"Tatort"-Star Maria Furtwängler "Eine Form von Missachtung"

Die "Tatort"-Schauspielerin Maria Furtwängler kritisiert im SPIEGEL den Umgang mit Frauen im deutschen Fernsehen. Sie könne nur eine Handvoll Frauen in ihrem Alter nennen, die noch zu tun haben.

Maria Furtwängler
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Maria Furtwängler


Maria Furtwängler, 50, ärgert sich darüber, wie das deutsche Fernsehen mit Frauen umgeht. In der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL beklagt der "Tatort"-Star: "Generell gibt es weniger weibliche Hauptfiguren als männliche. Eine Form von Missachtung ist auch, dass ältere Frauen so gut wie gar nicht vorkommen, die verschwinden irgendwo im TV-Bermudadreieck. Ich kann Ihnen gerade mal eine Handvoll Schauspielerinnen in meinem Alter nennen, die noch gut zu tun haben. Eine Handvoll!" (Lesen Sie hier das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

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Heft 28/2017
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Seit 2002 ermittelt Furtwängler im "Tatort". Im Umgang mit Drehbuchautoren war sie anfangs recht harsch. "Ich hatte echt einen Ruf weg am Anfang der 'Tatort'-Zeit. Nicht ganz zu Unrecht: Oft bin ich spitz geworden, hart und verletzend, weil ich das Gefühl hatte, ich werde nicht gehört. Das war nicht zuletzt ein Ausdruck von Hilflosigkeit." Auch als Kommissarin Charlotte Lindholm will sie künftig fröhlicher werden.

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Vor den nächsten Dreharbeiten habe sie gesagt: "Leute, wenn die Frau in der Folge nicht drei-, viermal lacht, dann spiele ich nicht mit. Ich will, dass man sieht, dass sie glücklich sein kann." Dass Lindholm oft ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrem Kind habe, liege auch an Furtwängler: "Vielleicht hatte ich einfach selbst ein schlechtes Gewissen. Wenn Sie meine Kinder fragen, würden die wohl auch sagen, ich war zu viel abwesend. Gerade hatte ich mit meinem Sohn eine Debatte darüber, dass ich früher an den Wochenenden nicht mit zu den Fußballspielen gefahren bin, und wie unmöglich er das fand. Wenn man meinen Mann fragt, sagt der, er war überall dabei. Wenn ich Jacob frage, sag mal, war der Papa dabei, antwortet er: 'Ich kann mich nicht erinnern.'"

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 62 Beiträge
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Seite 1
janne2109 08.07.2017
1. och nee
das Thema ist doch nicht neu, was wollte sie denn damit kund tun?
Bernhard.R 08.07.2017
2. Frauen bei der Kripo
Wie hoch ist ihr Anteil? Vielleicht spiegelt die Anzahl weiblicher Kriminalisten im Krimi auch nur deren Anteil an den realen Kripo-Beamten wider.
grommeck 08.07.2017
3. Dann kann die "Handvoll" ja froh sein, dass es die GEZ gibt..
Das Geld ist wenigstens sicher. Ansonsten stehen die Agentur für Arbeit und ALG1, H4 wie für jeden anderen auch zur Verfügung. Ein Kollege von ihr sagte einmal in einem Interview er bräuchte schon um die 5000€ im Monat, um über die Runden zu kommen. Das ist natürlich mit Risiken behaftet wenn das Geld nicht fließt, aber welcher normale Mensch verdient soviel? Und was ist soviel wert von dem was uns angeboten wird? Diese Selbstherrlichkeit ist schon erschreckend. Aber wie gesagt, es gibt ja die Zwangsgebühr - wie nett.
kirk_dougles 08.07.2017
4. Mich ärgert wie das Fernsehen seine Zuschauer behandelt
Dauet Krimi Käse und gaga quiz und sonstige Shows beleidigen jeden Anspruch. Wo sind die guten filme geblieben. Klassikers. Film noir gute Shows usw. Gute krimis usw. Es ist ein Trauer spiel. Ausser Nachrichten schalte ich so gut wie nie ein. Arte ist der einzige sender der nicht peinlich ist. Wie peinlich
tomymind 08.07.2017
5.
Mir kommen die Tränen. Wieviel Frauen sindTV-Schauspielrinnen? Erinnert mich an den Kampf der SPD damit Einkommensmillionärinnen auch in den Aufsichtsrat kommen können. Frau Furtwängler, ist ihr Mann nicht in der Medienbranche?
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