Nach zwei Staffeln Netflix beendet Marvel-Serie "Luke Cage"

Gerade erst wurde das Ende für "Iron Fist" verkündet, nun stellt Netflix eine weitere TV-Serie aus dem Marvel-Universum ein: Das Aus für "Luke Cage" könnte ein Vorbote von Disneys Einstieg in den Streaming-Markt sein.

Mike Colter in "Marvel's Luke Cage"
picture alliance/ AP Photo

Mike Colter in "Marvel's Luke Cage"


Als "Luke Cage" 2016 Premiere feierte, wurde die Serie als Indiz gesehen, dass ein neues afroamerikanisches Selbstbewusstsein sich in der populären Kultur weiter niederschlage. Der von Mike Colter gespielte Held war zunächst als Nebenfigur in der Marvel-Verfilmung "Jessica Jones" eingeführt worden - nun hatte er es zur Hauptfigur gebracht. Die Folgen der in Harlem spielenden Serie trugen Titel von Rap-Klassikern.

Nach zwei Staffeln hat nun allerdings der Streamingdienst Netflix das Ende für "Luke Cage" ausgerufen. Wie der US-Branchendienst "Deadline" zuerst meldete, werde es keine dritte Staffel geben. In einer gemeinsamen Erklärung dankten Netflix und die TV-Abteilung des Comicunternehmens Marvel allen Beteiligten und den Fans für ihre Unterstützung der Serie.

Laut "Deadline" wird das Ende für "Luke Cage" in der Branche als Überraschung angesehen, da der Showrunner an Drehbüchern für eine dritte Staffel gearbeitet habe und auch der Vertrag von Hauptdarsteller Mike Colter noch gültig sei. Dennoch habe es offenbar die berüchtigten "kreativen Differenzen" mit Netflix und Marvel gegeben.

Vor einer Woche erst hatte Netflix bereits das Ende für eine weitere Serie aus dem Marvel-Universum verkündet: Auch "Iron Fist" wird keine dritte Staffel bekommen. Damit sind innerhalb weniger Tage zwei der fünf Serien aus dem 2013 mit viel Trara verkündeten Deal zwischen Marvel und Netflix eingestellt worden. Die dritte Staffel von "Daredevil" ist gerade gestartet, die zweite Staffel von "The Punisher" abgedreht, während eine dritte Staffel von "Jessica Jones" in der Produktion ist.

Ein Hintergrund für den Unwillen zur Fortsetzung der Serien bei Netflix (das keine Zuschauerzahlen veröffentlicht) könnte der angekündigte Start eines eigenen Streamingdienstes von Disney sein. Disney übernahm den Comicverlag Marvel 2009. Wie der Branchendienst "Variety" berichtet, soll Marvel sein Hauptaugenmerk darauf richten, für den Disney-Dienst Inhalte zu entwickeln.

feb



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
schokohase123 20.10.2018
1. Ich sehe andere Gründe
Während Jessica Jones, Daredevil und der Punisher bereits eine Entwicklung absolvierten, blieb Iron Fist wundersam eintönig und trocken bis zum Ende der ersten Staffel. Luke Cage machte in der ersten Staffel viel Lust auf mehr, enttäuschte jedoch in den ersten zwei Folgen der zweiten durch langatmiges Gerede und endlose Fummel- und Knutschszenen. Ich würde viel eher einen Absturz der Zuschauerzahlen vermuten.
welten-bummler 20.10.2018
2. Nicht wirklich verwunderlich
Mich selbst wundert der Ausstieg nicht waren die Hauptdarsteller sowohl von Luke Cage und noch viel mehr Iron FIst derart langweilig und Eindimensional, dass es teilweise schwer war genügend Stamina aufzubringen sich eine ganze Staffel anzuschauen.
5b- 20.10.2018
3. Schade
Schade um Luke. Dass Iron Fist abgesetzt wurde hat mich nicht überrascht. Es war definitiv die schwächste Marvel Geschichte auf Netflix. Die beste ist aber definitiv der Punisher. Das große Marvel Problem ist das offene Ende, der Klippenhänger. Bisher war ein Ende aber bei keiner Netflix Serie in Sicht. Gerade das Ende der zweiten Luke Cage Staffel hat Interesse an dem weiteren Verlauf der Geschichte geweckt. Der einzige Zyklus der im Marvel Live-Action Universum abgeschlossen wurde ist der X-Men/Wolverine Erzählstrang — das aber auch nur bis zur nächsten Inkarnation.
dirkcologne 20.10.2018
4. schwache Figuren?
Haben schwache Figuren/Dialoge nicht ursächlich mit schwachen Drehbüchern zu tun? Egal,wenn Disney meint Marvel-Figuren kaputt machen zu müssen muss Netflix halt DC-Figuren nehmen
redrat69 21.10.2018
5. Iron Fist
Letztendlich ist es immer Geschmacksache. Ich persönlich fand Iron Fist recht gut. Die eher zurückhaltende Erzählung war mal etwas anderes. Letztlich geht aber wohl darum, dass jetzt nach und nach alle Marvel Serien bei Netflix aufkündigt, um sie dann selber zu produzieren und auszustrahlen auf dem Disney eigenen Streaming Dienst. Immerhin sind diese Serien ein großes Zugpferd bei Netflix.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.