Hamburg/Berlin - "Die intrigante Partymaus", "der Sunnyboy mit Kohle", "das Männeraccessoire": Das Personal der RTL-II-Vorabendsoap "Köln 50667" erfüllt so ziemlich alle Trash-Standards, bietet aber eher wenig Stoff für die Nachrichten.
Weil in den "RTL II News" aber die Aussage einer Figur aus der Serie ausgestrahlt worden ist, hat die deutsche Medienaufsicht nun eine Ausgabe der Nachrichtensendung beanstandet.
Der Beitrag sei ohne einen Hinweis gesendet worden, dass die Figur und ihre Kommentare nur erfunden sind. Das teilte die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) am Dienstag mit.
Das Vorabendformat "Köln 50667" ist ein sogenanntes Scripted Reality-Format, erweckt also den Anschein, es handele sich um eine reale Handlung.
Die ZAK moniert in diesem Fall einen Verstoß gegen journalistische Grundsätze und das Gebot der Sachlichkeit. "Bei diesem Beitrag verschwimmt die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit", sagte ZAK-Vorsitzender Thomas Fuchs. "Hier verletzt ein Sender die Wahrhaftigkeitsregel. Die Zuschauer können so nicht mehr erkennen, welche Sequenz echt und welche fiktional ist."
Die ZAK setzt sich aus den gesetzlichen Vertretern der 14 deutschen Landesmedienanstalten zusammen.
sha/dpa
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