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Dschungelcamp, Tag 3: "Habe ich doll Cellulite noch?"

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Tag 3 im Dschungel: Wer schaut auf wen herab? Fotos
RTL /Menne

Schon am dritten Tag im RTL-Dschungelcamp widmen sich die Bewohner den grundlegenden Fragen des Lebens: Wie sieht mein Hintern aus? Wie amüsieren sich Trucker? Und wer hat wann in welchem Porno mitgespielt?

Am dritten Tag schuf Gott das trockene Land und die Pflanzen, und davon gab es auch im Dschungelcamp allerhand am dritten Tag. Michael Wendler wurde von der Regie ein wenig aus der Schusslinie genommen, Larissa Marolt durfte dafür umso mehr zeigen, was sie offenbar als Zuschauerin der bisherigen Staffeln gelernt hat: Man muss nerven, nerven, nerven und immer "man selbst sein". Was manchen leichter, manchen schwerer fällt.

Weil noch immer 57 Prozent aller deutschen Zuschauer nicht "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" schauen, da sie offenbar mit verbundenen Augen in einer Höhle auf der dunklen Seite des Mondes leben oder sich dazu einfach zu fein sind - hier der Schnellcheck für eilige Scheinheilige.

Skandal des Tages?

Michael Wendler hat offenbar im Hotel vor der Show schlecht über seine "ostdeutschen Fans" geredet, was Melanie Müller aus "Leibtsch" außerordentlich kränkt. Deshalb posaunt sie diese pikante Information im Camp heraus. Bis auf Mola Adebisi ("Ich finde das nicht gut, ich habe viele Freunde dort, zum Beispiel in Halle an der Saale") springt aber keiner so recht darauf an.

Spielte Sex eine Rolle?

Spielt immer eine Rolle. Nur bisher nicht im Dschungelcamp. Zwischen den Kandidaten läuft nichts. Gar nichts. Zwischen einem ehemaligen Popsternchen (Gabby) und einem homosexuellen Modedesigner (F.M. Stoeckel) entspinnt sich auf dem Weg zu irgendeiner Prüfung folgender Dialog: "Habe ich doll Cellulite noch?" - "Hinten, ja, habe ich gedacht, da!" - "Nee, das sind Risse!" Das war das höchste der Gefühle

Wie war die Dschungelprüfung?

Schön australisch heute. Es gab einen nachgebildeten Ayers Rock, den heiligen Berg der "Ureinwanderer" (Sonja Zietlow). Darauf durfte das österreichische "Topmodel" Larissa dekorativ herumklettern, um Sterne einzusammeln. Unterwegs wurde sie mit Maden überschüttet. Keine Krokodile, keine Spinnen, kein Schleim, keine Körperfresser. Nur erfrischende Abstürze ins Wasser.

Was war der gruseligste Moment?

Wie Sonja Zietlow, übermannt von einer menschlichen Regung, Larissa nach überstandener Prüfung kurz die Tränen von der Wange streichelte: "Hast du echt gut gemacht, jetzt ohne Scheiß!"

Schimpfwort des Tages?

Pissbirne. Das Wort, mit dem Melanie Müller die Pissbirne Wendler bedachte. Sie nannte ihn: Pissbirne. Man mag gar nicht darüber nachdenken, was das sein oder wie das aussehen könnte, so eine Pissbirne. Außer natürlich wie Michael Wendler, über den Melanie Müller ferner sagt: "Der scheißt durch das selbe Loch wie wir."

Worüber reden die da im Camp?

Dies und das. Wie Jürgen Drews mit seinem Sohn aus der Ehe mit Corinna Drews umgeht, was angeblich nicht so toll ist, der Wendler kann's nicht verstehen, der "Jürgen geht doch mit seinem Rauhaardackel" so gut um. Zwischen Jochen Bendel und Michael Wendler kam es zu einem kurzen heterohomosexuellen Blickkontakt und Gespräch über die duften Charaktereigenschaften der Schlagersensation, als der Jochen dem Michael sagte: "Lass deine guten Seiten mehr raus, deine schönen Seiten." Worauf Wendler seine Existenz als Pissbirne begründet mit: "Ich wollte Schlager anders verkaufen", nicht immer nur lächeln.

Erkenntnis des Tages?

