Zu wenig Info-Angebote: Hannelore Kraft kritisiert ARD und ZDF

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in Köln: Kultur nicht verstecken Zur Großansicht
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Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in Köln: Kultur nicht verstecken

Kultur am besten in der Nacht? Oder gleich in die Spartenkanäle? Auf dem Medienforum NRW äußerte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft deutliche Kritik am Informationsangebot der öffentlich-rechtlichen Sender.

Hamburg/Köln - Die Aussage ist deutlich: Kultur- und Nachrichtenangebote gehören nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) in die Hauptprogramme von ARD und ZDF. In den vergangenen Jahren seien solche Sendungen zu oft in Spartenkanäle ausgelagert worden, erklärte Kraft am Donnerstag zur Eröffnung des Medienforums NRW in Köln. "Diese Entwicklung halte ich für falsch", sagte sie. "Wer auf Qualität setzt, der darf sie nicht verstecken."

Die Verantwortlichen der öffentlich-rechtlichen Sender konterten die Kritik: "Wir verstecken nichts, aber der Tag hat halt nur 24 Stunden", sagte der ARD-Vorsitzende und NDR-Intendant Lutz Marmor. ZDF-Intendant Thomas Bellut meinte, den Trend zu Angeboten in Spartenkanälen habe es einmal gegeben, er sei aber vorbei. "Wir haben keine Nachrichtensendung im Hauptprogramm eingestellt." Auch das Kulturmagazin "Aspekte" laufe im Hauptprogramm, außerdem gebe Sendeplätze für Dokumentationen.

Bei aller Kritik: Kraft bekannte sich ausdrücklich zu ARD und ZDF und zum neuen vielfach kritisierten Rundfunkbeitrag. "Jetzt sind die öffentlich-rechtlichen Sender gefragt, für dauerhafte Akzeptanz zu sorgen. Ich bin überzeugt, dass nicht die Quote, sondern die Qualität ihres Programms entscheidend ist", sagte síe auf dem Medientreffen.

Zugleich verteidigte Kraft ihre Pläne für eine Medienstiftung, die aus dem Rundfunkbeitrag finanziert werden soll: "Es ist allemal besser, ein solches innovatives Projekt zu starten, als schlicht und einfach dabei zuzusehen, wie uns die journalistische Vielfalt wegschmilzt", sagte sie. Kraft stellte dabei klar, dass die Stiftung "unbedingt staatsfern" sein werde. Die nordrhein-westfälischen Verleger hatten sich mehrfach skeptisch zu den Plänen geäußert, da sie eine Einflussnahme des Staates auf die Zeitungen befürchten.

Kraft sprach sich außerdem dafür aus, die Medienaufsicht zu reformieren und "in einer gemeinsamen Medienanstalt der Länder" zu bündeln. "Zusammenarbeit statt Kleinstaaterei, das sollte für uns dabei die Leitlinie sein", forderte sie.

cbu/dpa

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insgesamt 66 Beiträge
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1. Sehr gut.
MasaGemurmel 06.06.2013
Danke Frau Kraft!!!
2. bequem eingerichtet in d´dorf
grimmberg 06.06.2013
gibt es von dieser frau-außer auslandsreisen- auch noch irgendwann etwas konstruktives ?
3.
garfield 06.06.2013
Zitat von sysopKultur am besten in der Nacht? Oder gleich in die Spartenkanäle? Auf dem Mediumforum NRW äußerte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft deutliche Kritik an dem Informationsangebot der öffentlich-rechtlichen Sender. Hannelore Kraft kritisiert ARD und ZDF: Zu wenig Info-Angebote - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/hannelore-kraft-kritisiert-ard-und-zdf-zu-wenig-info-angebote-a-904203.html)
Kurz und bündig: Die Frau hat recht und die Antwort von NDR-Intendant Lutz Marmor ist einfach nur dämlich und geht gar nicht auf den Vorwurf ein. Auch wenn der Tag nur 24 Stunden hat, müssen die anspruchsvolleren Sendungen doch nicht in dessen ersten oder letzten 2 Stunden laufen. DAS ist die Kritik von Frau Kraft. Dann suchen wir jetzt mal die passende Frage zu DIESER Antwort: Warum bringt der ÖR nur so wenige Kultursendungen? Frau Kraft trieb aber nicht die Quantität, sondern die Sendezeit um.
4.
dieter1965 06.06.2013
Zitat von sysopKultur am besten in der Nacht? Oder gleich in die Spartenkanäle? Auf dem Mediumforum NRW äußerte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft deutliche Kritik an dem Informationsangebot der öffentlich-rechtlichen Sender. Hannelore Kraft kritisiert ARD und ZDF: Zu wenig Info-Angebote - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/hannelore-kraft-kritisiert-ard-und-zdf-zu-wenig-info-angebote-a-904203.html)
kann man mal sehen, wie rückwärtsgewandt die NRW-Mutti doch ist. Gibt schon zuhauf LED TV's wo man einfach eine Sendung auf eine externe Festplatte kopieren kann und somit jederzeit anschauen.
5.
marthaimschnee 06.06.2013
Nicht nur Kultur, auch besonders wirtschafts- oder politkritische Sendungen werden vornehmlich an Programmplätzen versteckt, wo man zur Überzeugung gelangen könnte, daß die besser niemand sehen solle. Es könnte schließlich jemanden aus seiner Lethargie der deutschen Friede-Freude-Eierkuchen-Welt wachrütteln und dafür will das "Staatsfernsehen" schließlich nicht verantwortlich sein!
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