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DVD-Serienschätze Advent, Advent, der Fernseher brennt

5. Teil: Geister - So tödlich können Krankenhäuser sein

Krankenhaus-Soap, Horror, Mystery, Krimi - Lars von Triers Mini-Serie "Riget" streift all diese Genres und schafft doch ein ganz eigenes Format. Es gibt eine Szene in "Riget" (auch bekannt als "Hospital der Geister", "Kingdom" oder schlicht "Geister"), die zeigt, was die Serie so großartig macht: Der schwedische Chirurg Stig Helmer rennt nachts aufs Dach des Kopenhagener Reichskrankenhauses im verhassten Dänemark (sein neuer Arbeitsplatz) und brüllt in den Nachthimmel: "dänischer Abschaum". Helmer blickt durchs Fernglas nach Nordosten, nach Schweden, zur Heimat, zum schwedischen Atomkraftwerk Barsebäck und murmelt: "Mit Plutonium zwingen wir euch Dänen auf die Knie."

"Riget" hat viele dieser absurden und sehr komischen Momente und Figuren, unterhält mit Slapstick, Comedy, fesselt mit einem trotz aller Detailliebe für Figuren und Nebenhandlungen immer erkennbaren Plot und thematisiert nebenbei Aberglaube, Wissenschaft, Krankheit, Tod, Behinderung. Sogar Dämonen, Geister, Teufelsanbeter, Voodoo und Hypochonder kommen vor, ohne dass die Serie effekthascherisch oder beliebig wirkt.

All das passt so gut zusammen in diesem großen Experiment, dass man nie verwirrt aussteigt. Auch nicht, als im Reichkrankenhaus der Sohn eines Dämons zur Welt kommt (Udo Kier). Man könnte es sich einfach machen und "Riget" - wie die "New York Times" es tat - einfach als "dänische Antwort auf Twin Peaks" abstempeln. Das ist nicht ganz falsch, wird von Triers Werk aber überhaupt nicht gerecht, weil der Vergleich nur in einer Beziehung stimmt: "Riget" ist so einzigartig wie "Twin Peaks". Von Triers Sammelsurium an Themen, Figuren und Bildern funktioniert aber als Serie nur, weil er es genau so beleuchtet, gefilmt (Handkamera, körniges Filmmaterial, Sepiaton, technisch einfache Effekte wie Doppelbelichtung) und geschnitten hat. Dass der Däne auch ein ästhetisches Konzept umsetzt, merkt man daran, wie zeitlos die fast 15 Jahre alten Bilder noch heute wirken. Und man lacht lauter als bei "Twin Peaks". Konrad Lischka


"Geister", Arte Edition, Box mit 4 DVDs

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insgesamt 7 Beiträge
DJ Doena 07.12.2009
Von Sons of Anarchy hab ich die erste Folge gesehen und ich würd auch sagen, dass Ron Perlman (Hellboy) und Katey Sagal (Peggy Bundy, Leela) da eine großartige Leistung abliefern. Aber ich konnte mit der Szenerie an sich so gar [...]
Von Sons of Anarchy hab ich die erste Folge gesehen und ich würd auch sagen, dass Ron Perlman (Hellboy) und Katey Sagal (Peggy Bundy, Leela) da eine großartige Leistung abliefern. Aber ich konnte mit der Szenerie an sich so gar nichts anfangen, dass ich dann doch nicht weiter geguckt habe. Was ich an britischen Serien empfehlen kann, ist "Being Human": http://doena-journal.net/124/being-human
hatem1 07.12.2009
"Sons of Anarchy" ist eine absolut großartige Serie, ein würdiger Nachfolger von "The shield" in der Verbindung von latenter Gewalt und mitreißenden (Familien-)Konflikten.
"Sons of Anarchy" ist eine absolut großartige Serie, ein würdiger Nachfolger von "The shield" in der Verbindung von latenter Gewalt und mitreißenden (Familien-)Konflikten.
elwoody 07.12.2009
Und Lem hat auch einen Auftritt. Das Ende der 2. Staffel ist meiner Meinung nach allerdings zu unlogisch.
Zitat von hatem1"Sons of Anarchy" ist eine absolut großartige Serie, ein würdiger Nachfolger von "The shield" in der Verbindung von latenter Gewalt und mitreißenden (Familien-)Konflikten.
Und Lem hat auch einen Auftritt. Das Ende der 2. Staffel ist meiner Meinung nach allerdings zu unlogisch.
nmare 07.12.2009
Das kann ich nur unterstreichen. Being Human ist ganz großartiges Fernsehen. Allerdings passt es wohl eher nicht in die Reihe der "düsteren" und "deprimierenden" Serien, die der Autor aufzählen wollte. Die [...]
Zitat von DJ DoenaWas ich an britischen Serien empfehlen kann, ist "Being Human"
Das kann ich nur unterstreichen. Being Human ist ganz großartiges Fernsehen. Allerdings passt es wohl eher nicht in die Reihe der "düsteren" und "deprimierenden" Serien, die der Autor aufzählen wollte. Die entgültige Aussage von Being Human ist ja eher das absolute Gegenteil. Düster und deprimierend im britischen Fernsehen: "Spooks".
DJ Doena 07.12.2009
[QUOTE=DJ Doena;4676050]Was ich an britischen Serien empfehlen kann, ist "Being Human" Ich merk grad, dass mein Link nicht wirklich Aussagekräftig ist. Im Prinzip dreht sich die Serie um die Frage, was einen [...]
Zitat von nmareDie entgültige Aussage von Being Human ist ja eher das absolute Gegenteil.
[QUOTE=DJ Doena;4676050]Was ich an britischen Serien empfehlen kann, ist "Being Human" Ich merk grad, dass mein Link nicht wirklich Aussagekräftig ist. Im Prinzip dreht sich die Serie um die Frage, was einen Menschen/Menschlichkeit wirklich ausmacht und ob man ein Mensch sein muss, um menschlich zu sein. Die endgültige Aussage, ja, aber der Weg dorthin ist schon nicht der einfachste und zum Teil auch sehr düster.
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