Dschungelcamp - Tag 11 "Mir wär am liebsten, man löscht die Bänder"

Der Ausstiegskrampf von Ansgar beschäftigt das Camp auch am Tag nach seinem Auszug. Weitere Lowlights: Danieles Kippenkoller und Tatjanas schreibbegabte Hunde.

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Märtyrer des Tages: St. Ansgar. "Wir sehen uns wieder", sagte er, und dann ging er ins Licht. Seine Passionsgeschichte vom Vortag wirkt immer noch nach. "Ich wäre gerne noch für euch da gewesen, das ist außer Frage", salbaderte der freiwillig Abtrünnige und seifte die Zurückbleibenden zum Abschied noch einmal ordentlich mit Schmalzcreme ein: "Ihr habt einen ganz großen Weg schon hinter euch." Kaum draußen aus dem Camp hielt der Mann, der wegen einer in seinen Augen unzureichenden Gewürzzuteilung den Dschungel verließ, den Ball dann etwas flacher: "Ist ja auch ein cooles Format eigentlich, mit coolen Erfahrungen. Diese ganze Erfahrung war echt cool. Nur leider zu früh zu Ende." Im Hotel Versace angekündigt, ruft er gleich mal den Mann an, dessen Nummer wir alle ja für sämtliche Krisensituationen des Lebens auf Kurzwahl eingespeichert haben: Reiner Calmund. "Warum hast du nicht auf die Zähne gebissen?", fragte er zwar, behauptete allerdings auch: "Du hast im Team die Leute begeistert." Bester Lügenfreund seit dem legendären Wendler-Begleiter.

Manipulatöse des Tages: Tina. "Wenn die das rausschneiden, muss Ansgar nicht gehen. Mir wär am liebsten, man löscht die Bänder oder schneidet das irgendwie um, ich weiß nicht", empfiehlt sie, von Ansgars Ausstiegskrampf gebeutelt, eine klitzekleine Realitätsbeugung, und dank solcher guten Ideen wird ihre Regentschaft immer wahrscheinlicher.

Schlimmste Gruselvorstellung: "Diese Sendung läuft im Internet rund um die Uhr im Livestream, 24 Stunden", belehrt Daniele seine Mitcamper. Keine Angst, stimmt nicht. Ein pfuschigeres Leben könnte man sich schwer vorstellen, als versehentlich den ganzen Tag Daniele dabei zuzuhören, wie er wegen der erneut eingezogenen Zigaretten eine Ausrastestelle nach der nächsten anfährt. "Wenn ihr selbst hier drin wärt, wärt ihr so klein mit Hut, oder vielleicht sogar noch kleiner", sagt der selbst schon ziemlich kleine Mann mit Hut. Immerhin wächst er im Camp langsam in ein eigenverantwortetes Leben: "Ich explodiere dann, wenn ich explodiere, da brauche ich euch nicht dafür." Sie werden so schnell groß.

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Dschungelcamp - Tag 11: Mit dem Geist von Ansgar

Dringendster Dramaturgiewunsch: Der Yorksche Terrier sollte sich endlich Bahn brechen. Schade, dass Tina so gar keine Kronenambitionen hat - sie wäre möglicherweise die Einzige, die den leicht freidrehenden Kippenberger tatsächlich in seine Schranken weisen könnte. "Ich war erstaunt, dass jemand so lange herumbrüllen kann, und dann noch immer dasselbe", resümierte Tina im Dschungeltelefon. "Ich lasse mich niemals von Männern anschreien, und Daniele wird ja erst noch zum Mann, würde ich denken."

Nebulöseste Andeutung: "Eines ist definitiv klar: Es gibt im Camp schon welche mit zwei Gesichtern. Hier ist eine Person, der eine andere Seite hat, die er dann vielleicht außerhalb des Camps auslebt, mit Alkohol und so. Ich weiß von Geschichten, die vor dem Einzug passiert sind, und diese Person ist auch hier", gackerte Natascha legefaul. Hmm, wer könnte das wohl sein? Baronin von Porz mit dem Leuchter in der Bibliothek?

Mantra des Tages: "Ist nicht schlimm, ist nicht schlimm, ich bin ein großes Mädchen." Vorgetragen von Kattia, auf und ab hüpfend, als sie sich nach ihrer Dschungelprüfung mit Daniele die Krabbelviecher vom Körper twerkte.

