Goldene Kamera 2018 Petra Schmidt-Schaller und Volker Bruch sind beste Schauspieler

Hollywood in der Hamburger Messe: Bei der 53. Goldenen Kamera hat sich die deutsche Film- und Fernsehbranche gefeiert. Mehrere Stars räumten ab - eine Auszeichnung wurde jedoch nicht vergeben.

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Volker Bruch ("Babylon Berlin") und die Ex-"Tatort"-Darstellerin Petra Schmidt-Schaller haben die Goldene Kamera als beste Schauspieler gewonnen. Die Auszeichnung für den besten Fernsehfilm erhielt "Jürgen: Heute wird gelebt" von Regisseur Lars Jessen mit Charly Hübner und Heinz Strunk in den Hauptrollen.

Der 37-jährige Bruch konnte sich mit seiner Rolle als Hauptkommissar Gereon Rath im Berlin der Zwanzigerjahre gegen seine ebenfalls nominierten Kollegen Edin Hasanovic und Oliver Masucci durchsetzen. Die ebenfalls 37-jährige Schmidt-Schaller wurde für ihre Rollen als Mutter in "Ich war eine glückliche Frau" (Das Erste) und "Keine zweite Chance" (Sat.1) ausgezeichnet und setzte sich gegen Anja Kling und Karoline Eichhorn durch.

Für sie nahm jedoch ihr Vater, der Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller, die Auszeichnung in Hamburg entgegen. Sie selbst habe wegen Krankheit absagen müssen - ebenso wie ihr Kollege Heino Ferch, der die Laudatio auf sie halten sollte.

Deniz Yücel will keinen Preis

Zur 53. Verleihung der Goldenen Kamera kamen auch die Hollywoodstars Ewan McGregor, Naomi Watts und Liam Neeson. Watts sprach über Rassismus und Schulmassaker in den USA: "Wieder eine weitere Tragödie an einer amerikanischen Schule." Sie freue sich, dass junge Leute nun aufbegehrten, und betonte, dass auch Kunst viel bewirken könne.

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Goldene Kamera: Hollywood in Hamburg

"Die Kunst schafft Gemeinschaft, und Gemeinschaft schafft Kunst. Und die brauchen wir heute mehr denn je", sagte Watts, die als beste internationale Schauspielerin geehrt wurde. McGregor, der als 19-Jähriger vor mehr als 25 Jahren in Hamburg seinen ersten Auftritt als Schauspieler an einer Theaterschule hatte, wurde als bester internationaler Schauspieler ausgezeichnet. "Ich verstehe langsam, was es heißt, älter zu werden", sagte der 46-jährige "Fargo"-Schauspieler in der Hansestadt.

Liam Neeson ("Schindlers Liste") wurde mit dem Preis "Lebenswerk International" geehrt. Das nationale Pendant ging an Christiane Hörbiger, deren Karriere vom Salzburger "Jedermann" über den Kinofilm "Schtonk!" bis hin zu zahlreichen TV-Produktionen reicht. Hörbiger dankte zwei Verstorbenen: dem Schauspieler Götz George und dem Regisseur Helmut Dietl.

Schauspielerin Palina Rojinski wiederum erinnerte an dem Abend auch an Übergriffe und Machtmissbrauch an Film- und Fernsehsets: "Die Zeit für Leute, die keine Achtung vor Frauen, keinen Respekt für das Filmteam oder für Menschen überhaupt haben, ist vorbei."

Die im ZDF übertragene Gala stand beim Publikum in Konkurrenz zum deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest (ESC) in der ARD. Und auch bei der von der Funke-Mediengruppe ausgerichteten Goldenen Kamera traten ESC-Stars auf: Conchita, Gewinnerin 2014, eröffnete die von Steven Gätjen moderierte Show mit den Pointer Sisters und Mousse T. Lena, die 2010 den Wettbewerb gewann, erhielt mit weiteren Musikern einen Preis für das Vox-Format "Sing meinen Song - Das Tauschkonzert".

Eine Goldene Kamera wurde nicht vergeben - die für "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel. Im Januar hatte die Jury laut Veranstaltern beschlossen, ihn mit einem Sonderpreis auszuzeichnen. Nach seiner Freilassung in der vergangenen Woche habe Yücel, der ein Jahr lang in der Türkei inhaftiert war, jedoch darum gebeten, dies nicht zu tun.

Korrektur: In einer vorherigen Version dieses Textes schrieben wir, Christiane Hörbiger hätte Dieter Wedel gedankt. So meldete die Nachrichtenagentur AFP in der Nacht. Das ist nicht richtig. Hörbiger dankte Helmut Dietl. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

apr/dpa/AFP



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