonabstimmung der RTL-Sendung.

Extrem betrübt, mit hängendem Kopf und Unverständnis im Blick, saß Langhans im Kreis der Camp-Bewohner. "Jetzt musst du gehen, wo du alles im Griff hast", sagte ein Mitbewohner, woraufhin Teamleiter Langhans lediglich ein knappes "genau" herauspresste.

Vor dem Einzug ins Dschungelcamp war dem Mitbegründer der Kommune I, der auf dem berühmten Foto der barbusigen Uschi Obermaier zu sehen ist, großes Unterhaltungspotential zugetraut worden. Doch Langhans blieb hinter den Erwartungen zurück: Neben seinen therapeutischen Einsätzen machte er vor allem damit Schlagzeilen, dass er hungerte - um zu sehen, wie es sich mit einem "sehr reduzierten Körper" lebt. Das Ergebnis: schlaffes Herumliegen auf dem Feldbett. Auch als Teamchef setzte Langhans auf Minimalismus in Form von Selbstorganisation. Nun muss er das Camp verlassen.

Bis auf wenige gemurmelte Worte ließen ihm die anderen sechs Bewohner kaum Zeit für eine Reaktion. Sie diskutierten darüber, warum die Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach als zweiten Kandidaten für einen möglichen Rauswurf Jay Khan genannt hatten. Dieser hatte sich zuletzt heftig mit Model Sarah gezofft, die das Camp daraufhin freiwillig verließ.

Sie erklärte im sogenannten Dschungeltelefon, sie habe "keine Lust, mit Lügnern zusammenzuleben, mit Schauspielern". Daran gehe sie kaputt. Sie sei immer ehrlich gewesen, betonte sie. Sarah hatte Jay beschuldigt, bei einem Treffen vor der gemeinsamen Dschungelzeit eine inszenierte Liebesgeschichte geplant zu haben. Jay streitet das ab.

Mehr als acht Millionen Menschen hörten den entscheidenden Satz der Blondine: "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" Mit exakt 8,34 Millionen Zuschauern konnte das Dschungelcamp vom Dienstag zwar den Montag (8,66 Millionen) nicht toppen. Aber in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer erreichte RTL mit 50,3 Prozent den Bestwert in der laufenden Staffel.

Nach dem Auszug von Sarah haben sich die Dschungelbewohner nun auf Peer Kusmagk eingeschossen: Der TV-Moderator war von Sarah in die Geschichte eingeweiht worden und wollte nicht klar Position beziehen.

siu/dpa



insgesamt 228 Beiträge
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Seite 1
Durruti100, 26.01.2011
1. Aua Aua SPON
Ihr seid nur noch einen fingerbreit von GALA entfernt...
nixkapital 26.01.2011
2. Tja...
Zitat von sysopEr gab den Tiefen-Psychologen des Dschungelcamps, versuchte vor allem die Gedanken- und Gefühlswelt der Camp-Zicke Sarah zu verstehen. Doch das war der RTL- Zuschauern offenbar zu langweilig. Sie schickten Alt-Kommunarden Rainer Langhans nach Hause. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,741651,00.html
...hatte mich schon gewundert, dass der Langhans sich überhaupt für diesen Mist hergibt. Aber jeder hat das Recht, sich lächerlich zu machen.
Sackaboner 26.01.2011
3. schlurfen
Es muss heißen: schlurft aus der Kommune. Alt-68er schlürfen zwar auch so allerlei, aber ihr typisches Gangbild ist das Schlurfen, lässig und müde, weil man ständig die Weisheit der ganzen Welt auf seinen Schultern trägt. Man hätte seinen Abgang mit Sitar-Klängen begleiten müssen. Ist schon paradox, dass in einem Sendeformat, das von davon lebt, dass zu der Wahrheit kräftig hinzugedichtet wird, über die Wahrheit gestritten wird. Haben die Teilnehmer ihre Verträge nicht gründlich genug durchgelesen? Dass sich Leute für diesen Rund-um-die-Uhr-Menschenzoo hergeben, ist ebenfalls erschütternd. So nötig kann man die Kohle und den Fame doch nicht haben.
Mierz 26.01.2011
4. Trash-TV wird Thema bei SPON "Kultur"
Für Trash-Formate, wie "Dschungelcamp" wurde einst der böse Begriff "Unterschichten-TV" ersonnen. Inzwischen berichtet SPON regelmäßig von der Kakerlakenfront und veröffentlicht das in der Sektion "Kultur". Ich denke, es ist Zeit, sich ein anderes Online-Portal zu suchen; diese Art von "Kultur" ist mir zu primitiv.
Gani, 26.01.2011
5. SPON, dein Niveau...
Wieso gibt SPON mittlerweile jeden Tag Wasserstandsmeldungen vom Unterschichtenfernsehen durch? Seid ihr euch denn für nichts mehr zu schade?
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