Dschungelcamp, Tag 11: Patrick prellt sich die Testikel

Das RTL-Dschungelcamp ist die größte Therapiemaßnahme für Ex- und Fast-Promis im deutschen TV. Im Reha-Check werden die Chancen der Insassen auf ein neues Leben bewertet. Tag 11: Es fließen die Tränen, es geht die Allegra - und Olivia hält sich wieder bedeckt.

Tag 11 im Dschungel: Liebesbotschaften und Sexbeichten Fotos
RTL

Wie war der Tag? Das Wichtigste aus dem Camp...

...war diesmal, wie damals in Stalingrad, die Feldpost aus der Heimat, wobei die schiere Entfernung von derselben eine offensichtlich tränenziehende Wirkung entfaltete. Die rührend läppischen Textchen ("Hallo, meine Mullemaus" etc.) wurden unbeholfen verlesen, brav beklatscht und anschließend vor der Kamera noch einmal total emotional kommentiert ("Da hab' ich mich echt mega drüber gefreut"). Dazu lief dann unter anderem sülzige Musik der isländischen Kitschkapelle Sigur Rós.

Wie schön - die Hoffnungsträgerin des Tages war...

...Olivia, von der - bis auf einen einzigen Zuschauer im Roten Rathaus - eigentlich alle gerne etwas mehr Details über diese eine Sache da erfahren hätten, die diese Sendung gestern unversehens mit der wirklichen Welt kurzgeschlossen hat. Aber nix da, Olivia hielt sich bedeckt und schüttelte auf diese Weise alle Hoffnungen, die auf ihren breiten Schultern ruhten, lässig ab.

Wie unsozial - der Therapieverweigerer des Tages war...

...Patrick, der sich beim Rodeo auf einem mechanischen Känguru die Testikel prellte, diesen Umstand mit dem vollendeten Satz "Meine Eier sind im Arsch" kommentierte - aber Olivias freimütiges Angebot, mit einer Massage für Abhilfe zu sorgen, dann doch verklemmt ablehnte. Vorurteile, oder was?

Wie bitter - Alk? Sex? Pillen? Verboten! Die Abstinenz führte…

...bei Allegra, der Mutter eines neunjährigen Sohnes, dazu, dass sie ihren Kummer über die räumliche Trennung einfach nicht mehr betäuben konnte. Seit Tagen fleht sie die Zuschauer an, sie mögen ihren Qualen ein Ende machen. Der Wunsch wurde gewährt.

Wie unvergesslich - die schönste Therapiemaßnahme des Tages...

...erzielte eine winzige Formulierung, die ein gewisser Gerome in seinem Brief an Fiona versteckt hatte: "Deine wichtigste Mission ist immer noch, das Sams mit Haarverlängerung zu eliminieren". Zumindest klang es wie "Sams". Mit der Haarverlängerung fühlt Georgina sich nicht nur angesprochen, sondern auch zutiefst beleidigt. Denn "eliminieren, das ist sowas wie töten", wie Olivia gleich zweimal klarstellte. Georgina fällt aus allen Wolken - eine klassische Therapie-Erfahrung.

Wie treffend - den schönsten Satz des Abends sagte...

...Georgina in die Kamera, wobei sie sich kleinmädchenhaft-neckisch in einen Teil ihrer Unterlippe biss, als sei das jetzt extrem peinlich: "Ich bräuchte nochmal so abführende Medikamente." Extrem peinlich.

Wie erbaulich - das wichtigste gruppendynamische Ereignis war...

...das Nicht-Mehr-Können von Joey und Allegra. Joey vor allem fürchtet, "dass die Zuschauer, wenn ich jetzt rausgehe, ihr Geld zurückhaben wollen", und auch sonst "alle sauer auf mich sind". Am Ende aber bleibt er nach allseits gutem Zureden doch: "Ich kämpfe weiter." Wobei dieses Kämpfen, damit wir uns da nicht falsch verstehen, im Rumlungern im Regen besteht. Seiner Angebeteten versicherte der alte Romantiker, er werde nun auf jeden Fall bis zum Finale bleiben: "Darauf kannste einen lassen!"

Wie anregend - die Reha-Mitglieder Zietlow und Hartwich waren...

...wie immer ein wenig bemüht. Erst wurden Olivias gesammelte Synonyme für das primäre männliche Sexualorgan verlesen, "Pipi, Pillermann, Piephahn" und dergleichen, und dann tat Hartwich ganz aufgeregt und brüllte, an der Brüstung stehend, breitbeinig in den Dschungel hinaus: "Das heißt PENIS! P-E-N-I-S! Meinetwegen auch Glied" und dergleichen erzmännliche Ehrenrettungsversuche mehr, um dann, mit rotem Kopf zu Zietlow zurückgekehrt, die sekundären Geschlechtsmerkmale einer weiblichen Kandidatin als "Dutzies" oder "Boobsies" zu bezeichnen. Naja. Einstudierte Witzchen halt.

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insgesamt 148 Beiträge
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1. nichtlustig
henrywotton 22.01.2013
bevor jetzt jemand denkt: oh nä, nicht wieder so ein arte-spinner -- nope. ich schaue das camp mit hingabe (als akademiker mit stattlicher hausbibliothek, jawohl!) und lese auch die artikel dazu sehr gern. aber das sprüchlein mit stalingrad ist geschmacklos. sowas bitte nicht mehr als vergleich bringen. mein opa hat das nur mit sehr viel glück überlebt und seine erzählungen dazu werde ich nie vergessen. bisschen respekt bitte für diejenigen, die dort für den wahn eines irren leben und/oder gesundheit ließen.
2. Gute Moderation
Liechtenstein 22.01.2013
Ich fand die Witze von Zietlow und Hartwich gelungen. P-E-N-I-S. Kompensiert etwas, dass im Camp zur Zeit eher wenig los ist.
3. wen interessiert das?
elektroson 22.01.2013
Ich habe den Artikel gar nicht erst gelesen, aber ich kann beurteilen, dass es an meinen Interessen vorbei geht. Und ich behaupte mal ganz feist, dass es objektiv ein schmarrn ist. Also liebe Redaktion ... Spart euch doch den Platz und die Ressourcen für wichtigeres...
4. wenn interessierts?
Morphose83 22.01.2013
Schande, dass solche Artikel, auf der allerersten Seite gezeigt werden. da gibt es einfach wichtigere Nachrichten und Probleme auf dieser Welt... Ernsthaft, wer will den was über minderbemittelte b-Promis wissen, die sich ständig anzicken? es gibt Ingenieure und Wissenschaftler, Arbeiter, etc. die jeden Tag großes leisten und denen null Achtung geschenkt wird. Berichtet doch mal von diesen Leuten und ihrer Arbeit, durchaus interessanter als die Gipfel der gesellschaftlichen Verdummung im Dschungel...
5.
NickOliveri 22.01.2013
Ihr habt sie doch nicht mehr alle! Hoffentlich polieren Jan Wigger und Andreas Borcholte dem Autoren dieses Textes ordentlich die Fresse, damit uns solche Entgleisungen in Zukunft erspart bleiben!
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