Iris Berben über #MeToo "Dieter Wedel hat mich fertiggemacht"

Seit zwei Wochen stehen gegen den TV-Regisseur Dieter Wedel schwere Anschuldigungen im Raum. Jetzt berichtet auch Iris Berben davon, dass er sie gedemütigt habe - nachdem sie ihn abblitzen ließ.

Iris Berben
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Iris Berben hat sich in der #MeToo-Debatte zu Wort gemeldet. Sie sagte der Wochenzeitung "Die Zeit", es gehe im Kern um Machtmissbrauch, den es in Zukunft zu verhindern gelte. Dabei berichtete sie auch, selbst unangenehme Erfahrungen gemacht zu haben.

Konkret geht es um den Regisseur Dieter Wedel, der zuvor von Schauspielerinnen beschuldigt worden war, sie zum Sex gezwungen zu haben. Berben schildert, wie Wedel sie bei den Dreharbeiten zu der TV-Serie "Halbzeit" in den Siebzigerjahren gedemütigt habe, nachdem sie eine Einladung zum Essen ausschlug. Der Regisseur war bis in die Neunzigerjahre hinein einer der mächtigsten Männer des deutschen Fernsehens.

Wedel, so Berben, habe ihr eine Rolle in einem großen Film angeboten und gesagt, darüber wolle er mit ihr in einem Restaurant sprechen. Darauf habe sie geantwortet, sie wolle vorher gern ihren Mann anrufen, der Wedel gern kennenlernen wolle. Danach habe Wedel das Filmprojekt nie wieder erwähnt, sie aber eine Szene von "Halbzeit" mehr als 30 Mal wiederholen lassen.

Berben sagt in dem Gespräch: "Er machte mich fertig. Wedel rächte sich, wenn jemand nicht bereit war, sein Spiel zu spielen." Sie habe erst drohen müssen, ihren Vertrag auszulösen, damit er sie in Ruhe ließ.

Iris Berben ist seit dem Jahr 2010 Präsidentin der Deutschen Filmakademie. Dort werde überlegt, ob es Sinn ergebe, "eine Art Beschwerdestelle bei Filmproduktionen einzurichten, an die sich Betroffene vertrauensvoll wenden können". Sie halte das für eine gute Idee.

Außerdem werde eine Art Arbeitsgruppe mit geschulten Psychologen eingerichtet, in der Betroffene aus der Branche von Erlebnissen berichten können. Die solle zunächst ohne die Öffentlichkeit stattfinden.

kae



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