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20. August 2018, 11:19 Uhr

WDR

"Tatort"-Erfinder Gunther Witte ist tot

Das Konzept für den "Tatort" geht auf sein Konto, als Produzent arbeitete er mit Volker Schlöndorff zusammen - und die "Lindenstraße" verdanken wir ihm auch. Der langjährige WDR-Spielfilmchef Gunther Witte ist gestorben.

Gunther Witte, Erfinder der TV-Krimireihe "Tatort" und ehemaliger WDR-Fernsehspielchef, ist tot. Er verstarb bereits am vergangenen Donnerstag in Berlin, wie sein Stammsender WDR mitteilte. Witte wurde 82 Jahre alt.

"Gunther Witte war eine der herausragenden Persönlichkeiten des Fernsehspiels", so WDR-Intendant Tom Buhrow in der offiziellen Mitteilung des Senders. "Mit seiner einzigartigen Erfindung der 'Tatort'-Reihe hat er den WDR und das deutsche Fernsehen so nachhaltig geprägt wie kaum ein anderer: Sonntag, 20.15 Uhr ist nach wie vor 'Tatort'-Zeit im Ersten."

Gunther Witte wurde am 26. September 1935 im lettischen Riga geboren. 1963 kam er zum WDR. Zunächst arbeitete er als Redakteur und Dramaturg in der Abteilung Fernsehspiel, von 1979 bis 1998 als verantwortlicher Leiter. Das Konzept für den regional geprägten 'Tatort' im Ersten entwickelte er 1969. Ein Jahr später ging mit "Taxi nach Leipzig" der erste Teil der Reihe auf Sendung.

Schlüsselwerke des Fernsehfilms

In den Folgejahren war der studierte Theaterwissenschaftler an vielen weiteren wichtigen Fernsehfilmproduktionen des WDR beteiligt, als Produzent etwa an Volker Schlöndorffs "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" und an Rainer Werner Fassbinders "Berlin Alexanderplatz". Er arbeitete mit Regisseuren wie Wolfgang Petersen ("Die Konsequenz"), Peter Beauvais ("Die Ratten") und Bernhard Wicki zusammen, mit dem er das Drehbuch zu dessen Film "Die Eroberung der Zitadelle" schrieb.

In seine Zeit als Fernsehspielchef des WDR fiel auch der Start eines weiteren Dauerbrenners im Sonntagsprogramm des Ersten: der der "Lindenstraße". Gunther Witte ging 1998 in den Ruhestand, 2001 wurde er mit der "Besonderen Ehrung" des Grimme-Preises ausgezeichnet. Seit 2007 war er Ehrenmitglied der Deutschen Filmakademie, 2013 erhielt er den Ehren-Bambi.

hpi

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