Plausibelster Horrorfilmplot: "Wenn jeder hier wie die Axt im Wald durchgehen tut, lägen hier schon die Köpfe unter den Matratzen", bemerkte Matthias zwar etwas tempusschwach, aber splatterstark. Lungern nicht in irgendwelchen Kellern ein paar Low-Budget-Filmdreher, die sich kurzfristig aus ihrer Pizzakartonverschalung lösen und kurz "Smoking" zusammenschmökeln könnten, der Schockstreifen um einen Mann, der nach einem kleinen Axt-Zwischenfall in einem Berghotel in Colorado als nächstes in einem Dschungelcamp komplett die Nerven verliert? "Hiiiiier ist Daaaannny!"

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Dschungelcamp 2018: Das sind die Kandidaten der 12. Staffel

Fast-romantischster Möglicherweise-Moment: Matthias bekommt per Dschungelpost einen Heiratsantrag von seinem Lebensgefährten Hubert. Alle freuen sich, Matthias strahlt wie in einen Bottich Highlighter getunkt. Auf Twitter allerdings spuckt Helena Fürst direkt mal ins Hochzeitssüppchen: Der pseudo-romantische Akt sei längst ausgekaspert gewesen, denn bei RTL II liefen schon die Planungen für eine Hochzeitsserie von Matthias und Hubert.

Traurigste Szene: Die anderen bekommen Post von Mutter, Kindern, Kumpel - Tatjana schrieben ihre Chihuahuas Rudi und Sunny. Außerdem ist es zwar eine putzige Vorstellung, wie die beiden den ganzen Sermon konzentriert mit ihren kleinen Pfoten auf der Computertastatur zusammenklackerten, leider wählten sie aber die Anrede "Liebe Mami", die, wenn von Hundebesitzerinnen für sich selbst gebraucht, einem ja immer bizarre Geburtsszenen vor dem geistigen Auge vorbeiflashen lässt. Immerhin darf Tatjana endlich wunschgemäß das Camp verlassen. Vielleicht haben Rudi und Sunny auch ihr ganzes Taschengeld für alle anderen Camper vertelefoniert, um das möglich zu machen, Tiere sind ja so treu.



insgesamt 55 Beiträge
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dasfred 30.01.2018
1. Liebe Frau Rützel, dass sie ausgerechnet die Fürstin Spoilern lassen
hat mich enttäuscht. wollte ich doch glauben, das Matthias ein süßes Geheimnis unter seinem Herzen, verborgen im Maisfeld hütet. Das Geheimnis von sehr viel Liebe, die durch den Magen gegangen ist. Ansonsten war es wohl dem Zauber der Nacht geschuldet, das Ansgar bei ihnen schon zum St. Ansgar wurde, nach seinem Gang ins Licht. Wo er doch Frau York durch seine Flucht die Hoffnung auf Freiheit zerstört hat. Unendliche Freude allerdings löst die Erkenntnis aus, dass Sie die wunderbare Sprache wiedergefunden haben, die gestern noch unter dem Schock des nahezu nichts ins rudimentäre zu verfallen drohte.
tolumalu 30.01.2018
2. Guten Morgen,
Frau Rützel, herzlichen Dank für die tolle Kolumne am Morgen . Sehr gelungen. Bis auf den Part mit der Hundemami ... ich versuche gerade, die Bilder aus dem Kopf zu bekommen *Blümchenwiese ... Blümchenwiese* :D
miriam_rosenstern 30.01.2018
3. Meese
Man mag über Frau Gsell denken, was man will, aber ich möchte nicht in ihrem Unterbewusstsein sein. Im Foto oben zeigt sich versteckt in einen überaus huldvollen Segensgestus von maximaler Eleganz ein halbes Swastika. Sonst wird hier doch nahezu alles zensiert, aber solche Dinge fallen wohl unter die künstlerische Freiheit. Jawoll! Hat denn der Meese das inszeniert? Der braucht doch auch immer Geld!
gnarze 30.01.2018
4. Tina for Queen
Ich find Tina ja einfach sehr unterhaltsam - auf ihre Art. Außerdem wäre sie die erste Königin ohne Prüfung(wenn man mal die erste Gruppenprüfung außen vor lässt). Und ganz ernsthaft - wäre ich im Camp - Daniele müsste auch mit offenen Augen schlafen.
luckygas 30.01.2018
5. und die Moral von der gestrigen Folge:
Schafft euch ein vernünftiges Umfeld an, pflegt Freundschaften, ansonsten endet ihr wie Tatjana, der Timm Thaler des diesjährigen Dschungelcamps. Was für ein trauriges Leben ...
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