Mauschelei mit USA: Dschasira-Chef tritt zurück

Rückzug eines Journalisten: Wadah Khanfar hat seinen Posten als Nachrichtenchef des arabischen TV-Senders al-Dschasira geräumt. WikiLeaks hatte zuvor Dokumente enthüllt, die auf enge Kontakte Khanfars zur US-Regierung schließen lassen. Offiziell ist von diesem Zusammenhang allerdings keine Rede.

Wadah Khanfar war acht Jahre lang der Chefjournalist von al-DschasiraZur Großansicht
DPA

Wadah Khanfar war acht Jahre lang der Chefjournalist von al-Dschasira

Berlin/Kairo - Der arabische Nachrichtensender al-Dschasira mit Sitz in Katar hat überraschend den Rücktritt seines bisherigen Nachrichten-Direktors Wadah Khanfar bekanntgegeben.

Dem Rücktritt Khanfars war die Veröffentlichung geheimer US-Kabel durch die Enthüllungsplattform WikiLeaks vorausgegangen, die auf enge Verbindungen Khanfars zu US-Behörden schließen lassen. Den Botschaftskabeln zufolge stand Khanfar in ständigem Kontakt mit dem US-Militärgeheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA), mit welchem er über die kritische Berichterstattung seines Senders über die USA diskutierte und zusagte, Berichte im Sinne der US-Amerikaner zu entschärfen.

"Ich amüsiere mich über die Gerüchte"

Im Statement von al-Dschasira zum Rücktritt des Chefjournalisten ist davon allerdings keine Rede. Hier heißt es, Khanfar habe im Juli um seine Ablösung gebeten, welche dann vor einem Monat so organisiert worden sei, dass ein "reibungsloser Übergang" sichergestellt werden könne.

Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, enthülle ein US-Botschaftskabel aus Doha, dass Khanfar die Bilder von verletzten Kindern und einer Frau mit Gesichtsverletzungen aus einem Bericht über US-amerikanische Militäroperationen im Irak entfernen ließ. Zudem lasse das Kabel darauf schließen, dass Khanfar mit der US-Regierung mündliche Vereinbarungen über die Art der Berichterstattung getroffen habe.

In einem Bericht des US-Botschafters Chase Untermeyer aus dem Oktober 2005 wird laut "New York Times" über ein Treffen Khanfars mit US-Offiziellen berichtet. Khanfar habe bei dieser Gelegenheit eine enge Zusammenarbeit zwischen US-Regierung, al-Dschasira und der Regierung von Katar angeregt. Gleichzeitig habe er darauf gedrungen, seine US-Kontakte geheim zu halten.

Khanfar selbst zeigt sich auf Twitter belustigt über die Spekulationen um sein Ausscheiden: "Ich amüsiere mich über die Gerüchte um den Grund für meinen Rücktritt." Sein Nachfolger steht bereits fest: Scheich Ahmad bin Jasem bin Muhammad al-Thani, ein Geschäftsmann aus Katar und Mitglied des dortigen Herrscherhauses.

kuz/AP

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insgesamt 2 Beiträge
willem.fart 21.09.2011
irgendwo musste die CIA ja ihre Bin Laden Videos veröffentlichen.
irgendwo musste die CIA ja ihre Bin Laden Videos veröffentlichen.
nr6527 21.09.2011
Al-Dschasira, gehört der Herrscherfamilie, besser gesagt dem Emir von Qatar, ist halt auch nur ein Teil der Manipulationsmaschine.
Zitat von willem.fartirgendwo musste die CIA ja ihre Bin Laden Videos veröffentlichen.
Al-Dschasira, gehört der Herrscherfamilie, besser gesagt dem Emir von Qatar, ist halt auch nur ein Teil der Manipulationsmaschine.
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  • Mittwoch, 21.09.2011 – 11:21 Uhr
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