"Germany's Next Topmodel" Femen-Frauen stehlen Heidi Klum die Final-Show

"Heidis Horror Picture Show": Mit dieser Botschaft stürmten Femen-Aktivistinnen das Finale der Top-Model-Show. Sie eroberten für einen kurzen Moment den Laufsteg und einmal mehr die ganz große Bühne für ihren Auftritt. Gewonnen hat übrigens Lovelyn aus Hamburg.

DPA

Mannheim - Die achte Staffel "Germany's Next Topmodel" verlief turbulent: Daran waren diesmal aber keine Läuse, Shootings mit halbnackten Männern, Zickereien oder Tränen schuld. Zwei Aktivistinnen der Femen-Bewegung kaperten die Show in der SAP-Arena in Mannheim: Sie drängten sich mit entblößten Oberkörpern auf den Laufsteg. Ihre Botschaft hatten sie in dicken schwarzen Lettern auf die Haut geschrieben: "Heidis Horror Picture Show".

Nur Sekundenbruchteile sind sie zu sehen, die Security schreitet ein, trägt sie von der Bühne und ProSieben schaltet schnell auf eine andere Kamera - die Show musste weitergehen. Heidi sagte etwas perplex: "Ich habe gerade Busen vor mir gesehen" - und ganz traurig hinterher: "Ausgerechnet in diesem Moment." Gerade flog nämlich Luise aus der Show.

Es war nicht der erste Auftritt, bei dem sich die Femen-Aktivistinnen eine große Bühne für ihren Auftritt suchten: Im April verließen Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin gerade den Volkswagen-Stand auf der Hannover-Messe, als sich drei Femen-Aktivistinnen zu ihnen durch drängten - "Verpiss dich Putin" und "fuck dictator" auf die Brust geschrieben. Merkel zuckte zusammen, Putin schien amüsiert und erklärte später gelassen: "Ohne eine solche Aktion würde man weniger über eine solche Messe sprechen als mit einer solchen Aktion. Ich sehe darin nichts Schreckliches."

Auch im Februar, auf der Berlinale, gelang den Aktivistinnen ein solcher Coup: Sie standen erst wie Fans am roten Teppich - und dann plötzlich oben ohne. Vier Frauen skandierten "Frau ist keine Ware", und protestierten gegen "Sextremismus", bis sie von den Sicherheitsleuten abgeführt wurden.

Lovelyn gab nach der Show jedenfalls die strahlende Gewinnerin: "Ich habe so lange auf diesen Moment hingearbeitet", sagte sie kurz vor der Verkündung der frohen Botschaft. "Ich habe immer gestrahlt. Von A-Z habe ich alles mitgemacht mit meinen 16 Jahren." Sie wolle sich einen Namen machen und ihre Karriere auch nach der Sendung fortsetzen. "Nicht umsonst hat Heidi mich Baby-Beyoncé getauft."

Zweite wurde die drei Jahre ältere, rothaarige Maike aus Köln. "Ich habe ein Aussehen", sagte sie. "Ich habe einen echt starken Charakter, ich bin fotogen." Am Ende nützte das aber alles nichts. Sie musste sich mit Platz zwei zufriedengeben.

Vier Model-Anwärterinnen standen im Finale der ProSieben-Show. Als erste musste die Älteste im Bunde, die 21-jährige Sabrina, den Traum vom Titel begraben. Drittplatzierte wurde die 18 Jahre alte Luise aus Rostock, die in der Woche vor dem Finale als Favoritin gehandelt wurde.

mia/dpa



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