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Gurlitt-Anwalt: Angeblich nur acht Bilder unter Raubkunst-Verdacht

Die "Sitzende Frau" von Matisse: "Weiteres ergibt die Forschung" Zur Großansicht
AFP

Die "Sitzende Frau" von Matisse: "Weiteres ergibt die Forschung"

Im Streit um NS-Raubkunst im Erbe des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt hat sich dessen Betreuer Christoph Edel geäußert - er sieht nur bei wenigen Werken einen "verfolgungsbedingten Entzug".

Düsseldorf/Hamburg - In der Sammlung von Cornelius Gurlitt stehen seinem vormaligen Betreuer, dem Rechtsanwalt Christoph Edel, zufolge nach derzeitigen Erkenntnissen nur wenige Bilder unter Raubkunst-Verdacht. "Nach derzeitigem Stand muss lediglich bei acht Werken ein NS-verfolgungsbedingter Entzug angenommen werden", sagte Edel in der Trauerrede für den verstorbenen Kunstsammler am Montag in Düsseldorf, die jetzt von Gurlitts ehemaligem Sprecher Stephan Holzinger veröffentlicht wurde. "Ob weitere Werke dazukommen, muss die laufende Forschung ergeben", heißt es darin.

Gurlitt war am 6. Mai gestorben. "Die Kunstsammlung war ihm zunehmend zu einer schweren Last geworden", sagte Edel. An deren Rückkehr habe er kaum noch Interesse gehabt.

Zuletzt hatte Gurlitts Großcousin Ekkehart Gurlitt in der "Bunten" das Kunstmuseum Bern kritisiert, an das die Sammlung laut Testament gehen soll. "Dem Berner Museum geht es in erster Linie um den finanziellen Aspekt, nicht um eine Verantwortung im Hinblick auf Nazi-Raubkunst", sagte der Fotograf der Zeitschrift. Ekkehart Gurlitt will die Sammlung ohnehin am liebsten in Bayern wissen. Er hoffe, sagte Gurlitt in der "Bunten", dass deutsches Kulturgut in Deutschland bleibe, "aber doch nicht nach Bern kommt, in die popelige Provinz".

tha/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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1. klasse
Frank M. 22.05.2014
Also für 8! Bilder wurde ein alter Mann so fertiggemacht. Super Leistung der Staatsanwaltschaft.
2. Acht Bilder - möglicherweise
specialsymbol 22.05.2014
Das also ist der Grund für eine Hausdurchsuchung und Beschlagnahme. Der Grund, das Leben eines alten Mannes zu zerstören. Manchmal frage ich mich wie zynisch eine Bürokratie noch werden kann - bis ich Nachrichten aus Bayern lese. Ach ja, hat er die Bilder selber weggenommen?
3. es macht wirklich Spaß in Bayern zu leben. :-(
ernsth 22.05.2014
wegen 8 Bildern wurde der arme Mann von den Behörden gehetzt, durch die Medien getrieben und fertiggemacht. Zunehmend fühle ich mich hier in Bayern unwohl. Letzthin bin ich hier in München bei kilometerweit absolut autofreier Strasse bei zugegebenrmassen roter Fussgängerampel als Fussgänger über die Strasse gelaufen. Zu meiner Überraschung trat plötzlich ein Herr mit vier silbernen Sternchen auf den Schulterklappen aus dem Gebüsch und belehrte mich, dass ich bei rot nicht gehen dürfe. Ich erwiderte, dass das ja so richtig ist, nur bei autofreier Strasse eben absolut sinnlos ist. Daraufhin wurde ich belehrt, dass ich "dann ja vorsätzlich gehandelt" habe und er mich wegen eines Verkehrsvergehens und Widerstands gegen die Staatsgewalt festnehmen könne wenn ich weiter so uneinsichtig sei. Und das nennt sich "Freistaat" oder "liberalitas bavariae". Geschenkt. In München fühlt man sich mittlerweile mehr wie in einem totalitären Überwachungsstaat, wo sie einen zum "Wohl der Allgemeinheit" am liebsten wegen dem klitzekleinsten Pipifax wegsperren oder einliefern möchten.
4.
freespeech1 22.05.2014
Es kann wohl nicht im Sinne von Cornelius Gurlitt sein, wenn eines seiner Bilder in Deutschland bleibt. Von bayerischen Museen ganz zu schweigen, das wäre eine Verhöhnung des alten Mannes.
5. Gurlitt
luciano 04.06.2014
Zitat von freespeech1Es kann wohl nicht im Sinne von Cornelius Gurlitt sein, wenn eines seiner Bilder in Deutschland bleibt. Von bayerischen Museen ganz zu schweigen, das wäre eine Verhöhnung des alten Mannes.
Wie schon geschrieben: Was Hitler und Göring nicht fertig brachten: die französichen Impressionisten etc. zu arisieren, daß bringt der, in der diesem Falle von Recht ung Gesetz "Frei(e)"Staat Bayern fertig.
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