"Blauer Bock"-Entertainer Fernsehstar Heinz Schenk ist tot

Der "Blaue Bock" machte ihn berühmt: Der Entertainer und Fernsehmoderator Heinz Schenk ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

DPA

Wiesbaden - Der frühere Fernsehmoderator und Entertainer Heinz Schenk ("Zum Blauen Bock") ist tot. Er starb im Alter von 89 Jahren in der Nacht zum Donnerstag in seinem Wohnort Wiesbaden, wie sein langjähriger Manager Horst Klemmer der Nachrichtenagentur dpa sagte.

"Es war ein friedlicher Tod, er ist einfach eingeschlafen", sagte Klemmer. Vor knapp einer Woche habe Schenk einen Schlaganfall erlitten und seither im Koma gelegen. Heinz Schenk wurde einem Millionenpublikum durch seine Fernsehshow "Zum Blauen Bock" bekannt, die er von 1966 bis 1987 moderierte.

Bis zu 20 Millionen Menschen schalteten die Sendung regelmäßig ein. Zur allerbesten Sendezeit am Samstagabend trat Schenk darin insgesamt 208-mal als Wirt und Oberkellner auf. Mit seiner Fernsehpartnerin Lia Wöhr schenkte er in den 21 Jahren Laufzeit der Sendung rund 125.000 Liter Apfelwein aus der traditionellen Äppelwoi-Kanne aus und verteilte rund 6500 "Ehrenbembel" an alle Gäste.

Vom Kabarett übers Radio zum Fernsehen

Schenk war aber nicht nur der "Ebbelwoi-Babbler", sondern auch der Kopf der Sendung, die aus Musikdarbietungen, Sketchen und kleinen Gesprächen bestand und in einer Kulisse aufgezeichnet wurde, die einer typischen Apfelwein-Wirtschaft in Frankfurt-Sachsenhausen nachempfunden war. Schenk lieferte die Ideen, schrieb die Texte und fast alle Lieder selbst und benötigte während der Aufzeichnung auch keinen Teleprompter. Dass er das Zeug zum Entertainer hatte, zeigte sich früh.

Schenk wurde am 11. Dezember 1924 in Mainz als Sohn eines Drogisten und einer Tänzerin geboren. Schon als Kind funktionierte er den Beichtstuhl im Dom zum Kasperletheater um. Fast wurde er vom Bischof der Schule verwiesen. Mit kaum zehn Jahren stand er bereits zum ersten Mal in der Bütt.

Nach dem Krieg wechselte der gelernte Schauspieler nach Kabarett-Auftritten zum Radio, wo er wie Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld Auftritte im "Frankfurter Wecker" hatte, der legendären komödiantischen Frühsendung des Hessischen Rundfunks. 1966 wurde er Nachfolger von Otto Höpfner im "Blauen Bock". Als sich das "Schlappmaul" 1987 aus der Sendung verabschiedete, erzielt die Ausgabe eine Traumquote von 15,9 Millionen Zuschauern.

Auftritte am Frankfurter Volkstheater und in "Kein Pardon"

Schenk widmete sich dann wieder verstärkt der Bühne. Der oft unterschätzte Schauspieler wurde zu einer Stütze am Frankfurter Volkstheater. Zu seinen Paraderollen gehörte 1991 "De Geizhals", die hessische Version von Molières "Der Geizige". Selbstironie zeigte er 1992 mit einem Auftritt in Hape Kerkelings Film "Kein Pardon". Dort spielte er einen alternden intriganten Showmaster, der seinen Assistentinnen nachstellt.

Nachdem Schenk die 80 überschritten hatte, zog er sich jedoch immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Sein Haussender, der Hessische Rundfunk, feierte ihn zuletzt 2007 mit einer eigenen Sendung.

Zu den Hobbys Schenks, der bis zuletzt in Wiesbaden lebte, gehörten das Skatspielen, das Gärtnern und die Fotografie. Und er war - in seinem Alter eher ungewöhnlich - ein Computerfreak. Mit seiner Frau Gerti - einer gelernten Friseurin - war er seit dem Jahr 1951 verheiratet. Gerti starb bereits im Dezember 2013. "Ich habe meine große Liebe verloren. Ich werde sie nie vergessen und bin unendlich traurig", sagte Schenk damals.

Sein langjähriger Manager Horst Klemmer sagte, Schenk werde in den kommenden Tagen im engsten Freundeskreis beigesetzt. Er werde seine letzte Ruhe in einem Doppelgrab neben seiner Frau finden. Aus dem Millionenvermögen, das Schenk hinterlasse, soll eine Heinz-Schenk-Stiftung zur finanziellen Unterstützung von jungen Musikern und anderen Bühnenkünstlern gegründet werden.

emt/tok/dpa



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