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"Magnum", "Ein Colt für alle Fälle": Serienschöpfer Glen A. Larson ist tot

Zum Tode Glen A. Larsons: Abenteuer und Sprüche in Serie Fotos
AP/ Rocco Ceselin

Er erfand einige der größten TV-Serienhits: "Quincy", "Magnum", "Ein Colt für alle Fälle" oder "Knight Rider" prägten das Fernsehen der Achtziger. Auf den Weg brachte sie der Autor und Produzent Glen A. Larson. Nun ist er mit 77 Jahren gestorben.

Manchmal zeigt allein die Masse schon den Einfluss: 513 Stunden Fernsehen, hat der "Hollywood Reporter" errechnet, gehen alleine auf das Konto der vier erfolgreichsten Fernsehserien, an deren Entstehung Glen A. Larson beteiligt war. Bewundernd twitterte David Hasselhoff, Hauptdarsteller in einer davon, dass zeitweise sieben Serien von Larson gleichzeitig im Fernsehen liefen.

Kein Wunder also, dass so ziemlich alle, die heute um die 40 sind, bleibende Jugenderinnerungen an diese Serien haben, an "Quincy" oder "Magnum", an "Ein Colt für alle Fälle" oder "Knight Rider". Sie begründeten den Ruhm von Glen A. Larson als prägenden Executive Producer des US-Fernsehens der Achtzigerjahre.

Ursprünglich kam Larson, der 1937 in Long Beach als Sohn schwedischer Einwanderer geboren wurde, von der Musik: Noch als Teenager trat er der Gesangsgruppe The Four Preps bei, die in den späten Fünfziger- und frühen Sechzigerjahren mehrere Hits hatte, darunter das auch in Deutschland erfolgreiche "26 Miles (Santa Catalina)".

Als frischgebackener Familienvater war Larson Mitte der Sechziger das Tourleben leid und wechselte ins Fernsehfach. Für die Erfolgsserie "Auf der Flucht" schrieb er ein Drehbuch; bei "Ihr Auftritt, Al Mundy", mit Robert Wagner als Agent, stieg er zum Produzenten auf.

Zu den ersten Serien, die Glen A. Larson selbst ins Leben rief, zählte 1976 "Quincy", in der Jack Klugman einen Gerichtsmediziner spielte, der verdächtige Todesfälle analysiert - ein Vorläufer der heute so beliebten Forensiker-Serien also.

Der Erfolg brachte Larson einen so guten Ruf als Executive Producer ein, dass er für "Kampfstern Galactica" ein rekordverdächtiges Budget erhielt: mehr als eine Million Dollar pro Folge. Dennoch wurde die Science-Fiction-Serie nach einer Staffel abgesetzt, trotz guter Einschaltquoten war sie dann doch zu teuer.

Nach 1979 allerdings wurde der Ruf der Serie von Jahr zu Jahr besser und führte in den Nullerjahren zum gefeierten Remake "Battlestar Galactica". Teile der teuren Ausstattung konnte Larson wiederverwenden für die Comicverfilmung "Buck Rogers".

Männerrollen fürs Reagan-Zeitalter

In seine nächste Serienidee baute Larson bereits einige Grundmotive ein, auf die er immer wieder zurückkommen sollte: Der auf Hawaii lebende Privatdetektiv Thomas Magnum war ein Vietnamkriegsveteran, ein seelisch verwundeter Mann, der dies aber mit flotten Sprüchen und Machogehabe zu überspielen suchte.

Die weitere Entwicklung von "Magnum" überließ der Produzent schnell seinem Kompagnon Donald Bellisario - getreu seinem in einem Interview geäußerten Motto "Ich versuchte bei den Sachen zu bleiben, bis sie auf eigenen Füßen stehen konnten und laufen und reden gelernt hatten."

