Grimmepreis 2017 Doppelnominierung für Jan Böhmermann

TV-Satiriker Jan Böhmermann ist in zwei Kategorien für den Grimmepreis nominiert - nicht aber für sein "Schmähgedicht". Im Bereich Fiktion dominiert der NSU-Dreiteiler "Mitten in Deutschland".

Jan Böhmermann und "#Verafake"
DPA/ ZDF NEO

Jan Böhmermann und "#Verafake"


Letztes Jahr war es "#Varoufake", jetzt folgt "#Verafake": Die Jury für den Grimmepreis hat Jan Böhmermann für eine Satire nominiert, mit der er die RTL-Kuppelshow "Schwiegertochter gesucht" mit Moderatorin Vera Int-Veen bloßstellte. Für einen weiteren Grimmepreis im Bereich Unterhaltung ist Böhmermann mit seiner "Einspielerschleife" nominiert.

Das gab das Grimme-Institut am Mittwoch in Marl bekannt. Die Kommissionen wählten 81 Fernsehproduktionen und Einzelleistungen für die 53. Vergabe des renommierten Medienpreises aus - das sind so viele wie noch nie. Ausgewertet wurden mehr als tausend Vorschläge.

Im Bereich Fiktion erhielt der NSU-Dreiteiler "Mitten in Deutschland" zwei Nominierungen: als bestes TV-Drama und im Bereich Innovation für das Konzept. Auch Produktionen wie "Die Stille danach", "Der Fall Barschel" und "Der Andere - Eine Familiengeschichte" dürfen sich Hoffnungen auf einen Grimmepreis machen. Nur zwei Serien sind nominiert: "Ku'damm 56" und "Morgen hör ich auf" mit Bastian Pastewka.

Bei Information und Kultur dominieren, wie schon in der Fiktion, die öffentlich-rechtlichen Sender. "45 Min: Protokoll einer Abschiebung" wurde vom NDR produziert, "Endstation Bataclan - vom Busfahrer zum Attentäter" von Radio Bremen und Arte, der Film "AND-Ek Ghes..." vom RBB.

Bei der Unterhaltung dürfen dann auch mal die privaten Sender ran. ProSieben etwa mit seinen Shows "Applaus und raus" und "Die beste Show der Welt". Mit "Kitchen Impossible" holte sich auch Vox eine Nominierung ab.

Die Preisträger werden am 31. März bekannt gegeben.

kae/dpa

insgesamt 6 Beiträge
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angst+money 18.01.2017
1. Gute Idee
Einer der dahin geht wo es auch mal weh tut. Vielleicht nicht immer gut, aber im Umfeld von sich selbst auf die Schultern klopfenden pseudokritischen Sendungen aus der Komfortzone, wie z.B. "Heute Show" eine Wohltat.
Jor_El 18.01.2017
2.
Ich mag den Böhmermann nicht. Zugegeben: "Verafake" war genial.
Auggie Smith 18.01.2017
3. Böhmermann genial?
Bitte wo war denn der "Verafake" genial? Es ging ganz gut los, aber schlussendlich war es kaum spektakulär, der Clou bestand nur darin, dass er zwei Leute eingeschleust hat, die bestätigen konnten, was jeder halbwegs klar denkende Mensch längst wusste. Wäre es doch wenigstens witzig gewesen, denn auch die Dramaturgie im Witz stimmte wie so häufig NICHT. Böhmermann ist der Sich-selbst-auf-die-Schulter-Klopfer schlechthin. Er hat bisher die meisten seiner Gags selbst zerredet und ihnen durch seine Selbstbeweihräucherung den Unterhaltungswert genommen. Das war im Prinzip auch schon beim Varoufakis-Fake so. Allerdings war dieser für sich genommen so genial, dass er die schlechte Präsentation überstrahlen konnte. Wenn Böhmermann einen Grimme-Preis verdient hat, dann doch wegen der Erdogan-Lehrstunfe. Die stimmte von vorn bis hinten, sauber aufgebaut zusammen mit Ralf Kabelka! Böhmermann hat gute griffige Ideen und einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. Er will das Richtige, nämlich ihr einen Spiegel vorzuhalten, indem er die niederen Instinkte an den "Eiern" packt und provoziert. Er verhunzt nur leider allzu häufig seine eigenen guten Ideen.
ometepe 18.01.2017
4. beschämend
Dem Mann, der dieses pubertäre Erdogan-Gedicht verfasst hat, den Grimme-Preis zu verleihen, fände ich sehr peinlich. Damit wäre der Preis vollkommen entwertet.
Die Happy, 18.01.2017
5. Morgen hör ich auf
Also wenn das keinen Grimme Preis bekommt, dann weiß ich aber auch nicht. Toll geschrieben und brillant gespielt. Alleine schon Georg Friedrich als "Damir Decker", schlicht Weltklasse. Aber das ist er wohl in quasi jeder Rolle. Ach der Rest war stark. Und interessant zu sehen, wie der "Amateur" Pastewka gegen diese Granaten wirkte. Gar nicht übel würde ich sagen.
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