Wie war der Tag? Das Wichtigste aus dem Camp...
war die Entscheidung im, wenn man denn unbedingt so will, "Zickenkrieg" zwischen Georgina und Fiona. Georgina flog raus, Fiona blieb drin. Jörg Schönenborn lagen da ganz andere Zahlen vor. Der Rest ist leider mit "lahm" fix zusammengefasst. Patrick bestand an diesem Tag eine doppelte Prüfung. Erstens das Durchtauchen eines mit gewöhnungsbedürftiger Fauna gefüllten Beckens. Zweitens die Zudringlichkeiten der Olivia. Die Bewohner mussten "Luxusgegenstände" abgeben, wobei Olivia ihr persönlichkeitsrechtlich zugesichertes "Drag Kit" behalten durfte.
Wie schön - die Hoffnungsträgerin des Tages war
Joey, der auf Betreiben von Olivia alle Vorurteile gegenüber Transgestalten fahren ließ und sich sogar dazu überreden ließ, sich als Frau (!) schminken (!!) zu lassen (!!!). Olivia, nassforsch wie immer: "Joey, als erstes müssen wir deinen Piephahn abschrauben." Joey dagegen: "Der bleibt in meiner Hose drin. Für die Ewigkeit." Ein Satz, ebenfalls für die Ewigkeit. Olivia: "Wo du ja jetzt Transe bist, können wir doch auch ein bisschen lästern." Das Lästern scheint also, wie das "Drag Kit", integraler Transenbestandteil zu sein.
Wie unsozial - der Therapieverweiger des Tages war
...das Krokodil, das Patrick Nuo bei seiner Tauchprüfung auflauern sollte. Im Trailer zu den bevorstehenden Aufgaben wirkte das Reptil total lebendig und aggressiv. Sobald aber Patrick das Becken betrat, blieb das Tier regungslos im Abseits, verweigerte also - als Therapeut - die Therapie: "Das Krokodil", würdigte Patrick anschließend, "war Gott sei dank sehr freundlich heute". Später dagegen steckte er spaßeshalber den Kollegen im Camp: "Da war ein Riesenkrokodil, ne, und das hat mich die ganze Zeit verfolgt!"
Wie bitter - Alk? Sex? Pillen? Verboten! Die Abstinenz führte
zu bizarren, mutmaßlich hormonstaubedingten Szenen mit Olivia, die sich Anspielungen auf Patricks "Schließmuskel" nicht verkneifen konnte - und dem blassen Beau bei erfolgreicher Dschungsprüfung eine "Klötenmassage" in Aussicht stellte. Mehrfach, damit die Regie es auch wirklich mitbekam. Ach, wie gerne hätte man gehört, wie Dirk Bach die Sache kommentiert hätte. Womit die Durchsexualisierung des Camps spätestens an Tag 12 endemisch geworden sein dürfte.
Wie gefährlich - Einen Rückfall in böse Vor-Camp-Zeiten erlebte
...Iris, deren Auszug als rührendes Wiedersehen mit der Tochter inszeniert wurde, der jungen Katzenberger, die ihrer Mutter sogleich steckte: "Mir müsse unbedingt die Fingernägel mache ge'e, siehst ja schlimm aus, wie e' Maulwurf". Aber wie hieß sie doch gleich mit Vornamen, die kleine Katzenbergerin? "Natalie? Nadine?", fragte sich Joey, der "Forrest Gump" dieser Veranstaltung: "Bin ich jetzt blöd?" Im Gegenteil, im Gegenteil
Wie unvergesslich - die schönste Therapiemaßnahme des Tages...
das Ahnden der Verstöße gegen die Spielregeln von RTL, wer wann und mit wem unter die Dusche darf, worüber geschwiegen werden muss und dergleichen Kindereien mehr. Zur "Strafe" müssen die Kandidaten sieben ihrer Habseligkeiten abgeben. Nagellack. Lipgloss. Haargel. Lidschatten. Body Lotion. Reichte alles nicht, wie Kenner schon zuvor bei Foucault ("Überwachen und Strafen") nachgelesen haben könnten. Fiona rückte endlich ihre Federdecke raus. Unter Tränen.
Wie weiter - wenn Joey zurück ins normale Leben will, muss er noch lernen
sich in seiner Geschlechterrolle zurechtzufinden. Ist er ein Mann? Soll er sich auf Frau schminken lassen? Darf er als Mann, der ankündigt, sich von einer Transe vielleicht auf Frau schminken zu lassen, einen Last-Minute-Rückzieher machen? Oder lässt das Rückschlüsse auf mangelnde Männlichkeit zu? Gender-Verwirrung, wir hören dir trapsen.
Wie treffend - den schönsten Satz des Abends sagte...
wieder einmal Olivia, die aus der reich gefüllten Schatzkiste ihrer gesammelten Lebensweisheiten folgendes Funkeljuwel hervorzog: "Es gibt ja nix Schlimmeres als hungrige, wütende Models." Je länger man darüber nachdenkt (und man muss wirklich sehr lange nachdenken), umso schöner wird dieser Satz.
Wie erbaulich - das wichtigste gruppendynamische Ereignis...
...ist derzeit die Ungewissheit, wer anderntags rausgewählt wird. Dies führte bei den Beteiligten zu philosophischen Anwandlungen, vor allem bei der bereits angezählten Fiona. Wer bin ich? Wie wirke ich? Wie viel Zeit bleibt mir noch? "Ich merk', dass mir das so gut tut hier", sagt sie jetzt und sinniert über die Vergänglichkeit wenn nicht des Daseins, so doch des Imdschungelseins. Unterstützung bekommt sie keine. Patrick, Fionas Vanitas-Stimmung schnöde abschmetternd: "Mmh, kann man echt nicht so viel machen, wo die Zuschauer echt an den Knöpfen sind jetzt."
Wie anregend - die Reha-Mitglieder Zietlow und Hartwich haben...
diesmal eine lustige tagesaktuelle Parallele zwischen dem Camp und der FDP konstruieren lassen, mit Philipp Rösler als Joey Heindle. Ha. Später ging es mit etwas bemühten Anspielungen auf die Rede von David Cameron metaphernreich um die EU. Haha. Was einem eben so einfällt beim Frühstücksfernsehen (Ortszeit bei Sendestart: 7.15 Uhr). Ansonsten galt auch hier: lahm. Womöglich schlug der Regen aufs Gemüt.
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