Pläne für Jugendkanal: MDR will junge Zuschauer zur ARD locken

Angriff auf die Jugend: Der MDR plant einen Jugendkanal für die ARD. Noch ist allerdings offen, ob die Politik einen weiteren Ableger fürs Erste akzeptiert. Schon jetzt regt sich Widerstand gegen die unterschiedlichen Digitalsender der öffentlich-rechtlichen Anstalten.

MDR-Landesfunkhaus Thüringen in Erfurt: Neben Ki.Ka bald auch Jugendkanal? Zur Großansicht
dapd

MDR-Landesfunkhaus Thüringen in Erfurt: Neben Ki.Ka bald auch Jugendkanal?

Hamburg/Leipzig - Die öffentlich-rechtlichen Senderanstalten und die Jugend - ein trauriges Thema. In der Hoffnung, jüngere Zuschauer zu erreichen, werden zwar Moderatoren wie Matthias Opdenhövel oder Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf von den Privaten abgeworben, mit neuen Konzepten und Showideen tut man sich allerdings schwer.

Nun wagt ausgerechnet der als besonders bieder geltende Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) einen Vorstoß in die unerschlossenen Gefilde der jüngeren Jahrgänge. Angeblich entwickelt man für die ARD einen trimedialen Jugendkanal: "Wir wollen den Privaten nicht das junge Publikum überlassen. Ein Jugendkanal könnte ein Weg sein, die Lücke zwischen Kinderkanal und unseren anderen Kanälen zu schließen", wird MDR-Intendantin Karola Wille in einem Bericht des "Handelsblatts" zitiert.

Der Jugendkanal solle vom Südwestrundfunk und Bayerischen Rundfunk medienpolitisch unterstützt werden. "Dem MDR, aber auch der ARD droht ein Generationenabriss. Wir brauchen dringend mehr Innovation im Programm", sagte Wille dem Blatt. Der Jugendkanal soll als Fernsehsender, Radiokanal und im Internet agieren.

Die Pläne für den neuen Sender fallen in eine Zeit, da von unterschiedlichen politischen Seiten die Forderung kommt, das Programmangebot der öffentlich-rechtlichen Anstalten einzuschränken. Die sächsische Staatskanzlei etwa fordert seit längerem von ARD und ZDF, ihre sechs Digitalkanäle wieder einzustellen. Und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hatte sich in der vergangenen Woche zumindest für den Verzicht auf einzelne Kanäle ausgesprochen.

cbu/dapd

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