Nach Belästigungsvorwürfen Kolleginnen unterstützen Tom Brokaw

Der NBC-Starmoderator Tom Brokaw wird der sexuellen Belästigung bezichtigt - jetzt haben 65 Frauen aus der US-Fernsehbranche einen Unterstützerbrief veröffentlicht: Brokaw sei "ein Mann von großer Anständigkeit".

Tom Brokaw
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Nachdem Tom Brokaw, populärer Anchorman des US-TV-Senders NBC, von der Kriegsreporterin Linda Vester und einer ehemaligen Produktionsassistentin der sexuellen Belästigung in den Neunzigerjahren bezichtigt wurde, bekommt er nun Unterstützung von 65 Frauen aus der US-TV-Branche: Sie haben einen Brief zur Unterstützung des langjährigen Anchormans verteilt, wie der "Hollywood Reporter" berichtet, der das Schreiben in voller Länge abgedruckt hat.

In dem Schriftstück äußern sich die Frauen voll des Lobes über den 78-Jährigen: "Brokaw hat uns alle stets mit Fairness und Respekt behandelt und uns geholfen, in unserer Karriere voranzukommen", zudem sei er ein Mann von großer Anständigkeit und Integrität. Zu den Unterzeichnerinnen zählen die populäre US-Radiomoderatorin Rachel Maddow und die bekannten Journalistinnen Andrea Mitchell und Maria Shriver.

Zuvor hatte Brokow die Vorwürfe von Linda Vester zurückgewiesen. Die heute 52-jährige ehemalige NBC-Korrespondentin hatte in der "Washington Post" und der "Variety" behauptet, Brokaw habe ihr gegenüber unerwünschte Avancen gemacht und sie bei zwei Anlässen mit Gewalt zu küssen versucht.

"Avatar männlicher Frauenfeindlichkeit"

In einer E-Mail, die Tom Brokaw kurz vor Erscheinen des Unterstützerbriefs an einige NBC-News-Kollegen geschickt hatte, beschwerte er sich, in einen Hinterhalt gelockt worden zu sein und von der "Washington Post" und "Variety" als Avatar männlicher Frauenfeindlichkeit an den Pranger gestellt worden zu sein. Er fühle sich jeglicher Ehre und Leistung beraubt, die er sich in mehr als einem halben Jahrhundert als Journalist und Staatsbürger verdient habe.

Weiter zürnte er, dass Linda Vester bei ihrem Streben nach Berühmtheit erfolglos gewesen sei und die Medienaufmerksamkeit nun nutzen würde, um ihren "Groll gegen NBC News loszuwerden". Er, Brokaw, sei wütend, verletzt und fassungslos - so habe er sich den letzten Abschnitt seines Lebens und seiner Karriere nicht vorgestellt.

bsc

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