In der Werbepause zu früh vom Klo zurückgekommen, Lena Mayer-Dingenskirchen in einem Spot für einen Hautcremehersteller gesehen. Echt jetzt? Isses schon so weit?

Gegenstand des Tages?

"Truckermuschis", was immer das sein mag. Ah, Melanie Müller, die diese Dinger zufällig vertreibt und damit offenbar Geld verdient, erklärt: "Die seh'n aus wie Taschenlampen. Kommt Gel rein, und dann kannste als Mann dein Ding da reinstecken."

Der Moralapostel Mola Adebisi echauffiert sich darüber, dass Melanie Müller früher mal einen Porno gedreht hat. Gibt offen zu, ihn gesehen zu haben: "Tja, da waren so zwei Herren, vielleicht Handelsvertreter, und die wurden sich dann schnell einig …", meint aber, dass Fräulein Müller doch irgendwie anders ihr Geld verdienen sollte, also ohne Handelsvertreter oder Dinger, die aussehen wie Taschenlampen.

Schlauester Satz?

"Ein perfekt gemachter Porno ist doch grandios!" (Winfried Glatzeder)

Dümmster Satz?

"Ich weiß, wie man Leuten etwas entlocken kann. Ich bin ja Kriminalist, ich habe lange genug 'Tatort' gemacht." (Winfried Glatzeder)

Einerseits, andererseits?

Es war einerseits natürlich wieder entsetzlich. Aber andererseits gibt es in der Welt durchaus Dinge, die noch schlimmer sind. Sie fallen uns nur gerade nicht ein … doch, halt: Musik von Michael Wendler!

Das Wendler-Lied des Tages?

Es wurde schon vor Jahren geschrieben, passt aber auf alle "Dschungelcamp"-Kandidaten, der fetzige Song "Schau nicht auf mich herab", ein Schlager mit Pfiff und Herz: "Ich hab geglaubt ich könnte fliegen/ Mit dir die Schwerkraft überwinden/ Die Welt einmal in Abstand seh'n/ Und es schien zu funktionieren/ Doch die Flügel wurden müde."

Das sind die Kandidaten der neuen Staffel

Die Tobsuchtsanfälle der österreichischen Politikertochter Larissa Marolt gehörten zu den Highlights der achten Staffel von "Germany's Next Top Model". Nach Gastauftritten in Daily- und Doku-Soaps und einer Telenovela-Nebenrolle ist sie nun im Dschungelcamp gelandet. Der Anfang einer TV-Karriere? Oder vielleicht doch eher das Ende?

Michael Wendler, unter Schlagerfans auch als "Der Wendler" bekannt, steht im wirklichen Leben für eine gruselige, aber leidlich populäre Mischung aus Schlager und Ballermann-Techno. Der "König des Popschlager", geboren 1972 als Michael Skowronek, will sich im Dschungelcamp von einer ganz anderen Seite zeigen. Was auch immer das heißt. Er hat das Camp mittlerweile schon freiwillig verlassen.

Die notorische Busenlüfterin Melanie Müller ist ganz offensichtlich als Erotikbombe für das Camp gecastet – und nutzt die Publicity weidlich, um für die Dildo-Shopping-Website zu trommeln, deren Reklamegirl sie ist. Als "Bachelor"-Kandidatin enthüllte sie ihre Vorliebe für die Wurstherstellung und outete sich als Ex-Pornodarstellerin. Eigentlich wissen wir über sie also schon alles, was wir nicht wissen wollten.

Mit unbewegter Hundemiene schaute Jochen Bendel in den Krawall-TV-Neunzigern in die Kamera, wenn sich in seiner Wörterrateshow "Ruck Zuck" die Kandidatinnen und Kandidaten anschrien. Ein idealer Schlichter im Zickenkrieg?

Gabriella De Almeida Rinne, einst Sängerin der Popstar-Casting-Girlgroup Queensberry, hat sich pünktlich zum Camp-Beginn für den "Playboy" entkleidet. Die Deutsch-Brasilianerin hat im wahren Leben schon schwerere Prüfungen überstanden als den Verzehr von Würmern: Nach der Scheidung ihrer Eltern lebte sie im Kinderheim – und sie brachte mit 15 Jahren eine Tochter zur Welt. Ausgeschieden.

