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TV-Legende: Joachim Fuchsberger ist tot

Abschied von einem der größten Stars des deutschen Fernsehens: Im Alter von 87 Jahren ist Joachim "Blacky" Fuchsberger gestorben. Berühmt gemacht haben ihn Edgar-Wallace-Filme, unvergesslich wurde er mit der ARD-Show "Auf Los geht's los".

Hamburg/München -Joachim Fuchsberger war eine der großen Figuren des bundesdeutschen Fernsehens. Als Moderator der ARD-Show "Auf los geht's los" war "Blacky", so sein Spitzname, eine Institution des bundesdeutschen Fernsehens. Die Sendung lief von 1977 bis 1986.

Bekanntheit erlangte Fuchsberger, der am 11. März 1927 in Stuttgart geboren wurde, bereits in den Fünfzigerjahren. Nach einigen kleineren Auftritten als Conférencier und Schauspieler spielte er 1954 im Weltkriegsfilm "08/15" die Hauptrolle des Gefreiten Asch.

1959 dann war er in der Edgar-Wallace-Verfilmung "Der Frosch mit der Maske" zu sehen. Weitere erfolgreiche Wallace-Filme mit Fuchsberger waren in den Sechzigerjahren unter anderem "Die toten Augen von London" und "Der Hexer" - eine Rolle, die Fuchsberger im Jahr 2007 mit einem Auftritt in der Komödie "Neues vom Wixxer" selbstironisch persiflierte.

Fuchsbergers großem Erfolg mit "Auf Los geht's los" war in den Siebzigerjahren unter anderem die Show "Spiel mit mir" vorausgegangen. Von 1980 bis 1991 war Fuchsberger zudem Gastgeber der Talkshow "Heut' abend" - die lief zuerst im Bayerischen Fernsehen, wurde dann aber wegen sehr guter Zuschauerzahlen ins Hauptprogramm der ARD übernommen.

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TV-Legende Joachim Fuchsberger: Der Vielseitige
Zu einem fast schon nationalen Ereignis, das nur mit der heutigen Aufregung um Gottschalk und Lanz zu vergleichen ist, geriet dann Mitte 1986 "Blackys" Abschied von "Auf los geht's los" - weil ihm die TV-Kritik einen "Hang zu verbalen Entgleisungen" attestiert hatte, gab der Kritisierte die Show schließlich auf.

Auf dem Bildschirm zu sehen war Fuchsberger, der sich seit 1982 regelmäßig in Australien aufhielt, danach unter anderem mit der Reihe "Terra Australis".

Auch wenn Fuchsberger sich später nicht mehr ganz so oft in der medialen Öffentlichkeit zeigte, blieb er Identifikationsfigur für eine ganze Generation. Das zeigte sich zuletzt noch einmal im lang anhaltenden Erfolg seines autobiografischen Buchs "Altwerden ist nichts für Feiglinge". Der 2010 erschienene Titel stand über Monate auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Nach seinem Schlaganfall im Jahr 2013 hatte Joachim Fuchsberger scherzhaft angekündigt, keine Filme mehr drehen zu wollen, "es sei denn, man bietet mir eine Hauptrolle im Bett an". Die darauf folgenden Angebote, so der 87-Jährige, "waren allesamt indiskutabel". Stattdessen hatte er sich selbst ein Projekt ausgedacht.

Von Mitte Juli an wollte er gemeinsam mit Jan Josef Liefers für den ARD-Film "Über(s)Leben" vor der Kamera stehen. Es kam anders - wegen gesundheitlicher Probleme musste Fuchsberger den Drehbeginn verschieben. Zuletzt meldete der Boulevard seine Entlassung aus dem Krankenhaus.

Am Donnerstag nun ist Joachim Fuchsberger im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Grünwald bei München gestorben. Das teilte seine Frau der Nachrichtenagentur dpa mit.

sha/tok/dpa

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