Fall Dieter Wedel Saarländischer Rundfunk gesteht Fehler ein

Bei Dreharbeiten im Jahr 1980 soll Dieter Wedel bei mehreren Frauen sexuell übergriffig gewesen sein. Nach internen Untersuchungen räumt der Saarländische Rundfunk ein, Verantwortliche hätten nicht angemessen reagiert.

Dieter Wedel
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"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Funktionsträger ihrer besonderen Verantwortung nicht gerecht geworden sind", teilte der Saarländische Rundfunk (SR)mit. Damit reagierte der Sender auf Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen den Regisseur Dieter Wedel, die im Zusammenhang mit einer TV-Produktion des Hauses im Jahr 1980 stattgefunden haben sollen.

Der SR hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Januar eine Arbeitsgruppe eingesetzt, deren vorläufiger Abschlussbericht nun vorliegt. SR-Intendant Thomas Kleist sagte zu den Ergebnissen: "Es war hart erfahren zu müssen, wie die damaligen Ereignisse als 'Privatsache' behandelt worden sind und wie wenig nachhaltig den Betroffenen geholfen und Beistand geleistet wurde."

Mehrere Schauspielerinnen hatten Wedel in der Wochenzeitung "Die Zeit" und im "Zeit-Magazin" sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der Regisseur wies das zurück. Es geht unter anderem um Vorfälle bei Dreharbeiten zur SR-Vorabendserie "Bretter, die die Welt bedeuten". Die für die Serie engagierte Schauspielerin Esther Gemsch schilderte einen mutmaßlichen Vergewaltigungsversuch, bei dem Wedel sie 1980 gewürgt haben soll. Sie habe Verletzungen erlitten und deshalb die Rolle nicht weiterspielen können.

SR-Verantwortliche trafen mutmaßliche Opfer

Ihre Vorwürfe wurden damals in einem internen SR-Bericht festgehalten. Der "Zeit" zufolge wies Wedels damaliger Anwalt die Vorwürfe zurück. Nach dem Ausstieg von Gemsch gingen die Dreharbeiten mit Schauspielerin Ute Christensen weiter, die nach eigener Aussage von Wedel sexuell belästigt, schikaniert und gedemütigt worden sei.

Im Dezember 1980 hätten die Geschäftsführung der Produktionsfirma Telefilm Saar und mindestens auch der Fernsehprogrammdirektor von den Vorwürfen gewusst, berichtete der SR. In der Folge sei aber nicht konsequent gehandelt worden. Spätestens im Herbst 1981 hätten auch der Intendant und die übrige SR-Geschäftsführung von den mutmaßlichen Vorfällen erfahren. SR-Verantwortliche hätten mittlerweile die beiden Schauspielerinnen getroffen und die Geschehnisse bedauert.

Bei der Aufarbeitung im SR sei es auch um die Frage gegangen, wie Machtmissbrauch oder Diskriminierung vorgebeugt werden könne. Künftig soll das Thema bei Schulungen für Führungskräfte eine wichtige Rolle spielen.

Die Fehlereingeständnisse anderer Sender und Produktionsfirmen waren zurückhaltender ausgefallen. Ende März hatte die Firma Bavaria-Film mitgeteilt, dass sie keine Belege für mögliche sexuelle Übergriffe von Wedel gefunden hat. Zuvor war auch das ZDF zu dem Schluss gekommen, dass nach Sichtung von Unterlagen und Gesprächen mit Mitarbeitern keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe gefunden worden seien.

cbu/dpa

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