Dschungelcamp, Tag 6 Doktor Fummel und der Schniepi

Menschen, Tiere, Emotionen: Nach den groben Streitigkeiten der ersten Tage zeigen die Camper nun die ganze Palette menschlicher Gefühle - von zaghaften Flirts bis zu nächtlichen Gevatter-Anfällen.

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Da staunen die ollen Unken, die dem Geschehen bei "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" jedwede Kultur absprechen wollen. Tatsächlich verläuft das Dschungelcamp so ungefähr parallel zur menschlichen Zivilisationsgeschichte, global gesehen. War hier wie dort am Anfang nur Gebrüll und unsachgemäßes Hantieren mit Stöcken, lassen sich jetzt bei den Campbewohnern allmählich immer feinere Gefühlsnuancen ablesen. Ein Überblick über die Dschungel-Befindlichkeiten.

Schmuselaune: Willst du gelten, mach dich selten - diesen Poesiealbumeintrag von Tante Zieselgunde hat Campbewohner Marco bislang redlich befolgt. Unglücklich, dass sein gefühlt erster eigener Satz im eigenen Winz-Handlungsstrang, mit dem er im Dschungel auftrumpfen darf, ausgerechnet dieser ist: "Die Gabby ist schon so eine kleine Schokomaus." Puh. Noch mutierte der Ösi-Mediziner allerdings nicht zu Doktor Fummel, sondern ließ immer noch mindestens eine viertel Pritschenbreite zwischen sich und Co-Camperin Gabby. Die gab seinen Avancen im Einzelinterview wenig Chancen und befand mit ihrer kehligen Frauenknaststimme, Marco sei ihr "viel zu soft".

Wollust: Selbstverständlich hat Busengeneral Melanie die Griffel im Spiel, wenn es irgendwo frivol zugeht. Auch Julian ist wie Marco schlecht beraten, was seinen einzigen Redebeitrag an diesem Tag angeht. Er vergeudet seine 15 Sekunden Ruhm für "ein bisschen kribbelt's am Schniepi" - was daher rührte, dass Melanie besagten Schniepi, sein behostes Genital nämlich, mit Hilfe eines Grashalms manipulierte. Auch wenn Mola vorgab, seine Gespräche mit ihr drehten sich vornehmlich um sexy Themen wie Heizungsbau, Erdgas oder Öl - tatsächlich, das belegen qualvolle Dialogausschnitte, drehten sich die verwutzten Salongespräche eher um das Thema Spermaverkostung.

Verzweiflung: Bei Larissa, dem armen Hascherl, löst langsam erschöpfte Verzweiflung das energetische Granteln ab. "Obwohl man mit zehn Leuten zusammenlebt, ist man trotzdem allein", so ihr herzzerreißender Befund. Jochen lud sie zum Psycho-Gespräch, wobei aus seinem Esoschwurbel nicht klar wurde, welche Absicht er damit verfolgt. Will er sie als starke Aufmerksamkeitssaugerin aus taktischen Gründen aus dem Dschungel therapieren ("Schau mal, es gibt doch auch ein Leben nach dem Camp!"), oder ist er wirklich der wohlmeinende Meta-Schnuffel, der sie zum Bleiben stärken will? Sicher scheint nach seinen Konsultationen nur eines: Offenbar hat der einstige Moderator des Windows-Vista-Podcasts nach ausgiebiger "Sophies Welt"-Lektüre seinen Psycho-Schein an der Büffeluniversität gemacht. Vielleicht haut er in den nächsten Tagen noch einen total motivierenden Poetry-Slam-Beitrag raus.

Wut: Ambitioniert piesepampelig gab der versehentlich von Gabby geweckte Mola den gestrengen Vater. Er kündigte Schimpfe für den nächsten Morgen an. Dann verlor er völlig die Contenance, als Larissa, Sport-Goofy nicht unähnlich, im Dunkeln mehrfach über ihre eigenen Füße fiel. Es fehlten nur noch Zipfelmütze und eine auf der Nasenspitze balancierte Reinhard-Mey-Brille, als der erstaunlich niedrigschwellige Mola keifte, er habe in seinem ganzen Leben noch nie "eine Ansammlung von mehr Unfähigkeit gesehen, in meinem ganzen Leben nicht."

