Monika Wulf-Mathies WDR will Hinweisen auf sexuelle Übergriffe nachgehen

Der Westdeutsche Rundfunk will prüfen lassen, ob es bei dem Sender Fälle von sexueller Belästigung gegeben hat. Die Untersuchung soll die frühere Gewerkschaftsvorsitzende Monika Wulf-Mathies leiten.

Monika Wulf-Mathies
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Der WDR arbeitet Vorwürfe auf, nach denen es in den vergangenen Jahren Fälle von sexueller Belästigung gegeben haben soll. Das teilte der Sender am Donnerstag mit. Monika Wulf-Mathies, die frühere Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), leitet die Prüfung und soll Zugang zu allen Informationen und Gesprächspartnern erhalten.

Außerdem hat der WDR eine weitere Kanzlei beauftragt, aktuellen Hinweisen auf weitere mögliche Fälle sexueller Belästigung nachzugehen. "Wir stellen uns auf den Prüfstand, denn wir haben nichts zu verbergen", sagte WDR-Intendant Tom Buhrow.

Die 76-jährige Wulf-Mathies, war von 1995 bis 1999 auch EU-Kommissarin, erklärte laut WDR-Mitteilung, sie sei bereit, zur Aufklärung beizutragen. "Gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte in Gleichstellungsfragen eine Vorbildfunktion wahrnehmen."

WDR kämpft seit Wochen mit Vorwürfen

Sie finde es richtig, dass die Sensibilität für Fragen sexueller Belästigung in der Gesellschaft gewachsen sei und Frauen heute nicht mehr gezwungen seien, anzügliche Bemerkungen und Handlungen hinzunehmen oder berufliche Nachteile zu erleiden.

Der WDR kämpft seit einigen Wochen mit Vorwürfen, Kollegen hätten Frauen sexuell belästigt. Mittlerweile besteht Verdacht gegen mindestens fünf Männer. Als erster Fall war der eines Auslandskorrespondenten bekannt geworden, der einer Praktikantin in einem Hotelzimmer Pornofilme gezeigt und einer Kollegin "eindeutige Mails" geschrieben haben soll.

Die Vorsitzende des Personalrats, Christiane Seitz, ist mittlerweile aus dem Interventionsausschuss zurückgetreten. Sie wirft dem WDR vor, nicht genug getan zu haben.

kae/dpa

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