Hamburg - Bei "Wetten, dass..?" am Samstag beschwerte sich Maria Furtwängler noch, dass im ZDF kein Filmausschnitt ihrer Sendung gezeigt werde, weil diese bei der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz von der ARD laufe. Doch vielleicht weckt das erst recht die Neugier bei den entscheidenden paar tausend Zuschauern, die den "Tatort"-Film "Wegwerfmädchen" zum bislang erfolgreichsten Krimi mit Ermittlerin Charlotte Lindholm machten, die Furtwängler immerhin schon seit 2002 spielt.
Bisher war ihr Debüt "Lastrumer Mischung" mit 10,20 Millionen Zuschauern der meistgesehene Lindholm-"Tatort" gewesen, doch bei "Wegwerfmädchen" schalteten am Sonntag sogar 10,67 Millionen Zuschauer ein, wie verschiedene Mediendienste übereinstimmend melden. 28,4 Prozent des Fernsehpublikums hatten damit ab 20.15 Uhr die ARD eingeschaltet. Der Fall über Rocker und Zwangsprostitution, der diverse Anspielungen auf reale Hannoveraner Milieus enthält, wird am kommenden Sonntag mit der Folge "Das goldene Band" fortgesetzt.
Was die Rekordquote für Maria Furtwängler noch erstaunlich macht, ist die Tatsache, dass RTL als Gegenprogramm einen - zumindest in früheren Zeiten - Quotengaranten setzte. Doch die "Tatort"-Folge lockte mehr als doppelt so viele Zuschauer an wie der Jahresrückblick mit Günther Jauch. Bei dessen Erinnerungen an Olympia, das Kreuzfahrtunglück der "Costa Concordia" und Höhepunkte in der Showbranche 2012 schalteten fünf Millionen Zuschauer ein, was einem Marktanteil von 16,7 Prozent entsprach.
Am Samstagabend hatten bei der dritten "Wetten, dass..?"-Show mit Moderator Markus Lanz erheblich weniger Zuschauer eingeschaltet als noch bei seinen ersten beiden Auftritten. Im Schnitt sahen 8,89 Millionen die ZDF-Sendung am Samstagabend, wie der Sender am Sonntag mitteilte. Das entsprach einem Marktanteil von 29,3 Prozent. Die Premiere von Lanz im Oktober hatten durchschnittlich 13,62 Millionen TV-Zuschauer gesehen, bei der zweiten Sendung schalteten 10,74 Millionen ein.
ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte vor Lanz' Einstand bei dem Unterhaltungs-Evergreen davon gesprochen, dass acht Millionen Zuschauer "sehr gut" wären. Bei seinem Vorgänger Thomas Gottschalk schauten allerdings in den Monaten vor dem Unfall von Samuel Koch in gleich vier Fällen weniger Leute zu - man könnte also sagen, dass "Wetten, dass..?" auf Normalniveau angekommen ist.
feb/dapd
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