Ex-"Monitor"-Moderatorin Sonia Mikich wird WDR-Chefredakteurin

Die Nachfolge von Jörg Schönenborn ist geklärt. Die ehemalige "Monitor"-Moderatorin Sonia Mikich wird den Posten der WDR-Chefredakteurin übernehmen. Sie soll helfen, den Sender in das "crossmediale Zeitalter" zu führen.

ARD-Journalistin Sonia Mikich: Seit Jahrzehnten präsent
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ARD-Journalistin Sonia Mikich: Seit Jahrzehnten präsent


Hamburg/Köln - "Mutig, kritisch, investigativ" - mit den Attributen beschreibt WDR-Intendant Tom Buhrow seine neue Chefredakteurin Sonia Mikich. Die 62-Jährige soll den Posten von Jörg Schönenborn ab Mai übernehmen, teilte der Sender am Mittwoch mit. "Sonia Mikich steht für Aufbruch und Veränderung", teilte Schönenborn mit. Sie werde den Weg des WDR "in das crossmediale Zeitalter mitgestalten". Er selbst gibt das Amt auf, und übernimmt den Posten des Fernsehdirektors.

Die Fernsehjournalistin Mikich ist schon seit Jahrzehnten im Programm der ARD präsent. In den neunziger Jahren berichtete sie als Korrespondentin aus Moskau und Paris. 2002 übernahm sie als Nachfolgerin von Klaus Bednarz die Redaktionsleitung von "Monitor" und moderierte das Magazin zudem mehr als zehn Jahre lang. Ab 2011 war sie Chefin der Programmgruppe "Inland Fernsehen".

2012 erschien Mikichs Buch "Enteignet", in dem sie die Ökonomisierung des Gesundheitswesens anprangert. Im Zusammenhang damit kritisierte die Journalistin auch die Arztserien ihres eigenen Senders. "Ich verüble meiner ARD tatsächlich sehr, dass sie diesen süß parfümierten Hirnschiss mitmacht", sagte Mikich in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. In dem Buch verarbeitete sie auch einen eigenen - traumatischen - Krankenhausaufenthalt.

Intendant Buhrow hatte angekündigt, dass der WDR "crossmedialer" werden müsse, um auf die veränderten Gewohnheiten seiner Nutzer zu reagieren. Schritt für Schritt sollen Redaktionen zu größeren Einheiten zusammengelegt werden. Der WDR ist mit mehr als 4000 festen Mitarbeitern und einem Etat von über einer Milliarde Euro die größte ARD-Anstalt.

vks/dpa

insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
namenfrei 22.01.2014
1. Toll!
Zitat von sysopARDDie Nachfolge von Jörg Schöneborn ist geklärt. Die ehemalige "Monitor"-Moderatorin Sonia Mikich wird den Posten der WDR-Chefredakteurin übernehmen. Sie soll helfen, den Sender in das "crossmediale Zeitalter" zu führen. http://www.spiegel.de/kultur/tv/ex-monitor-moderatorin-sonia-mikich-wird-wdr-chefredakteurin-a-944978.html
Eine tolle, erfreuliche Entscheidung. Die Frau ist spitze!
gemib 22.01.2014
2. crossmedial-?
Frau Mikich war mal die Stimme von 'Monitor', eine engagierte linke Journalistin, immer vehement präsent - jedoch nunmehr 60. denke, crossmedial sieht anders aus so wie Zamparoni in der USA wüste
Jan Itor 22.01.2014
3. Nicht gut für den Zuschauer
Zitat von sysopARDDie Nachfolge von Jörg Schöneborn ist geklärt. Die ehemalige "Monitor"-Moderatorin Sonia Mikich wird den Posten der WDR-Chefredakteurin übernehmen. Sie soll helfen, den Sender in das "crossmediale Zeitalter" zu führen. http://www.spiegel.de/kultur/tv/ex-monitor-moderatorin-sonia-mikich-wird-wdr-chefredakteurin-a-944978.html
Eine weitere zentrale Personalie, die mit einer Journalistin besetzt wird, die das Recht für sich in Anspruch nimmt ihre Meinung durch emotional manipulierende und moralinsaure Berichterstattung in den Köpfen des Zuschauers zu verankern. Das passt perfekt in das öffentlich-rechtliche Selbstbild. Journalistischer Ethos bleibt dabei auf der Strecke.
bssh 22.01.2014
4. Gratulation
Eine der wenigen guten und kritischen Journalistinnen. Als "links" würde ich sie nicht bezeichnen, es sei denn kritisch bedeutet heute schon links, was schlimm wäre. Mal sehen, ob sie einen positiven Einfluss auf den Sender haben wird.
umuc 23.01.2014
5. Na viel Spaß...
mit der ach so investigativen, gutmenschlichen Journalistin. Ihre Monitorsendungen sind durch die Bank oberlehrerhaft und triefen vor linkspopulistischen Plattitüden. Klar, dass so jemand in diesem Bundesland was wird!
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