"Lindenstraße" Vater Beimer stirbt einen rührenden Tod

Er war seit der ersten Folge dabei: Schauspieler Joachim Luger verlässt die wohl bekannteste ARD-Serie. Seine Figur Hans Beimer litt an Parkinson - ihr Tod brachte der "Lindenstraße" eine starke Einschaltquote.

Szene aus der "Lindenstraße"-Folge "Die Ruhe nach dem Sturm"
DPA

Szene aus der "Lindenstraße"-Folge "Die Ruhe nach dem Sturm"


Alles schien wieder gut zu sein - doch dann starb Hans Beimer. In einer Schutzhütte im Wald sackte Hans zusammen - neben sich in friedlicher Eintracht die beiden Frauen, die ihn sein Leben lang begleitet hatten und stets Rivalinnen blieben: Ex-Gattin Helga (Marie-Luise Marjan) und seine zweite Ehefrau Anna (Irene Fischer).

Die Rede ist natürlich von Vater Beimer aus der "Lindenstraße", dessen Darsteller Joachim H. Luger die Serie mit dem Tod seiner Figur verlassen wollte. Luger war seit der ersten "Lindenstraße"-Folge Ende 1985 dabei und gehörte zu den prägenden Gesichtern der ARD-Serie.

"Als ich erfuhr, dass er aussteigen will, war das ein Schock für mich, es kam so plötzlich", sagte Marie-Luise Marjan der Deutschen Presse-Agentur. "Da endet eine Ära." Sie sei ein bisschen traurig, dass unter den "Lindenstraße"-Schauspielern nun nur noch eine Handvoll Darsteller der ersten Stunde seien.

In der letzten Folge fanden sich Hans, Helga und Anna bei einem aufziehenden Gewitter in einer Hütte zusammen und fielen sich erleichtert in die Arme. Doch die idyllische Szene endete, als Vater Beimer mit Blick auf die untergehende Sonne verstarb.

Der 74-jährige Luger hatte seine Entscheidung damit begründet, dass er mehr Zeit für das Theaterspielen und seine Familie haben wolle. Mit ausschlaggebend für seinen Ausstieg sei aber auch die Parkinson-Erkrankung seiner Figur Hans gewesen: "Über Jahre diese Erkrankung zu spielen, ist nicht einfach. Auch weil das, was im Wesentlichen die Schauspielerei ausmacht - Mimik, Gestik und Sprache - dadurch eingeschränkt wird", hatte er der dpa gesagt.

Immerhin brachte Lugers Abschied aus der Serie der "Lindenstraße" deutlich größeres Zuschauerinteresse ein als in jüngerer Zeit üblich. Wie der Branchendienst "DWDL" meldete, schauten am Sonntagabend 2,84 Millionen Zuschauer ein - der Jahresschnitt betrage 2,1 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil betrug 12,0 Prozent und war damit den Angaben zufolge so hoch wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr.

feb/mes/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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transfo 03.09.2018
1. Unterlassene Hilfeleistung
ist das deutsches Bildungsfernsehen? Nun habe ich mir aufgrund des Spon Artikels mir diese Folge angeschaut, ja ich kann alle Folgen die ich mit ansehen musste an einer Hand abzählen, dabei müsste dieses Hand sicherlich nicht einmal alle Finger haben. Aber heute morgen musste dann, dank der Mediathek, der nächste Finger meiner Hand musste dran glauben. Bei diesem Specials hat mir die Musik sehr gefallen, nette Idee, wenn auch etwas zu dicke aufgetragen. Aber nun zum großen Finale Da sitzt also der rüstige Herr, durch trainiert für den Jakobsweg, welche Srtecke er dort wählen wollte blieb offen, jedenfalls Sitz er mit seinen "beiden" Frauen in einen unterstand und es gibt Schnittchen. Nun sackt er aber völlig entspannt zur Seite, also kein dramatisches Zeichen von Herzinfarkt, Lungenembolie, Aneurysma oder Apoplex. Und was machen die beiden Damen - nichts. Da hätte man mit wenigen Handgriffen sicherlich schnell eine erfolgreiche Reanimation hinbekommen, da sitzen bleiben und betreten in die Gegend schauen, auch wenn der Sonnenuntergang kitschig nett aussah, ist nicht die richtige Reaktion. Für mich sieht das eher aus wie unterlassene Hilfeleistung
geilundgemein 03.09.2018
2. @Transfo
Vielleicht ist es sogar Beihilfe zum natuerlichen Suizid, vulgo Sterbehilfe... Wie furchtbar...
stoffi 03.09.2018
3. Schon lange habe ich die
Lindenstrasse nicht mehr gesehen, aber die gestrige Folge wollte ich doch mal sehen. Ich fand den Abgang Hansemanns ganz gelungen. Man darf eben nicht vergessen, hier gehts um einen Film und nicht um Wirklichkeit.
matteo51 03.09.2018
4. Musik
Die Musik hat mir sehr gut gefallen, die sinfonische Umsetzung hat gezeigt, was für eine tolles Stück das eigentlich ist....
gatopardo 03.09.2018
5. Eine triviale Ader
haben wir ja alle. Ich sehe das linksliberale Lehrstück in Form der "Lindenstrasse-Seifenoper" mindestens seit 20 Jahren jeden Sonntag und ziehe es mir in der Mediathek nachträglich rein, sollte ich es einmal versäumen. Natürlich sind viele Dinge, die dort geschehen, ziemlich unwahrscheinlich, aber man ist doch in der Diaspora immer mit dieser Münchner Strasse verbunden, in denen stets auch skurrile Gestalten und von der sexuellen Norm abweichende Menschen vorkommen, welche einen natürlichen Prozentsatz der Gesamtbevölkerung eines jeden Landes wiedergeben, aber in anderen Serien kaum vorkommen.
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