Emmy-Verleihung "The Handmaid's Tale" und "Veep" als beste Serien ausgezeichnet

Die beste Drama-Serie ist "The Handmaid's Tale", die beste TV-Comedy "Veep" und keine Miniserie ist besser als "Big Little Lies": In Los Angeles sind die Emmys verliehen worden (ja, Sean Spicer war auch da).

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"The Handmaid's Tale" ist bei der Emmy-Verleihung in Los Angeles als beste Drama-Serie ausgezeichnet worden. Die Serie basiert auf einer Romanvorlage von Margaret Atwood, die Hauptrolle spielt Elisabeth Moss ("Mad Men", "Top of the Lake") - die 35-Jährige bekam bei der Preisverleihung in Los Angeles erstmals einen Emmy als beste Schauspielerin einer Drama-Serie.

Der Streamingdienst Hulu zeigt die Serie seit Ende April, für 2018 ist eine zweite Staffel angekündigt. "The Handmaid's Tale", übersetzt etwa: Der Report einer Magd, spielt in einer düsteren Zukunftswelt, in der fruchtbare Frauen als Gebärmaschinen missbraucht werden. In der Fernsehversion spielt Ann Dowd eine Nebenrolle, auch sie bekam einen Emmy.

Nicole Kidman wurde zur besten TV-Darstellerin in einer Drama-Miniserie gekürt. Sie spielt eine der Hauptrollen in "Big Little Lies" - der laut Emmy-Jury besten Miniserie dieses Jahres. Kidman übernimmt darin die Rolle einer nach außen hin perfekt wirkenden Ehefrau und Mutter, dabei ist sie Opfer von schwersten Misshandlungen ihres Mannes.

Kidman (2.v.l.) mit ihren "Big Little Lies"-Kolleginnen
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Kidman (2.v.l.) mit ihren "Big Little Lies"-Kolleginnen

Sie wolle die Auszeichnung mit ihrer Kollegin Reese Witherspoon teilen, die ebenfalls mitspielte und die HBO-Serie gemeinsam mit Kidman und einigen anderen auch produziert hat, sagte Kidman bei der Gala. "Ohne dich würde ich nicht hier stehen." Schauspielerin Laura Dern ist ebenfalls Teil der "Big Little Lies"-Crew und wurde mit einem Emmy als beste Nebendarstellerin einer Miniserie ausgezeichnet.

In der Kategorie beste Comedy gewann "Veep" - zum bereits dritten Mal in Folge. Julia Louis-Dreyfus spielt in der HBO-Serie eine US-Politikerin, die es von der Vizepräsidentin zur Präsidentin schafft (und das Amt dann wieder verliert). Louis-Dreyfus bekam in Los Angeles auch den Emmy als beste Comedy-Darstellerin. Erst kürzlich wurde bekannt, dass die kommende "Veep"-Staffel die letzte sein wird.

Mehrfach ausgezeichnet wurde die Satire-Show "Saturday Night Live" (SNL). Sie wurde als beste Sketch-Serie geehrt. Zudem gewann Kate McKinnon in der Kategorie beste Comedy-Nebendarstellerin - sie parodiert in der Show unter anderem Hillary Clinton. In dieser Staffel Teil des SNL-Teams zu sein, "war das Bedeutendste, was ich je machen werde, wahrscheinlich sollte ich jetzt einfach aufhören", sagte McKinnon während ihrer Rede.

Alec Baldwin, der für SNL regelmäßig US-Präsident Donald Trump parodiert, bekam einen Emmy als bester Comedy-Nebendarsteller. "Ich schätze, ich sollte sagen: Mr. Präsident, hier ist endlich ihr Emmy." Trump war in der Vergangenheit mehrfach für seine TV-Show "Celebrity Apprentice" nominiert gewesen, hatte aber nie gewonnen und sich darüber häufig öffentlich beschwert.

Apropos Trump: Einen Überraschungsauftritt legte dessen ehemaliger Pressesprecher Sean Spicer hin. Er kam während der Eröffnung der Preisverleihung mit einem fahrbaren Sprech-Pult auf die Bühne - ein solches hatte Schauspielerin Melissa McCarthy bei SNL benutzt, wenn sie in die Rolle Spicers schlüpfte.

