Große Charakterdarstellerin: Rosemarie Fendel ist tot

Rosemarie Fendel: Zu Hause in Drama und Komödie Fotos
dapd

Altersmüdigkeit war ihr unbekannt: Bis zuletzt spielte Rosemarie Fendel große Charakterrollen - etwa in Margarethe von Trottas "Die Schwester". Auch mit ihrer Tochter Suzanne von Borsody stand sie gemeinsam vor der Kamera. Jetzt ist sie im Alter von 85 Jahren gestorben.

Hamburg/München/Frankfurt - Ihren letzten größeren Auftritt hatte sie in der ZDF-Produktion "Das Adlon", einem Dreiteiler, der die Entwicklung des Berliner Traditionshotels nachzeichnet. Rosemarie Fendel spielte darin eine Hotelierstochter, die im hohen Alter nach Berlin zurückkommt. Aus dem Off kommentiert die Schauspielerin, die aufgrund ihrer eleganten Stimme in den letzten Jahren auch beliebte Hörspielsprecherin war, die Geschichte des Adlon über das letzte Jahrhundert.

Eine angemessene Rolle für Fendel, die selbst mehr als 50 Jahre lang die deutsche Bühnen- und Filmkunst geprägt hat. Ihr Schauspieldebüt gab Fendel 1946 an den Kammerspielen in München. Nach einem Engagement in Tübingen holte Gustaf Gründgens sie nach Düsseldorf ans Schauspielhaus. Es folgten Auftritte in Darmstadt, München und Frankfurt am Main.

Später arbeitete sie als Synchronsprecherin, unter anderem war sie die deutsche Stimme von Elizabeth Taylor, Jeanne Moreau und Annie Girardot.

Unverwüstlicher Charme

In den sechziger und siebziger Jahren wurde die in Metternich bei Koblenz geborene Fendel eine wichtige Darstellerin für Film und Fernsehen. Unter anderem war sie in "Trotta" (1972), "Achsensprung" (1977) und "Tod in der Waschstraße" (1982) zu sehen. Sie beherrschte sowohl das ernste Fach als auch das komödiantische. Sie hatte Auftritte in "Ödipussi" (1988) und "Schtonk" (1992).

Bis 1962 war Fendel mit dem Regisseur Hans von Borsody, 83, verheiratet - aus dieser Ehe ging ihre Tochter Suzanne von Borsody, 55, hervor, die ebenfalls als Schauspielerin tätig ist. Rund sechs Jahre lang hatte Fendel nach der Geburt ihres Kindes ihre Arbeit unterbrochen. Mutter und Tochter spielten auch gemeinsam, etwa in dem ARD-Film "Mensch Mutter" 2003.

Trotz ihres hohen Alters stand die Charakterdarstellerin in den letzten Jahren regelmäßig für Hauptrollen vor der Kamera. Mit unverwüstlichem Charme und ungebrochener Darstellungslust prägte sie Filme wie "Max Minsky und ich", "Späte Aussicht", Margarethe von Trottas "Die Schwester" und den Sat.1-Spionagethriller "Am Ende die Hoffnung".

Wie ihr Management bestätigte, verstarb Rosemarie Fendel am Mittwoch nach kurzer schwerer Krankheit in ihrem Haus in Frankfurt. Sie wurde 85 Jahre alt.

cbu/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Rollen im Hörfunk
m.g.-b. 14.03.2013
R. Fendel hat auch in Hörspielen bei Radio Bremen mitgewirkt. Ebenso an anderen Sendern.
2. Stimme
tesoro1958 14.03.2013
Diese unverwechselbare, scheinbar atemlose Stimme wird fehlen.
3. Bekannt
Wilhelm Klaus 14.03.2013
Zitat von sysopAltersmüdigkeit war ihr unbekannt: Noch in den letzten Jahren spielte Rosemarie Fendel große Charakterrollen - etwa in Margarethe von Trottas "Die Schwester". Auch mit ihrer Tochter Suzanne von Borsody stand sie gemeinsam vor der Kamera. Jetzt ist sie im Alter von 85 Jahren gestorben. Filmstar Rosemarie Fendel ("Schtonk") ist tot - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/filmstar-rosemarie-fendel-schtonk-ist-tot-a-888890.html)
Seltsam, bekannt war sie wohl nur einem kleinen Kreis? Mir hingegen ist die Dame völlig unbekannt.
4.
h.hass 14.03.2013
Zitat von Wilhelm KlausSeltsam, bekannt war sie wohl nur einem kleinen Kreis? Mir hingegen ist die Dame völlig unbekannt.
Rosemarie fendel war über Jahrzehnte hinweg eine der führenden deutschen Charakterdarstellerinnen (und Synchronsprecherinnen) und keineswegs nur einem "kleinen Kreis" bekannt.
5.
frautina 14.03.2013
Tolle Schauspielerin, tolle Frau. Traurig, dass sie gegangen ist.
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