Sonntagskrimi Der neue "Tatort" im Schnellcheck

Kann eine Zahnbürste Angst und Schrecken verbreiten? SPIEGEL ONLINE liefert die wichtigsten Fakten zum aktuellen "Tatort". In der neuen Kieler Episode geht es um einen Psycho, der bei jungen Frauen in die Wohnung einsteigt, um deren Hygiene-Utensilien zu benutzen.

NDR

Zeigen die Ermittler richtigen Einsatz?

Ja, mehr als für sie gut ist: Kommissar Borowski (Axel Milberg) bricht irgendwann in seiner tristen Single-Küche zusammen, Epileptikerin Sarah Brandt (Sibel Kekilli) kriegt durch ihre Überlastung einen Anfall. Der Fall um einen beziehungsgestörten Briefträger, der sich in den Wohnungen junger alleinstehender Frauen rumtreibt, nagt eben an den Nerven.

Wie blutig ist die neue Folge?

Am Tatort liegt ein bisschen verspritztes Gehirn, ansonsten fließt nicht sonderlich viel Blut. Extrem unangenehme Gefühle stellen sich trotzdem ein, wenn der ungebetene Gast in den Wohnungen der Frauen benutzte Zahnbürsten in seinen Mund schiebt. Der "Tatort" mit der unhygienischsten Anmutung seit langem.

Kann man die Geschichte glauben?

Bedingt. Die Überwachungslogistik, mit der die gestörte Hauptperson seine Besuche in fremden Wohnungen plant, wirkt ein wenig albern. Der tolle Lars Eidinger als stiller Psycho, der sich nebenbei auch um die verwahrlosten Kinder der jungen Frauen kümmert, berührt trotzdem: Bestie oder lieber Kerl? Das vermag man nicht so recht zu sagen.

Wie steht's mit der Komik?

Die Stimmung ist unheilvoll, ein paar böse Witze gibt es trotzdem: Etwa wenn Borowski nachts von seinem Chef heimgesucht wird, weil der von seiner Frau aus der Wohnung geschmissen wurde. Der Chef hatte sich eine Prostituierte nach Hause bestellt und wurde ertappt. Zu doof zum Fremdgehen - dieser Polizei ist nicht zu trauen.

Der beste Spruch?

Vor der Wohnung eines Mordopfers rückt das halbe Polizeirevier an: großer Bahnhof! Auf die Frage, was denn hier los sei, antwortet Ermittlerin Sarah Brandt lakonisch: "Facebook-Party."

Lohnt das Einschalten?

Yep. Am Ende setzt der Psycho-Schocker ein bisschen zu sehr auf den billigen Effekt. Ansonsten: ein kunstvolles, verstörendes Wechselspiel aus Nähe und Distanz.

Und wenn ich mehr über diesen "Tatort" wissen will?

Dann bitte hier weiterlesen!


"Tatort: Borowski und der stille Gast", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Unser Kollege Arno Frank guckt heute für SPIEGEL ONLINE den Tatort und twittert live auf @SPIEGEL_Kultur.

Trailer - "ADD" - Auf den Dächern von Berlin

Mehr Videos gibt es hier auf tape.tv!

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
mischpot 09.09.2012
1. Das Thema ist ja auch so schön authentisch
von den Darstellern vorgetragen, da kann man nur hoffen, daß es eine Fortsetzung gibt die tiefer blicken lässt.
verheerend 09.09.2012
2. Deutsch!
Autor schreibt ... mit der die gestörte Hauptperson seine Besuche in fremden Wohnungen plant, ... Es muss heißen: .... die gestörte Person plant IHRE (DIE Person) Besuche in fremden Wohnungen....
pth 09.09.2012
3. spannende Frage ...
... warum gibt's am Tatort keinen Kaffee mehr - sondern Wasser? Sparmaßnahmen?
kerry_gold 09.09.2012
4. Drehbücher für Doofe
schreiben kann jeder! Es kann noch so ein Schwachsinn sein, die ARD kaufen es! Geld gibt´s ja im Überfluss. Gab es eigentlich schon mal eine noch blödere Folge? (Aber wer will sich das noch ernsthaft merken, wo man sich im Grunde als Tatortzuseher nicht mehr outen mag.)
einuntoter 10.09.2012
5. Auslöser vermeiden
Zitat von pth... warum gibt's am Tatort keinen Kaffee mehr - sondern Wasser? Sparmaßnahmen?
Koffeinhaltige Getränke fördern epileptische Anfälle :-)
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