Stuttgart - Das oberste Aufsichtsgremium der ARD empfiehlt, Moderatorin Monica Lierhaus als Werbebotschafterin bei der Fernsehlotterie auszuwechseln. Statt Lierhaus solle man ein ebenso bekanntes Gesicht finden, das sich allerdings ohne Gage für diese Werbung zur Verfügung stelle, hieß es bei einer Sitzung der Gremienvorsitzendenkonferenz in Stuttgart.
Der Vertrag mit der Anfang 2009 schwer erkrankten Sportmoderatorin brachte ARD wie Fernsehlotterie in den vergangenen Monaten viel Ärger. Zuvor hatte der SPIEGEL enthüllt, dass Lierhaus für ihre Tätigkeit 450.000 Euro Gage bekommt. Daraufhin kündigten viele Mitspieler ihre Lose bei der Soziallotterie.
Bereits im April hatte der SPIEGEL berichtet, der Chef der Fernsehlotterie, Christian Kipper, sehe durch die Honorardebatte um seinen Werbestar Lierhaus das Image der Lotterie und der ARD beschädigt. "Die Fernsehlotterie trägt einen Image- und einen wirtschaftlichen Schaden davon", schrieb Kipper in einer internen Stellungnahme für die Landesrundfunkanstalten. Dass der entstandene Schaden "in Teilen auch auf die ARD" falle, tue ihm leid. Die Höhe des wirtschaftlichen Schadens sei indes nicht bezifferbar.
Die ARD-Intendanten fühlten sich bei der Lierhaus-Gage offenbar übergangen. Auf einer Sitzung beschlossen sie, sich für künftige Fälle ein Mitspracherecht zusichern zu lassen, wie der SPIEGEL Ende April berichtete. Die Entscheidung über Lierhaus' Gage sei offenbar von den Aufsichtsgremien der Lotterie "schlicht durchgewinkt" worden, so ein Sitzungsteilnehmer.
Die ehemalige "Sportschau"-Moderatorin hatte sich vor mehr als zwei Jahren einer Hirnoperation unterziehen müssen und danach monatelang im Koma gelegen. Im Februar dieses Jahres war Lierhaus - noch gezeichnet von ihrer Erkrankung - auf einer Gala ins Rampenlicht zurückgekehrt.
Lierhaus hatte deutlich gemacht, wieder in ihren Beruf zurückkehren zu wollen. Vor wenigen Tagen hatte sie erstmals wieder moderiert. Dabei fiel ihr das Sprechen noch sichtlich schwer.
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