"Das wird das größte Publikum sein, das die Emmys je hatten. Punkt", sagte Spicer - eine Anspielung auf seine viel kritisierte - und falsche - Aussage, bei der Amtseinführung Trumps habe es einen Zuschauerrekord gegeben. Emmy-Moderator Stephen Colbert fragte an die Jury gewandt, warum sie Trump nie einen der Fernsehpreise verliehen habe. "Ich wette, wenn er einen Emmy gewonnen hätte, wäre er nicht als Präsidentschaftskandidat angetreten."

Über die Sieger in den verschiedenen Kategorien haben die rund 22.000 Mitglieder der Academy for Television Arts & Sciences entschieden.


Die Preisträger der wichtigsten Kategorien im Überblick:

  • Beste Drama-Serie: "The Handmaid's Tale"
  • Beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie: Elisabeth Moss ("The Handmaid's Tale")
  • Bester Hauptdarsteller in einer Drama-Serie: Sterling K. Brown ("This Is Us")
  • Bester Nebendarsteller in einer Drama-Serie: John Lithgow ("The Crown")
  • Beste Nebendarstellerin in einer Drama-Serie: Ann Dowd ("The Handmaid's Tale")
  • Beste Comedy-Serie: "Veep"
  • Beste Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie: Julia Louis-Dreyfus ("Veep")
  • Bester Hauptdarsteller in einer Comedy-Serie: Donald Glover ("Atlanta")
  • Bester Nebendarsteller in einer Comedy-Serie: Alec Baldwin ("Saturday Night Live")
  • Beste Nebendarstellerin in einer Comedy-Serie: Kate McKinnon ("Saturday Night Live")
  • Beste Mini-Serie: "Big Little Lies"
  • Bester Hauptdarsteller in einer Mini-Serie: Riz Ahmed ("The Night Of")
  • Beste Hauptdarstellerin in einer Mini-Serie: Nicole Kidman ("Big Little Lies")
  • Beste Nebendarstellerin in einer Mini-Serie oder einem TV-Film: Laura Dern ("Big Little Lies")
  • Bester Nebendarsteller in einer Mini-Serie oder einem Film: Alexander Skarsgard ("Big Little Lies")

aar/dpa/AP



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
mbruehl 18.09.2017
1. Lara Dern?
Ich bin mir sehr sicher das die Laura Dern heißt? - - - - Vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Fehler korrigiert. K. Bonte/Redaktion
Papazaca 18.09.2017
2. Spicer's Begnadigung durch Hollywood. Ziemlich lustig!
Schön, wenn es ein auch mal ein "happy end" gibt, wie jetzt mit Spicer's Auftritt bei den Emmys. Klar, die Comedians wie Baldwin und Mc Carthy nehmen sich nicht zu ernst, da billigen sie das gleiche Sean Spicer zu. Aber es gibt einen kleinen Unterschied: Er meinte das alles ernst, was er da als Trump's Sprachrohr von sich gab. Jetzt konnte er über alles lachen, wurde begnadigt und wieder in die Medienwelt aufgenommen. Wenn sich so das Problem Trump lösen würde ..... Leider Ist es komplizierter und weniger lustig. Manchmal macht Amerika Spass. Das ist im Moment aber eher die Ausnahme!
dangernoodle 18.09.2017
3. "etwa: der Report einer Magd"?!
Das Buch von Margaret Atwood gehört zur Weltliteratur und hat seit Jahrzehnten eine deutsche Übersetzung, was soll das mit der "etwa"-Übersetzung (und dann auch noch falsch)? Das Buch heißt in Deutschland "Der Report der Magd"!
.freedom. 18.09.2017
4. Wie schön, dass es Serien gibt. ...
Vorallem die amerikanischen sind einfach toll. Ohne diese Serien wollte ich nicht mehr leben.
niska 18.09.2017
5.
Wenn jetzt mal alle Rechtschreibkorrekturen und Übersetzungsmalaisen eingeheilt wurden, würde mich interessieren, wann man denn legal in D mit "The Handmaid's Tale" rechnen kann? Man hört immer nur Positives zur Serie, nur Hulu ist ja irgendwie nicht so der gut organisierte global Player. Warum verkauft man nicht die Rechte an z.B. Amazon oder Netflix für die Länder, in denen man eh nicht präsent ist?
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