Superhelden-Epos: Die neue Serie "Agents of S.H.I.E.L.D" im Schnellcheck
Wenig neue Serien wurden so ungeduldig erwartet wie "Agents of S.H.I.E.L.D.". Kein Wunder, hinter dem Superhelden-Epos steckt Joss Whedon, Schöpfer der Kultserie "Buffy" und Regisseur des Blockbusters "Avengers". Wird seine neueste Kreation den Erwartungen auch gerecht? Der Schnellcheck.
Brauchen wir wirklich noch so eine Superhelden-Geschichte?
"Agents" schließt zwar inhaltlich direkt an den Blockbuster "The Avengers" an, Superhelden stehen aber nicht im Zentrum der Handlung. Die Anzugträger von S.H.I.E.L.D. bilden eher eine Art Supergeheimdienst, der sich auch darum kümmert, Menschen mit besonderen Talenten aufzuspüren und ihre Kräfte in gewisser Weise unter Kontrolle zu halten.
Worum geht es denn konkret?
Nachdem ein Unbekannter eine Frau aus einem explodierenden Gebäude gerettet hat, stellt Agent Phil Coulson in der Pilotfolge ein Team zusammen, um den Mann zu finden. Dabei stößt er auf das Experiment einer mysteriösen Organisation, die gewöhnliche Menschen mit ungewöhnlichen Kräften ausstattet. Man darf vermuten, dass der Kampf gegen diese Organisation mindestens die erste Staffel der Serie bestimmen wird.
Moment mal: Ist dieser Coulson nicht im "Avengers"-Film vom Bösewicht Loki getötet worden?
Pustekuchen, Nick Fury hat Coulsons Tod damals nur vorgetäuscht, um das Team der Avengers zusätzlich anzustacheln. Coulson hat sich eine Weile lang einen schönen Lenz auf Tahiti gemacht und giert nun nach neuen Fällen und neuer Action.
Das klingt nach dem typischen Rumgeeiere, wenn man erklären will, warum wieder mal eine Fortsetzung oder ein Spin-Off her muss. Was ist denn das Besondere an der Serie?
Zum einen deutet sich an, dass die offizielle Version von Coulsons Schicksal noch nicht einmal die halbe Wahrheit ist. Vor allem aber: Für die Pilotfolge hat "Creator" Joss Whedon selbst auf dem Regiestuhl Platz genommen und am Drehbuch mitgearbeitet. Von ihm stammen unter anderem die Serien "Buffy - Im Bann der Dämonen", "Firefly" und "Dollhouse", und den Kinofilm um die Avengers hat er auch geschrieben und inszeniert. Wenn Whedon gut in Form ist, dann kann er Nerd und Genie in einem sein. Genrestoffe und Referenzen an die Popkultur verpackt er in unaufdringlich witzige und anspielungsreiche Dialoge, er entwickelt lebensechte Figuren. Und er hat dennoch keine Scheu vor dem Überdrehten, Grellen, Haarsträubenden in Science-Fiction, Fantasy oder Horror.
Ist Joss Whedon also seinem Stil treu geblieben?
Marvel-Fans werden sich vor Anspielungen kaum retten können, und Seitenhiebe auf "Harry Potter" oder die "Terminator"-Filme kann sich Whedon ebenfalls nicht verkneifen. Auch schräge Außenseiterfiguren sind ihm weiter sympathisch: Die Techniknerds des Teams sowie eine Hackerin und ein mittelloser Single-Dad scheinen ihm immer ein wenig näher zu sein als die geleckten Coulsons dieses Universums. Ob sich solche Charaktere aber nach dem etwas gehetzt wirkenden Piloten sorgfältiger entwickeln dürfen, bleibt abzuwarten.
Und wie sieht das Ganze aus?
Für eine Fernsehproduktion ziemlich gut. Es geht los mit einer majestätischen Kamerafahrt über New York, einem in die Luft gehenden Gebäude (angeblich) in L.A. und einem Agententreffen vor dem alteuropäischen Pomp von (angeblich) Paris. Danach wird es zwar etwas bescheidener und enger, aber den futuristischen Touch von S.H.I.E.L.D.-Büros, Transportmitteln und Ausrüstung bringt die erste Folge gut rüber.
Kriegt man die Serie auch irgendwann in Deutschland zu sehen?
Vermutlich ja. Quotenmeter.de verweist auf den Volumenvertrag der Mediengruppe RTL mit Disney, dem Mutterhaus des amerikanischen Senders ABC. Die Kölner dürften also als erste zuschlagen. Eine Entscheidung über die Programmierung ist laut einem Sprecher der Sendergruppe allerdings noch nicht gefallen.
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Volker Hage:
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