18,4 Millionen Zuschauer pro Folge "Game of Thrones" ist erfolgreichste HBO-Serie

Zu viel Blut, zu viel Sex, zu viel Gewalt: Die Debatte über "Game of Thrones" hat der Serie nicht geschadet. Mit 18,4 Millionen Zuschauern pro Folge ist sie jetzt die erfolgreichste Serie des US-Bezahlsenders HBO. Und stößt damit "Die Sopranos" vom Thron.

HBO/ Sky

Hamburg - Die Serie "Game of Thrones" hat einen zwölf Jahre alten Rekord von HBO gebrochen: In der aktuellen vierten Staffel sehen durchschnittlich 18,4 Millionen Zuschauer die einzelnen Folgen, wie der US-Bezahlsender nun bekannt gab. Das Fantasy-Spektakel sei damit "die erfolgreichste Serie in der Geschichte von HBO", heißt es auf dem offiziellen Twitter-Account.

Bisheriger Rekordhalter war die Mafia-Serie "Die Sopranos": Bei der vierten Staffel im Jahr 2002 schalteten durchschnittlich 18,2 Millionen Zuschauer pro Folge ein. Auf HBO waren und sind einige der erfolgreichsten Qualitätsserien zu sehen, darunter "True Detective", "True Blood", "Boardwalk Empire", "Girls" oder "Sex and the City". In Deutschland ist der Dienst nicht zu empfangen, allerdings zeigt der Sender Sky Atlantic einiges aus dem Programm. So auch "Game of Thrones".

In Nordamerika läuft derzeit die vierte Staffel der Serie, sie war sehnlichst erwartet worden: Zum Start Anfang April brach der Streamingdienst HBO Go unter dem Ansturm der Fans zusammen. Das Finale soll am 15. Juni ausgestrahlt werden, zwei weitere Staffeln sind aber bereits bestellt. Bei den 18,4 Millionen Zuschauern pro Episode wurden auch diejenigen hinzugezählt, die sich eine Wiederholung der Folge ansahen, sie gestreamt oder in der Online-Videothek heruntergeladen hatten.

Zombies besiegen Fantasy

"Game of Thrones" wird seit 2011 ausgestrahlt, die Serie basiert auf den Büchern von George R.R. Martin. Über die aktuelle Staffel wurde zuletzt heftig diskutiert: Es gab noch mehr Gewaltszenen als üblich, hinzu kamen eine Vergewaltigung unter Geschwistern und sehr viel Blut. "Könnten wir nicht wenigstens eine Woche ohne Vergewaltigungen haben", fragte beispielsweise das feministische Blog "Jezebel".

Noch bessere Zuschauerzahlen konnte allerdings die Konkurrenz von AMC vermelden. Als Reaktion auf die HBO-Veröffentlichung meldete der TV-Sender einen neuen Zuschauerrekord für seine Zombie-Serie "The Walking Dead", wie unter anderem "The Hollywood Reporter" berichtet: Demnach schalten etwa 28 Millionen Zuschauer pro Folge ein.

aar/Reuters

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 92 Beiträge
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Seite 1
chavezding 06.06.2014
1. Was bleibt zu sagen...
Absolut verdient. Auch wenn ich die aktuelle Folge erst einen Tag später auf SkGo gucken kann, die Serie ist jede Minute wert.
neromancer 06.06.2014
2. Warum war Sopranos so erfolgreich?
Ich mag Sopranos, hat einen ganz eigenen Stil, alles meist furchtbar unaufgeregt und langwierig. Im nachhinein ist es mir irgendwie unerklärlich wie eine solche Serie überhaupt so erfolgreich werden konnte. Ok, Mafia ist seither ein gutes und gern gesehenes Thema und die schauspielerische Leistung ist auch gut, mit natürlich starkem Fokus auf Tony. Und es entmysthifiziert ein wenig den Mafia-Clanglaube, der so gern in den Zuschauerköpfen rumgeistert. Nichtdestotrotz glaube ich, dass Sopranos keine Chance heute mehr hätte. Wenn ich mir ansehe, wie schnelllebig heute eine Staffel ist, dann hätte Sopranos schon arge Schwierigkeiten. Das hat man ja bei Enterprise Mitte der 00er gesehen, dass einfach das Serienkonzept auch auch die Anzahl der Folgen (damals noch gern 24 pro Staffel) nicht mehr zeitgemäß war. Aber darüber kann man sich letztlich nur freuen. Noch nie war die Anzahl qualitativ hochwertiger Serien so hoch wie heute. Man stelle sich nur mal vor, ein Akte X wäre so gemacht gewesen. Statt unendlich langer 9 Staffeln, komprimiert auf 4 Staffeln und all die langweiligen Lückenbüßer raus. Auf ein solches Star Trek würde ich mich ja freuen. Heißt: Sopranos von damals - da ist mehr Nostalgie mit drin. Heute hätte die Serie keine Chance. Aber Nostalgie ist ja auch gut!
Novason 06.06.2014
3.
Es wäre interessant wieviele Zuschauer die Serie tatsächlich innerhalb der ersten 2 Tage hat. Da kommen ja noch einige dazu die sie am nächsten Tag über Sky ansehen. Oder einfach im Internet "besorgen". Bei solchen Serien würde es sich für die Sender auch rentieren, wenn sie die Folgen einzeln oder im Paket anbieten würden. Unabhängig davon ob man den Dienst aboniert hat
schlawa 06.06.2014
4. optional
Die Gewalt wird bleiben, es geht nunmal um einen langwierigen Bürgerkrieg der teilweise sogar noch mit Magie ausgefochten wird. Aber der Anteil der Sex-Szenen ist schon in der 4. Staffel stark rückläufig und bis zum 10. Buch wird es meiner Erinnerung nach auch nie wieder so schlüpfrig wie am Anfang :)
karlbe 06.06.2014
5. GoT macht süchtig
... und belegt die schon nicht mehr ganz neue These, dass gut gemachte Serien einen höheren Unterhaltungswert haben als die Hollywood-Blockbuster, die bislang immer als die Krönung des Filmschaffens galt. Der Erfolg von GoT ist, so glaube ich, einerseits der Tatsache geschuldet, dass jeder Zuschauer eine Figur findet, mit der er sich identifizieren kann, zum andern liegt der Erfog sicher auch daran, dass GoT immer wieder überrascht und beeindruckt, sowohl vom Handlungsverlauf, als auch mit den opulenten Bildern. Zudem ist die Serie einfach hervorragend besetzt und bis in die Details liebevoll - oder im konkreten Fall wohl besser: aufwendig - in Szene gesetzt. Ich glaube überdies, dass man als Zuschauer den Figuren besonders nahe kommt, wenn man sie auch in erotischen und gewalttätigen Szenen sieht. Diese besondere Nähe zur Hauptfigur wurde bei der ja ebenfalls sehr erfolgreichen Serie "Dexter" durch den Sprecher aus dem Off erreicht, der Dexters Gedankengänge erläuterte.
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