Als Viva-Moderator ist der Deutsch-Nigerianer Mola Adebisi unvergessen – seit 2004 schlägt sich der Hobby-Rennfahrer mit einer lustigen Mischung aus gelegentlichen Schauspieljobs, Produzententätigkeit und Webfirmen-Beratung durch. Er könnte im Dschungelcamp zum Mädchen für alles werden. Ausgeschieden.

Der Modedesigner und Initialenträger Julian F. M. Stoeckel bezeichnet sich als "extrovertierter Jetsetter mit exklusiven Attitüden". Attitüde hin oder her: Im Camp muss er sich zwei Wochen mit Bohnen und Reis zufriedengeben. Ausgeschieden.

Das Comedy-Format "RTL Samstag Nacht" machte Tanja Schumann in den Neunzigern bekannt. Jetzt darf die Ex-Komödiantin im Dschungelcamp die Muttchen-Rolle übernehmen.

Der österreichische Sänger Marco Angelini ist ein echter Castingshow-Veteran: Der 29-Jährige war schon bei "Helden von morgen", "Starmania" und "X Factor". Zuletzt übernahm er bei der 8. Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" im Jahre 2011 den Part des rehäugigen Langweilers – und belegte den 4. Platz.

Ex-Schlagersängergattin Corinna Drews – verheiratet mit Jürgen Drews zwischen 1981 und 1984 - zog schon blank, als Larissa noch in den Windeln lag – sowohl in Klassikern wie "Kir Royal" als auch in der Bumskomödie "Ein Kaktus ist kein Lutschbonbon" (1981). Ausgeschieden.

Da hat das Feuilleton aber aufgeheult: Ausgerechnet Winfried Glatzeder geht ins Camp! Der "Belmondo des Osten", mit der "Legende von Paul und Paula" (1973) zum subversiven Star der DDR geworden und später als "Tatort"-Ermittler auch nicht unterbeschäftigt - hat der Mann das nötig? Er scheint in Sachen Trash ein dickes Fell zu haben.

Nach dem tragischen Tod von Dirk Bach am 1. Oktober 2012 hat der Comedy-Brillenträger und Schwiegermuttertraum Daniel Hartwich die Moderatorenrolle an der Seite von Sonja Zietlow übernommen.

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insgesamt 197 Beiträge
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1. Seltsam
otemporaomores 20.01.2014
Nun finde ich den verstärkten SPON-Einsatz für das Camp doch etwas seltsam. Dass das Thema hier aufgegriffen wird, ist ja in Ordnung. Dass inzwischen eine deratige Intensität an den Tag gelegt wird, lässt doch merkwürdige Überlegungen aufkommen.
2. Irgendwie komisch
lattifix 20.01.2014
Es scheint drei Gruppen zu geben: -Leute, die das Format konsequent nicht sehen wollen. (Eine gute Idee, wenn man damit nichts anfangen kann oder will.) -Leute, die die ganze Nummer für absolut echt halten. -Leute, die sich über den Spruch von Winfried identifizieren lassen, dass sie bei "Bier & Chips" Unterhaltung suchen. Meine Frau und ich gehören zur letzten Partei. Soll bedeuten: Wenn schon Trash-TV, dann aber richtig! (Obschon ich die weitaus lustigere Art der Kommentare von Dirk Bach vermisse, Herr Hartwig macht seine Sache als Stichwortgeber schon recht gut.) Egal. Long Story short: Im Sat-TV hat man >40 deutschsprachige Sender. Wer sich hier einzig über RTL beschwert, hat die Funktion seiner Fernbedienung nicht kapiert...
3. Da ich
Kabuto 20.01.2014
keinen Fernseher besitze, muss ich mich mit anderem Unfug beschäftigen. Nach allem, was ich über das Dschungelcamp gelesen habe, gehe ich davon aus, dass diese Sendung so lange laufen wird, bis auch der letzte Programmdirektor unseres Staatsfernsehens öffentlich beichtet, nicht besser als jene Dschungelcamper zu sein.
4.
Steuerzahler0815 20.01.2014
Wer sich eine solche Sendung ansieht zeigt dass er nicht vernunftbegabt ist und sollte sein Wahlrecht verlieren
5. Armer SPIEGEL,
kathrephtis 20.01.2014
...musst Du auch über diesen Schwachsinn schreiben? Und ich Idiot lese das auch noch! überlege mir, ob ich zu BILD wechseln muss.
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