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Proteste gegen Lanz: Dieter Nuhr startet Online-Petition gegen Online-Petitionen

Kabarettist Dieter Nuhr: Petition gegen "binäre Erregung" Zur Großansicht
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Kabarettist Dieter Nuhr: Petition gegen "binäre Erregung"

Schluss mit "digitalem Mobbing"! Das fordert der Kabarettist Dieter Nuhr nach dem Protest gegen Markus Lanz in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme. Leider hat er bei seiner Online-Petition gegen Online-Petitionen die Nutzungsbedingungen der gewählten Plattform ignoriert.

Hamburg/Berlin - Der angegriffene Markus Lanz hat sich in seiner "Wetten, dass..?"-Sendung am Samstag nur ganz kurz zu dem gegen ihn gerichteten Online-Protest geäußert. Einen ironischen Satz, mehr gab es von Seiten des Moderators zu dem Thema nicht. Ein bisschen mehr hat sich Dieter Nuhr zu dem Internetaufruhr einfallen lassen: Der TV-Kabarettist hat eine eigene digitale Unterschriftensammlung gestartet.

Nuhr will damit nach eigenen Angaben gegen eine Petitionsflut im Internet aufmerksam machen. Bereits am Freitag hatte der Journalist und Autor Hajo Schumacher unter dem Schlagwort "Digitales Mobbing" eine solche Gegen-Petition gefordert. Der darauf folgende Nuhr-Aufruf unter dem Motto "Gegen digitales Mobbing, binäre Erregung und Onlinepetitionswahn", die er am Sonntag startete, wurde allerdings wenige Stunden später von der Plattform "openPetition" gelöscht. Nuhr habe die Nutzungsbedingungen missachtet, erklärte das Portal.

"Meine so schön formulierte Onlinepetition wurde aus Gründen freier Meinungsäußerung gesperrt", schrieb Nuhr auf seiner Facebook-Seite. Mittlerweile hat ein Nutzer eine weitere Petition eröffnet: "Für den Erhalt von Dieter Nuhrs Petition".

Eine andere Online-Petition ist bei der Plattform allerdings noch zugänglich: Christopher Lauer, für die Piratenpartei im Berliner Abgeordnetenhaus, wirbt um Unterschriften zu der These"Markus Lanz soll mal bitte seine Show so machen wie er will, immerhin ist er ja erwachsen". Er startete die Petition am Samstag und hatte bis zum Montagmittag gut 280 Unterstützer.

Lauer findet, es gebe mindestens zehn Dinge, die wichtiger seien als Markus Lanz und sein Moderationsstil. Wer in dessen Sendung gehe - Lauer war schon mehrfach zu Gast -, müsse sich des Show-Charakters der Talkshow bewusst sein. Der Piraten-Politiker schließt mit den Worten: "Leute, für sowas wurden weder Internet-Petitionen erfunden noch ist es sinnvoll so viel Zeit für so einen Quark draufgehenzulassen."

Eine Fernsehzuschauerin aus Leipzig hatte vergangene Woche eine Online-Petition gegen Talkmaster Lanz gestartet. Die Aktion unter dem Motto "Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!" hatten bis Montag etwa 220.000 Menschen virtuell unterschrieben.

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Markus Lanz nach Online-Petition: Der lockere Lanz

