"Tatort"-Kommissare zu Dreharbeiten "Wir sind hart an der Grenze des Zumutbaren"

Seit 25 Jahren ermitteln Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec im Münchner "Tatort". Doch die beiden beobachten nach eigenen Angaben einen Qualitätsverfall: Es werde zu viel gespart.

Udo Wachtveitl (l.) und Miroslav Nemec
DPA

Udo Wachtveitl (l.) und Miroslav Nemec


Sie sind die ältesten Ermittler im "Tatort", Anfang April feiern sie als Franz Leitmayr und Ivo Batic Silberhochzeit. Doch kurz vor dem 25er-Jubiläum haben die Münchner "Tatort"-Kommissare Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec den gestiegenen Zeit- und Kostendruck bei den Dreharbeiten beklagt.

"Wir sind inzwischen hart an der Grenze des Zumutbaren", sagte der 57-jährige Wachtveitl in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Es gebe einen Punkt, an dem ein Produkt nicht mehr besser werden könne, sondern schlechter werden müsse, wenn man zu sehr an den Ressourcen spare, sagte der Schauspieler. "Und an diesem Punkt sind wir längst angelangt. Das betrifft Geld, und es betrifft Zeit."

Auch sein Kollege Nemec, 61, kritisierte die längeren Arbeitszeiten. Schon ein paar mehr Drehtage würden das Team entlasten. "Die Tage sind weniger geworden, die Stunden dafür mehr." Es werde mittlerweile nach dem Motto gearbeitet: "Der Tag hat 24 Stunden, und wenns nicht reicht, nimmst du die Nacht dazu."

In den 25 Jahren, in denen die beiden für die ARD vor der Kamera standen, hätten sie außerdem nicht nur gute Krimis gedreht. Die Folge "Ein Sommernachtstraum" von 1993 sei "mit Abstand die unangenehmste Geschichte" gewesen, sagte Nemec. Aber auch "Wer zweimal stirbt" sei "nicht sehr doll gewesen". Wachtveitl nannte die Folge "Gesang der toten Dinge" von 2009 als Tiefpunkt und bezeichnete sie als Esoterik-"Tatort".

Am 3. April können Wachtveitl und Nemec zeigen, was sie trotz Sparmaßnahmen können. Dann wird die Jubiläumsfolge "Mia san jetz da wo's weh tut" ausgestrahlt.

gam/dpa



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insgesamt 102 Beiträge
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kritischerleser50 26.03.2016
1. Stimmt
Der Mann hat völlig recht "Hart an der Grenze des Zumutbaren". Das gilt allerdings auch für uns Zuschauer. Was uns da unter "Tatort" seit Jahren vorgesetzt wird, verdient meistens nur diese Bezeichnung. Und warum fehlt es am Geld ? Sind die Zwangsgebühren noch nicht hoch genug...?
ghdh 26.03.2016
2. Qualitätsverlust
Der Münchner Tatort ist wirklich nicht der Hit. Ob dies an den Schauspielern, dem Regisseur oder dem Drehbuchautor liegt, ist ungewiss. Etwas dynamischere Kommissare würden der Sendung allerdings sehr gut tun. Vielleicht ist ein Wechsel der Schauspieler nötig. Beide Schauspieler könnten dann Rollen als gemütliche Opas übernehmen. Diese Rollen können sie authentisch ausfüllen.
martinm70 26.03.2016
3. Unterhaltungssendunden haben bei den ÖR eh nichts verloren
Ich sehe keinen Sinn drin das ich gezwungen werden soll Geld dafür zu bezahlen das die ARD damit Krimis dreht die mich schlicht nicht interessieren, weil mich Krimis allgemein nicht interessieren. Oder ist der Umkehrschluß daraus das der Staat unbedingt will das ich mich für Verbrechen und Mordfälle zu interessieren habe?
Kritik 26.03.2016
4.
Ich glaube, den Herren ist es in ihrem öffentlich rechtlichen zwangsfinanzierten Versorgungssystem nicht mehr kuschlig genug. Vielleicht sollten die beiden es mal bei den Privaten versuchen. Dort weht mit Sicherheit ein anderer Wind. Wenn die vorgegebenen Quoten nicht erreicht werden, wird die Sendung kurzerhand abgesetzt. Eine Versorgung auf Lebenszeit findet dort nämlich nicht statt.
locke27 26.03.2016
5. ARD und ZDF...
sind im allgemeinen nicht mehr zumutbar! absolut weltfremdes programm. politische meinungsmache. wintersport ohne ende. ständig minderwertige krimis. zwangsabgaben und werbespots. sorry, aber wenn ihr nicht wenigstens die bundesligarechte bekommt und jede woche wenigstens ein ganzes spiel zeigt, dann seit ihr nutzlos. niemand braucht euch. niemand will euch. ihr besitzt keine daseinsberechtigung. den bildungsauftrag? da bieten selbst rtl2 und tele5 mehr bildung und die bieten schon nix. die ör gehören abgeschafft oder reformiert!
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