Frankfurt am Main/Hamburg - Deutlicher hätte die Wiederwahl für Helmut Reitze fast nicht ausfallen können. Mit 28 Stimmen gegen eine ist der Intendant des Hessischen Rundfunks (HR) am Freitag in seinem Amt bestätigt worden. Das bisher beste Ergebnis für den ehemaligen ZDF-Journalisten, der seit 2003 an der HR-Spitze sitzt.
Der 60-Jährige dankte den Mitgliedern des Rundfunkrats für ihr Vertrauen und erinnerte an die Erfolge seiner Amtszeit. Der Rundfunk habe in den zehn Jahren rund 500.000 Hörer hinzugewonnen. Der Fernsehsektor des HR habe 2012 mit einem Marktanteil von 7,1 Prozent in Hessen das beste Ergebnis seit 1989 erzielt.
Gleichzeitig kündigte Reitze nach seiner Wiederwahl weitere Sparmaßnahmen an. Bisher hätte der Sender 214 Millionen Euro eingespart, bis Ende 2016 sollten weitere 70 Millionen Euro weniger ausgegeben werden. Um dies zu erreichen, will Reitze 100 Stellen im Sender nicht wieder neu besetzen.
Die vorgezogene Wiederwahl des Intendanten hatte auch politisches Gründe, wie der SPIEGEL aus Rundfunkratskreisen erfahren hat. Der als konservativ geltende Reitze wollte damit der Landtagswahl im Herbst 2013 zuvorkommen. Das rot-grüne Lager in Hessen hat gute Chancen, dann an die Regierung zu kommen.
Die offizielle Begründung des Rundfunkrats fiel anders aus. Man habe die Wahl vorgezogen, um die Personalie aus dem hessischen Landtagswahlkampf herauszuhalten, hieß es am Freitag nach der Wiederwahl.
Reitzes dritte Amtszeit beginnt im Januar 2015.
sbr/dpa/dapd
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