Winfried gab sich dagegen verdächtig handzahm, wies Larissa in der gemeinsamen Prüfung nur einmal schroff an: "Antworte nur, wenn du gefragt wirst." Die Aufgabe bestand darin, in einer riesigen Sanduhr zusammen mit Geröll und Getier auszuharren. Die beiden mussten sich einfach nur berieseln lassen, wobei der Sand leider denkbar grob war - schon wieder so eine feingeistige Metapher auf die Sendung selbst, die auch notorischen Campverächtern und Bildungsfexen gefallen dürfte.

Milde: Am Ende der bravourös absolvierten Dschungelprüfung balgen die einstigen Feinde Larissa und Winfried zusammen im Tümpel wie monströse Otter. "Ich vergesse nicht, aber ich verzeihe", hatte Larissa zuvor verkündet. Herrscht von nun an wirklich eitel Sonnenschein? Ist Larissa endlich in ihre verschrullte Patchwork-Familie aufgenommen? Schalten Sie auch morgen wieder ein, wenn Sie Lily Allen den Staffelsoundtrack singen hören: "It's hard out here for a bitch."

Der Wendler-Song zum Tage: "Teddybär", passend zum flirtwilligen Marco: "Nur für dich werd' ich zum Teddybär / wenn ich doch nur an deiner Seite wär / ich wär' dein bester Freund, der dich bewacht / Ja, ich schwör', ein echter Teddybär / der ab sofort nur noch dir gehört / du kuschelst dich an mich, und ich an dich."

Das sind die Kandidaten der neuen Staffel
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Die Tobsuchtsanfälle der österreichischen Politikertochter Larissa Marolt gehörten zu den Highlights der achten Staffel von "Germany's Next Top Model". Nach Gastauftritten in Daily- und Doku-Soaps und einer Telenovela-Nebenrolle ist sie nun im Dschungelcamp gelandet. Der Anfang einer TV-Karriere? Oder vielleicht doch eher das Ende?

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Michael Wendler, unter Schlagerfans auch als "Der Wendler" bekannt, steht im wirklichen Leben für eine gruselige, aber leidlich populäre Mischung aus Schlager und Ballermann-Techno. Der "König des Popschlager", geboren 1972 als Michael Skowronek, will sich im Dschungelcamp von einer ganz anderen Seite zeigen. Was auch immer das heißt. Er hat das Camp mittlerweile schon freiwillig verlassen.

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Die notorische Busenlüfterin Melanie Müller ist ganz offensichtlich als Erotikbombe für das Camp gecastet – und nutzt die Publicity weidlich, um für die Dildo-Shopping-Website zu trommeln, deren Reklamegirl sie ist. Als "Bachelor"-Kandidatin enthüllte sie ihre Vorliebe für die Wurstherstellung und outete sich als Ex-Pornodarstellerin. Eigentlich wissen wir über sie also schon alles, was wir nicht wissen wollten.

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Mit unbewegter Hundemiene schaute Jochen Bendel in den Krawall-TV-Neunzigern in die Kamera, wenn sich in seiner Wörterrateshow "Ruck Zuck" die Kandidatinnen und Kandidaten anschrien. Ein idealer Schlichter im Zickenkrieg?

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Gabriella De Almeida Rinne, einst Sängerin der Popstar-Casting-Girlgroup Queensberry, hat sich pünktlich zum Camp-Beginn für den "Playboy" entkleidet. Die Deutsch-Brasilianerin hat im wahren Leben schon schwerere Prüfungen überstanden als den Verzehr von Würmern: Nach der Scheidung ihrer Eltern lebte sie im Kinderheim – und sie brachte mit 15 Jahren eine Tochter zur Welt. Ausgeschieden.

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Als Viva-Moderator ist der Deutsch-Nigerianer Mola Adebisi unvergessen – seit 2004 schlägt sich der Hobby-Rennfahrer mit einer lustigen Mischung aus gelegentlichen Schauspieljobs, Produzententätigkeit und Webfirmen-Beratung durch. Er könnte im Dschungelcamp zum Mädchen für alles werden. Ausgeschieden.

