Netflix-Serie Ende von "House of Cards" stand lange fest

Das Ende der Netflix-Serie "House of Cards" hängt offenbar nicht mit den Missbrauchsvorwürfen gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey zusammen. Laut Medienberichten fiel die Entscheidung bereits vor Monaten.


Die preisgekrönte Dramaserie "House of Cards" wird US-Medien zufolge nach sechs Staffeln zu Ende gehen. Die Entscheidung, die Serie zu beenden, sei schon vor Monaten gefallen, berichtete die "New York Times" am Montag Ortszeit unter Berufung auf eine Sprecherin des Streamingdienstes Netflix. Die Nachricht vom Aus der Serie um den fiktiven US-Präsident Frank Underwood fällt zeitlich mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung gegen Hauptdarsteller Kevin Spacey zusammen.

Auch Die "Bild"-Zeitung berichtete online, das Unternehmen habe ihr das Ende der Erfolgsserie mit der sechsten Staffel im nächsten Jahr bestätigt. Das Aus habe nichts mit dem sexuellen Übergriff zu tun, der Spacey zur Last gelegt werde.

Übergriff vor 30 Jahren

Der 46-jährige Schauspieler Anthony Rapp ("A Beautiful Mind", "Star Trek: Discovery") hatte Spacey eines sexuellen Übergriffs vor rund 30 Jahren beschuldigt. Er selbst sei bei den Vorgängen 14 Jahre alt gewesen, Spacey schon 26 Jahre alt. Der Oscar-Preisträger Spacey outete sich kurz nach den Vorwürfen als schwul.

Die letzten 13 Episoden von "House of Cards" sollen laut "Hollywood Reporter" 2018 zu sehen sein. Der 58-jährige Spacey spielt darin an der Seite von Robin Wright den skrupellosen Präsidenten Underwood, der den Polit-Betrieb in Washington manipuliert.

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Netflix zeigt sich "zutiefst beunruhigt"

Netflix und die "House of Cards"-Produktionsfirma Media Rights Capital erklärten laut "New York Times", sie seien "zutiefst beunruhigt" von den Nachrichten über Spacey. Vertreter beider Unternehmen hätten in Baltimore die Crew und die Schauspieler der Serie getroffen, um ihnen Unterstützung zuzusichern: "Wie vorher geplant, arbeitet Kevin Spacey derzeit nicht am Set."

Ob die Entscheidung von Netflix in Zusammenhang mit den Vorwürfen steht, war nach Bekanntwerden der Meldung über das Serienende am Montag zunächst unklar. Laut dem US-Sender "Fox News" und der US-Webseite "The Hollywood Reporter" hieß es jedoch bereits, dass es bei den Produzenten schon seit diesem Sommer Überlegungen gegeben habe, die Politserie einzustellen.

jme/dpa

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