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16. August 2018, 11:20 Uhr

TV-Aus für "Jung, weiblich, Boss!"

RTL II setzt Jette Joops Gründershow ab

Nach nur zwei Folgen ist Schluss: RTL II nimmt "Jung, weiblich, Boss!" wegen schlechter Quoten aus dem Programm. Es ist nicht die erste Gründershow, die scheitert.

Das dürfte sich Jette Joop anders vorgestellt haben: Fast ein Jahr dauerten die Dreharbeiten zu ihrer Sendung "Jung, weiblich, Boss!", in der die Modedesignerin junge Unternehmerinnen fördern wollte (lesen Sie hiereine Rezension von Anja Rützel zur ersten Folge). Aber trotz des prominenten Gesichts und bester Sendezeit schalteten nicht genug Menschen ein: Auch die zweite Folge blieb mit 330.000 Zuschauern und einem Marktanteil von 2,8 Prozent bei der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ein Flop. Damit erreichte die neueste Ausstrahlung nur 20.000 Zuschauer mehr als die erste.

Wie Meedia zuerst berichtete, zog RTL II nun Konsequenzen. Der Rest der Staffel soll nur noch in der Mediathek TVnow gezeigt werden. "'Jung, weiblich, Boss' ist leider nicht auf das gewünschte Zuschauerinteresse gestoßen. Wir haben das Format aus dem linearen Programm genommen, was wir sehr bedauern", sagte ein Sendersprecher. Ab dem 20. August zeigt RTL II anstelle der Gründershow um 20.15 Uhr nun Wiederholungen von "Die Geissens".

In der Sendung wollte Jette Joop junge Existenzgründerinnen bei der Verwirklichung ihrer Geschäftsideen begleiten, von der Frottee-Kollektion, dem "Kraulsalon" bis zur strippenden Girlgroup. Die Geschäftsfrau Joop wollte ihre Erfahrungen einbringen, um die Frauen zu Beginn ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen.

Gegenüber der Bild-Zeitung äußerte sich Jette Joop zum Scheitern der Sendung: "'Jung, weiblich, Boss!' war ein Experiment, das im TV zur besten Sendezeit und mit zu starker Konkurrenz nicht richtig funktioniert hat. Das ist sehr schade, denn im Leben glaube ich auch weiterhin daran, dass Frauen sehr erfolgreich im Business sein können, wenn sie nur wollen." Sie sei froh, dass es nicht ihr erster Misserfolg gewesen sei und wisse, dass nach jedem "Flop" auch immer wieder ein "Top" käme.

"Jung, weiblich, Boss!" ist nicht die erste Gründershow eines Privatsenders, die abgesetzt wird: Im April verabschiedete sich Sat.1 wegen schlechten Einschaltquoten von der Sendung "Start up!" mit Carsten Maschmeyer. Sie sei "nicht relevant genug" gewesen. Maschmeyer trat zuvor als Investor in der Erfolgssendung "Die Höhle der Löwen" des Konkurrenzsenders Vox auf.

Video: Das Jette-Imperium

kko

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