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Der Modedesigner und Initialenträger Julian F. M. Stoeckel bezeichnet sich als "extrovertierter Jetsetter mit exklusiven Attitüden". Attitüde hin oder her: Im Camp muss er sich zwei Wochen mit Bohnen und Reis zufriedengeben. Ausgeschieden.

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Das Comedy-Format "RTL Samstag Nacht" machte Tanja Schumann in den Neunzigern bekannt. Jetzt darf die Ex-Komödiantin im Dschungelcamp die Muttchen-Rolle übernehmen.

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Der österreichische Sänger Marco Angelini ist ein echter Castingshow-Veteran: Der 29-Jährige war schon bei "Helden von morgen", "Starmania" und "X Factor". Zuletzt übernahm er bei der 8. Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" im Jahre 2011 den Part des rehäugigen Langweilers – und belegte den 4. Platz.

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Ex-Schlagersängergattin Corinna Drews – verheiratet mit Jürgen Drews zwischen 1981 und 1984 - zog schon blank, als Larissa noch in den Windeln lag – sowohl in Klassikern wie "Kir Royal" als auch in der Bumskomödie "Ein Kaktus ist kein Lutschbonbon" (1981). Ausgeschieden.

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Da hat das Feuilleton aber aufgeheult: Ausgerechnet Winfried Glatzeder geht ins Camp! Der "Belmondo des Osten", mit der "Legende von Paul und Paula" (1973) zum subversiven Star der DDR geworden und später als "Tatort"-Ermittler auch nicht unterbeschäftigt - hat der Mann das nötig? Er scheint in Sachen Trash ein dickes Fell zu haben.

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Nach dem tragischen Tod von Dirk Bach am 1. Oktober 2012 hat der Comedy-Brillenträger und Schwiegermuttertraum Daniel Hartwich die Moderatorenrolle an der Seite von Sonja Zietlow übernommen.

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insgesamt 162 Beiträge
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Seite 1
grubilein 23.01.2014
1. Bildzeitungsniveau
Ist das wirklich einen "Artikel" wert? Langsam erreicht Spiegel-Online Bildzeitungsniveau. Traurig.
Denk_mal 23.01.2014
2. ich finde es traurig wie SPON sich dem Trash hingibt.
Wie wäre es wenn Sie mal recherchieren wie das gesamte Konzept hinter der Fassade aussieht? Bekannt ist der Drehort ist eine normale Farm. Der Djschungel ist künstlich angelegt und wird weltweit für das Format genutzt. Nutzen sie Ihre Kontakte doch mal um heraus zu finden ob die Darsteller nicht nach dem Dreh, die santitären Anlagen der Farm nutzen... nur mal so als Anregung.
yor 23.01.2014
3. Herrlich!
Wem das Dschungelcamp zu trashig, zu fakig, zu undeutsch, zu un-ARTE-ig oder wie mir schlicht und einfach zu spät ist, muss einfach nur die Zusammenfassung von Anja Rützel lesen - ist in fünf Minuten erledigt, man kann mitreden und amüsiert sich nebenbei noch köstlich. Ich hasse mich zwar selbst dafür, dass ich mich für den Mist interessiere, aber es ist nun mal großartig gemachter Mist, soviel zur Verteidigung, Herr Staatsanwalt.
Barxxo 23.01.2014
4. kein Entkommen
Zitat von sysopRTLMenschen, Tiere, Emotionen: Nach den groben Streitigkeiten der ersten Tage zeigen die Camper nun die ganze Palette menschlicher Gefühle - von zaghaften Flirts bis zu nächtlichen Gevatter-Anfällen. http://www.spiegel.de/kultur/tv/dschungelcamp-tag-6-larissa-marolt-verzweifelt-und-verzeiht-a-945023.html
Man kann dem Müll- Fernsehen nicht entgehen. Selbst wenn man keinen Fernseher hat, muss man bei Spiegel Online fast täglich daran vorbei scrollen.
ernestoc 23.01.2014
5. Aufhören
mit der Berichterstattung zu diesem völlig sinnbefreiten Quatsch.
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