Stattdessen griff er auf seine musikalische Vergangenheit zurück, um einen weiteren Serienhit zu präsentieren, so geht jedenfalls die Legende: Glen A. Larson habe dem Sender ABC nur den von ihm komponierten Titelsong "The Unknown Stuntman" vorgespielt, um sie für die Idee des kopfgeldjagenden Stuntmans in "Ein Colt für alle Fälle" zu begeistern.

Colt Seavers passte perfekt ins Zeitalter des einstigen Filmcowboys Ronald Reagan im Weißen Haus, mit seinen Gags, dem überzeichneten Machotum und den obligatorischen Verfolgungsjagden, die bei der 1982 gestarteten Larson-Serie "Knight Rider" ganz in den Mittelpunkt rückten: Neben David Hasselhoff spielte das futuristische Auto K.I.T.T. die zweite Hauptrolle der Serie.

Larsons Gegenspieler auf dem TV-Serienmarkt der frühen Achtziger war Stephen J. Cannell ("Das A-Team", "Trio mit vier Fäusten"), dessen Leute Larson beschuldigten, aus "Detektiv Rockford"-Drehbüchern geklaut zu haben. "Rockford"-Star James Garner griff Glen A. Larson deswegen sogar einmal tätlich an. Den allgemeinen Vorwurf, er habe sich mit seinen Serienideen regelmäßig an aktuelle Kinohits herangehängt, stritt Larson allerdings nicht ab.

1984, mit dem Start von "Miami Vice", wandelte sich schlagartig die vorherrschende Ästhetik der US-Serien. Die Geschichten wurden härter und sahen zugleich stylisher aus. Glen A. Larson konnte noch zahlreiche Serienideen an die Sender verkaufen, landete jedoch auch viele Misserfolge.

Wie sein Sohn James, eines von neun Kindern, am Samstag der "Los Angeles Times" mitteilte, ist Glen A. Larson am Freitag in einem Krankenhaus in Santa Monica an Krebs gestorben.

feb/dpa/AP

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insgesamt 8 Beiträge
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1.
fatherted98 17.11.2014
Nette Serien, die man sich auch mit Kindern mal ansehen konnte....im Gegensatz zu dem heutigen CSI Kram der einfach nur auf Gewalt und zerstückelte Leichen setzt...aber was solls...in Zeiten in denen bei den Simpsons die Comicfiguren regelmäßig gevierteilt werden, braucht man sich darüber auch keine Gedanken mehr zu machen.
2.
sylkeheimlich 17.11.2014
Waren wirklich gute Serien. Mein Beileid an die Familie.
3. Herrliche Serien.
brendan33 17.11.2014
Unterhaltend. Kurzweilig. Witzig. Kult. Gleich kommen aber die Beiträge, die bedeutungsschwanger den Untergang des vaterländischen TV-Niveaus beschreiben und wieder irgendwelche DDR-Filme oder Geschichtsdokus auf Arte feiern....
4.
die80er 17.11.2014
Cannell, Larson und Roddenberry .. Die 80er waren eine schöne Zeit was die ach soooo bösen US Serien betrifft. Aber selbst nach Jahrzehnten sind die deutschen Sender nicht mal ansatzweise in der Lage etwas gleichwertiges zu produzieren. Von den Weihnachts Serien beim ZDF in den 80ern mal abgesehen. Ansonsten nur Vollschrott!
5.
felisconcolor 17.11.2014
@fatherted98 sie wissen aber schon das die Simpson eigentlich eine Comicserie für Erwachsene ist. Die dummen Phrasen über angeblich so gewalttätige Fernsehserien werden durch ihre Wiederholungen auch nicht besser und nicht wahrer. In jeder vernünftigen Nachrichtensendung sieht man mehr Gewalt und blutigere Bilder. Der IS kokettiert mit Enthauptungsvideos, sicher auch nur ein Resultat frühkindlichen Fernsehgenusses. Die Welt war und ist kein Ponyhof. und die Verleugnung von Gewalt wird nie dazu beitragen das Gewalt verschwindet. Pazifisten haben noch keinen Krieg gewonnen
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