14 Jahre alte Kultserie Netflix zahlt 100 Millionen Dollar für ein Jahr "Friends"

Netflix ist bekannt für seine tiefen Taschen, wenn es um die Finanzierung neuer Inhalte geht. Nun hat der Konzern einen hohen Betrag für eine Serie ausgegeben, deren letzte Folge im Jahr 2004 lief.

US-Serie "Friends"
ddp images/ interTOPICS/ Warner/ mptv

US-Serie "Friends"


100 Millionen Dollar kommen in der Showbranche schnell zusammen. Das Budget für die bisherigen zwei Staffeln der Netflix-Serie "The Crown" soll sogar deutlich darüber liegen. Nun aber hat das Streamingportal 100 Millionen Dollar für die Ausstrahlungslizenz einer Serie gezahlt, die vor 14 Jahren endete: "Friends".

Die Saga um Rachel, Joey, Chandler und Ross hat noch immer viele Fans, und die gerieten gestern in Panik, als im Netz die Nachricht die Runde machte, ab dem 1. Januar 2019 strahle Netflix "Friends" nicht weiter aus. Reihenweise kündigten Fans in sozialen Medien an, dann auch ihr Netflix-Abo zu kündigten.

Der Konzern beeilte sich, die Gerüchte zu zerstreuen: "'FRIENDS' WIRD NETFLIX 2019 NICHT VERLASSEN", schrieb der Streamingdienst auf Instagram - mit einem Bild aus einer Episode der siebten Staffel, in der Ross (David Schwimmer) im Gürteltierkostüm erscheint, weil alle Weihnachtsmannkostüme ausverkauft sind.

Kunden zu halten ist Netflix viel Geld wert - schließlich lebt der Konzern von seinen Abonnenten. Die Summe von 100 Millionen Dollar für "Friends" fand die "New York Times" heraus. Die Angabe stammt von zwei in den Deal involvierten Personen, die anonym bleiben wollten. In den Jahren zuvor hatte Netflix dem Rechteinhaber Warner Media nur 30 Millionen Dollar für ein Jahr gezahlt.

Die extreme Preissteigerung ist Ausdruck des zunehmenden Konkurrenzkampfes im Streamingmarkt. Denn Warner Media gehört seit Juni zum Konzern AT&T, der für Ende 2019 selbst eine Streamingplattform plant - wo "Friends" selbstverständlich laufen soll. Gut möglich also, das Fans in einem Jahr einen neuen Anbieter für ihre Lieblingsserie brauchen.

Deutsche "Friends"-Freunde müssen ohnehin noch stark sein: Wie stern.de berichtet, bezieht sich der Deal nur auf die USA. Wie es in Deutschland weitergeht, ist noch nicht klar.

kae



insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
martinm70 05.12.2018
1. Erscheint auf den ersten Blick übertrieben
aber möglicherweise unterschätzt man den Anteil der 13-20 jährigen Teenager die jetzt gerade erst zu Netflix kommen, für die ist die Serie quasi wieder neu. Zumal die vermutlich eh keine DVDs, Blu Rays kaufen Und nach wie vor ist sie eigentlich immer noch besser als 90% aller aktuellen Serien.
martin58 05.12.2018
2. Billiges Imitat des Lebens
Anstatt zu leben hat da eine Generation von Amerikanern im Fernsehen gesehen wie schoen es ist Freunde zu haben, mit 1/3 Werbung natuerlich und viel Lachen vom Tonband. Vor zwanzig Jahren hat es die Menschen aus einer tristen Welt heraushypnotisiert und zur Untaetigkeit auf der Couch verdammt. Aber jetzt 100 million?
Korken 05.12.2018
3. Netflix strahlt nichts aus
Es ist leider immer wieder zu beobachten, dass man bezüglich der Verbreitung einer Sendung gerne auf die Vokabel "ausstrahlen" zurückgreift. Doch ist dies nur für tatsächliche lineare Programme richtig. Netflix stellt stattdessen Inhalte bereit. Ausstrahlung suggeriert, man müsse zu einer bestimmten Zeit einschalten, da dann Netflix die Serie linear ausstrahle. Auch die Programmverbreitung ist mit dieser Verwechslung oftmals betroffen. Hier würde ausstrahlen für die Verbreitung via Funk, also terrestrische Antenne oder Sat zutreffen, ins Kabelnetz wird eingespeist und im Internet bereitgestellt. Und bezgl. des Preises: Davon geht eine nicht unerhebliche Summe an die Hauptdarsteller. Die Verträge wurden von WB einst bestätigt, dass sie auch an der Syndication teilhaben: Jeder der sechs Hauptdarsteller bekommt zwei Prozent der Einnahmen, die Warner Bros. mit Friends jedes Jahr hat, was sich bis heute auf mittlere zweistellige Millionenbeträge addiert.
weitWeg 05.12.2018
4.
Zitat von martin58Anstatt zu leben hat da eine Generation von Amerikanern im Fernsehen gesehen wie schoen es ist Freunde zu haben, mit 1/3 Werbung natuerlich und viel Lachen vom Tonband. Vor zwanzig Jahren hat es die Menschen aus einer tristen Welt heraushypnotisiert und zur Untaetigkeit auf der Couch verdammt. Aber jetzt 100 million?
Ich vermute sie haben noch nie einen Film auf Netflix gesehen. Da gibt es keine Werbung.
holgrio 05.12.2018
5. zeitlos
Zitat von martinm70aber möglicherweise unterschätzt man den Anteil der 13-20 jährigen Teenager die jetzt gerade erst zu Netflix kommen, für die ist die Serie quasi wieder neu. Zumal die vermutlich eh keine DVDs, Blu Rays kaufen Und nach wie vor ist sie eigentlich immer noch besser als 90% aller aktuellen Serien.
Absolut korrekt - meine beiden Mädels im Haus (14 und 16) haben die komplette Serie innerhalb durchgesuchtet und fühlten sich weit mehr unterhalten als mit manch aktuellen Produktionen. Im SitCom-Bereich kommt ohnehin nichts an FRIENDS heran, vielleicht noch Big Bang. Aber sonst?
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