cbu/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 551 Beiträge
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1. Gute Nacht
immerdreimalmehrwiedu 27.01.2014
du schöne analoge Welt!
2. Kettenreaktion
wahrheit29 27.01.2014
Die Ablehnung scheint mir richtig da ansonsten eine Kettenreaktion erfolgen könnte, sprich eine erneute Petition gegen Nuhrs Petition und so weiter, das macht keinen Sinn.
3. damit setzt sich nuhr auf die liste derer, bei denen einigermaßen intelligente ...
blitzunddonner 27.01.2014
damit setzt sich nuhr auf die liste derer, bei denen einigermaßen intelligente menschen umschalten. das wird ihm nicht schaden, dafür gewinnt er mehrfach neue zuschauer aus den kreisen der "schweigenden" mehrheit.
4. Bravo Herr Nuhr!
Lobhudel 27.01.2014
Nuhr hat volkommen recht - man muss diese Betroffenheits-Klicker mit den eigenen Waffen schlagen. In Anlehnung an meine politisch bewusste Jugend würde ich die Umfrage PETTING STATT PETITION nennen. Gerne auch OpenPETTING, so von wegen Öffentlichkeit und Transparenz und so.
5. optional
jot-we 27.01.2014
... ist dieser peinliche Mensch denn immer noch nicht Vorstandssprecher bei der CDU? Liebe Frau Merkel, ich petitiere Sie hiermit auch rechtr schön: geben's dem Nuhr doch mal eine Chance! Vielleicht wird er durch den Realitätsschock dann ja wieder lustig ...
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Lanz-Momente
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Markus Lanz moderierte "Wetten, dass..?" ins Quotentief: Die Februar-Ausgabe der Samstagabendshow wollten nur 5,85 Millionen Menschen sehen. Ein historisches Tief. ZDF-Intendant Thomas Bellut ließ sich kurze Zeit später mit den Worten zitieren, er wisse nicht, wie lange es die Sendung noch geben werde.

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Lanz ist sich selten für etwas zu schade. Im März 2013 bekam er beispielsweise eine Schokoladen-Dusche ab.

ZDF

Ein besonders umstrittener Auftritt von Markus Lanz war sein Gespräch mit Sahra Wagenknecht: Mit der Phrase "Da muss ich einmal einhaken" unterbrach der Moderator Anfang des Jahres seinen Gast wiederholt und mit einer inhaltlich nicht nachvollziehbaren Penetranz.

Zuschauerin Maren Müller aus Leipzig startete daraufhin die Online-Petition "Raus mit Markus Lanz aus meiner Rundfunkgebühr!" - und hatte nach wenigen Tagen mehr als 60.000 Unterschriften (siehe Screenshot von openpetition.de). In ihrer Begründung ist nachzulesen, dass sie auch politisch motiviert ist: Sie wirft Lanz vor, vor allem mit linken Politikern ein Problem zu haben.

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Markus Lanz bei der Oktober-Ausgabe von "Wetten, dass..?": Für seine Moderation des Samstagabend-Klassikers musste der ZDF-Mann viel Kritik einstecken - und sinkende Einschaltquoten hinnehmen.

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Eigentlich erstaunlich, denn skurrile Momente gab es zuhauf bei Markus Lanz.

ZDF/ Youtube

Halbnackter Protest im TV-Studio: Zwei Femen-Aktivistinnen haben die Talkshow von Markus Lanz gestürmt. Es war nicht der erste Moment in einer Lanz-Sendung, in der sich die Zuschauer gefragt haben dürften, was da los ist.

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So sicherlich auch bei seinem Jahresrückblick "Menschen 2013". Auf dem Bild zumindest guckt Dieter Hallervorden recht irritiert hinter dem Sofa hervor.

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Und noch ein Beispiel: Erst im November 2013 gab es bei "Wetten, dass..?" ein bizarres Zungenspiel zu beobachten. Anlass war eine Wette: Der Kandidat will die Zahnpasta, die seine Freundin vorher benutzt hat, beim Zungenkuss erschmecken.

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Auch Lanz selbst sorgt für Tiefschläge. Hier sieht man ihm in der wohl schlechtesten "Wetten, dass..?"-Ausgabe beim Limbotanzen. Er wäre am liebsten selbst aus dem Studio gerannt, erzählte Lanz im Dezember 2013 dem Magazin "Stern".

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Weitere skurrile Highlights: Der schottische Schauspieler Gerard Butler schüttet sich in der Show vom Juni 2013 Eiswürfel in seine Hose - und Lanz lacht sich im Hintergrund kringelig.

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Dauer-Werbesendung? TV-Moderator Stefan Raab durfte bei Lanz einen von ihm entwickelten Duschkopf ausgiebig anpreisen.

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Zusammen mit den Köchen Alfons Schuhbeck (l.) und Alexander Herrmann (r.) schnallte er sich auch schon ein Sixpack-Imitat um.

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Den Gästen blieb ebenfalls wenig erspart. US-Schauspieler Tom Hanks musste im November vergangenen Jahres in der ZDF-Show plüschige Katzenohren tragen.

dapd

Hinterher lästerte Hanks über die quälend langwierige Familiensendung.



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