Britische Science-Fiction-Serie Jodie Whittaker erster weiblicher "Doctor Who"

Zwölf männliche Kollegen gingen ihr voraus, nun hat die BBC mit Jodie Whittaker erstmals eine Frau zur "Doctor Who"-Darstellerin gekürt. Die Serie läuft in England seit 1963 und ist dort Teil der Popkultur.

Jodie Whittaker
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Jodie Whittaker


Die britische Schauspielerin Jodie Whittaker wird als erste Frau die Rolle des Science-Fiction-Serienhelden "Doctor Who" übernehmen. Das teilte die BBC am Sonntagabend während der Übertragung des Tennis-Finales in Wimbledon mit.

Die 35-Jährige ist eine klassisch ausgebildete Schauspielerin, die in zahlreichen Stücken auf der Bühne zu sehen war. Dem Fernsehpublikum wurde sie durch ihre Rolle in der Serie "Broadchurch" bekannt, in der sie die Mutter eines ermordeten Jungen spielte.

Die Serie "Doctor Who" läuft seit 1963 im englischen Fernsehen und gilt als am längsten laufende Science-Fiction-Serie weltweit. Bis 1989 wurden zunächst 700 Episoden in 26 Staffeln ausgestrahlt. Bis 2005 gab es eine Pause, dann startete eine Neuauflage, die bisher neun Staffeln und 126 Folgen hervorbrachte. 1996 erschien noch ein eigenständiger TV-Film.

In die Zeit reisen

In "Doctor Who" geht es um einen mysteriösen "Timelord", der vom Planeten Gallifrey stammt und durch die Zeit reisen kann. Dabei erlebt er zahlreiche Abenteuer. Direkter Vorgänger von Jodie Whittaker war Peter Capaldi, davor spielten elf weitere Schauspieler die Hauptrolle, allesamt Männer.

Darunter sind Schauspieler wie Matt Smith ("The Crown"), David Tennant ("Jessica Jones") und Christopher Eccleston ("The Leftovers"). Traditionell verkündet die BBC den neuen Hauptdarsteller zur besten Sendezeit.

Laut BBC sagte Jodie Whittaker zu ihre neuen Aufgabe: "Ich will den Fans sagen, dass sie keine Angst vor meinem Geschlecht haben sollen. Das ist eine wirklich aufregende Zeit und 'Doctor Who' steht für alles, was an Veränderungen so aufregend ist."

Die Reaktionen im Netz sind bisher durchweg positiv. Der britische "Star Wars"-Darsteller John Boyega schrieb auf Twitter: "Ich bin so stolz auf Jodie Whittaker. Sie wird fantastisch werden."

In Deutschland blieb die Serie größtenteils unbekannt, weil sich eine Kommission des ZDF im Jahr 1968 gegen einen Ankauf entschied. Grund waren die offensichtlichen Qualitätsmängel besonders der ersten Staffeln.

Um Kosten zu senken, wurde "Doctor Who" damals fast wie eine Live-Sendung produziert: Viele Takes wurden ungeschnitten aufgenommen und ausgestrahlt, so dass etliche Versprecher und andere Fehler im Material verblieben. Noch bis in die Achtzigerjahre entstanden Außenaufnahmen auf 16-mm-Filmmaterial, während Innenaufnahmen auf Video gemacht wurden. Daraus resultierte ein großer visueller Qualitätsunterschied.

kae/dpa



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spon-facebook-1459922526 17.07.2017
1. Wer ist John Tennant?
der 10. Doctor heißt "David Tennant"!
.patou 17.07.2017
2.
Wie schön, dass es diese Nachricht mit eintägiger Verspätung auch schon auf SPIEGEL Online geschafft hat. :-) Ich bin gespannt. Obwohl ich Capaldi mochte, hatte ich zuletzt den Eindruck, eine etwas frischere Neubesetzung wäre kein Fehler.
Whovianna 17.07.2017
3. 13
Eben. David Tennant. Ebenfalls bekannt aus Broadchurch. Bin gespannt, ob es dann männliche Companians werden. Und welche Eigenart sie haben wird. Und die Storyführung wird sicher auch spannend.
almeo 17.07.2017
4.
Zugegeben, Dr. Who ist eine der Serien, die an mir total vorbei gegangen ist. Hat mich irgendwie auch nie wirklich gereizt. Allerdings habe ich Freunde, die große "Whovians" sind. Bei denen kam der weibliche Doktor zumindest durch die Bank nicht so gut an - um es vorsichtig auszudrücken. Naja, aber da die Serie wohl aktuell eher wieder an Zuschauern verliert, ist es vielleicht eine gute Idee, mal was radikal neues zu versuchen!
FlashBFE 17.07.2017
5. Eine Serie, die sich immer neu erfindet
Die Serie hatte noch nie Probleme damit, sich ständig zu ändern. Es gibt über alles betrachtet nur ganz wenige Konstanten und nun wieder eine weniger. Ich finde das gut, denn im Gegensatz zu anderen lang laufenden Serien wird es so nicht langweilig. Etwas mehr Kontinuität würde ich mir aber bei der Produktion wünschen, denn da fallen immer mal wieder ganze Jahre aus und werden, wenn man Glück hat, höchstens noch mit ein paar Specials gefüllt. Die deutsche Übersetzung dauert dann auch nochmal ewig, vermutlich deshalb, weil sich dauerhaft kein deutscher Sender dafür findet und die Serie deshalb hierzulande relativ unbekannt bleibt. Zum letzten Absatz mit dem Qualitätsthema hätte man ruhig dazuschreiben können, dass das heutige Staffeln nicht mehr betrifft, die spätestens seit der Umsetzung auf Blu-Ray mit dem Ende des 10. Doktors viel Budget und eine fantastische Qualität haben.
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