Online-Streaming-Dienst "House of Cards" sorgt für neues Netflix-Hoch

Die Strategie geht auf: Dank der zweiten Staffel von "House of Cards" sind die Nutzerzahlen des Online-Streaming-Dienstes Netflix auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Chefs kündigten zugleich eine Preiserhöhung an - den Angriff auf den Konkurrenten HBO.

Szene aus "House of Cards": Hit für Netflix
AP/ Netflix

Szene aus "House of Cards": Hit für Netflix


Hamburg - 48 Millionen. So viele Menschen haben inzwischen einen Account beim Online-Videodienst Netflix. Allein im ersten Quartal dieses Jahres sind vier Millionen Nutzer hinzugekommen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Demnach werden allein mit dem Internet-Streaming 1,06 Milliarden Dollar Umsatz gemacht - zum ersten Mal sei damit in einem Quartal die Milliardengrenze geknackt worden.

In einem Brief an die Aktieninhaber erklärten die Netflix-Chefs Reed Hastings und David Wells den Grund für den Zuwachs. "'House of Cards', im Februar mit Staffel zwei gestartet, hat ein riesiges Publikum angezogen, das jede Kabel- oder Rundfunkanstalt glücklich machen würde", zitiert unter anderem "Forbes" aus dem Brief.

Tatsächlich gilt "House of Cards" als eine der beliebtesten aktuellen Serien. Netflix produziert den Polit-Thriller, am 14. Februar wurden die 13 Episoden der zweiten Staffel online gestellt. Kevin Spacey spielt einen extrem skrupellosen Abgeordneten mit extrem ehrgeizigen Karriereplänen und einer extrem abgebrühten Ehefrau (Robin Wright).

Neben den gestiegenen Nutzerzahlen verkündete Netflix zugleich eine Preiserhöhung für Neuabonnenten. In Irland kostet das Abo schon seit Januar 7,99 Euro pro Monat, einen Euro mehr als zuvor, wie "Forbes" berichtet. In anderen Märkten werden die Preise in den kommenden Monaten um umgerechnet ein bis zwei Dollar steigen. Für bisherige Abonnenten sollen die Preise noch über einen "großzügigen Zeitraum" unverändert bleiben, wie Netflix mitteilte. Mit dem zusätzlichen Geld sollen Rechte für weitere Filme und TV-Serien erworben sowie die technische Infrastruktur aufgerüstet werden.

Netflix ist einer der größten Anbieter von Filmen und Serien zum Abruf über das Internet. Für eine Monatsgebühr können Abonnenten unbegrenzt Videos schauen. In Deutschland ist der Dienst noch nicht verfügbar. Ob sich das in Zukunft ändern wird, geht aus dem Brief der Netflix-Chefs nicht hervor. Wohl aber ihre Pläne für den US-Markt.

Dort wollen sie ihre Nutzerzahlen noch deutlich nach oben treiben - auch mit Blick auf den Rivalen, den Pay-TV-Kanal HBO: "Wir stehen kurz davor, weltweit 50 Millionen Mitglieder zu haben. Aber damit liegen wir noch weit hinter den 130 Millionen von HBO zurück", heißt es in dem Brief. "Diese Kluft wollen wir schließen."

aar/AFP/AP

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insgesamt 5 Beiträge
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01099 22.04.2014
1.
Nur in Deutschland geht das alles mal wieder nicht. Wir dürfen uns mit blödsinnigen SoKos aus allen Städten Deutschlands und dem Soap-Müll begnügen. Dank der Zwangsabgabe für den Rundfunk, sollte Vergleichbares zu "House of Cards" drin sein. Aber vielleicht sind solche Serien einfach zu anspruchsvoll für viele Deutsche. Da muss man nämlich aufpassen, weil man sonst ab der Hälfte der Staffel die Charaktere nicht mehr zuordnen kann.
shakan01 22.04.2014
2.
Zitat von sysopAP/ NetflixDie Strategie geht auf: Dank der zweiten Staffel von "House of Cards" sind die Nutzerzahlen des Online-Streamingdienstes Netflix auf ein Rekordhoch gestiegen. Die Chefs kündigten zugleich eine Preiserhöhung an - den Angriff auf den Konkurrenten HBO. http://www.spiegel.de/kultur/tv/netflix-house-of-cards-hilft-online-videodienst-bei-nutzerzahlen-a-965548.html
Die Erhöhung der Preise haben die Kunden wahrscheinlich auch Comcast zu verdanken. Nachdem dieser ISP Netflix mit Drosselungen dazu erpresst hat für die (schnelle) Durchleitung duch dessen Netze zu bezahlen wird wohl eine guter Teil der Einnahmen in die "technische Infrastruktur" gesteckt werden. Goodbye Netzneutralität. Wenn bei den ISPs nicht strenger reguliert wird und für eine vernünftige Konkurrenz ohne Quasi-Monopolisten gesorgt wird, werden am Ende die Verbraucher und kleine Unternehmen drunter leiden müssen, wenn die Zollwärter für jeden Datenaustausch doppelt und dreifach abstauben möchte. Ich habe selber bei einem ISP gearbeitet, der Unabhängig in meiner Heimatstadt ein Glasfasernetz aufgebaut hat und die Argumente das die angestiegene Datenmengen das Anbieten der Flatrates zu teuer werden lassen ist erstunken und erlogen. Die Internetanbieter (allen voran die Telekom) haben über ein Jahrzehnt mit ihren Mondpreisen und Nutzern, die kaum Daten verbraucht haben, Milliarden Gewinn geschaufelt und nicht in die deutsche Infrastruktur, sondern in Einkäufe überall auf der Welt gesteckt. Diesen Gewinnen trauern sie halt nach und wollen auf künstliche Art und Weise weiterhin Kunden und Internetfirmen das Geld aus der Tasche ziehen.
David Steinberg 22.04.2014
3.
Entwerder auswandern (wie ich) oder via VPN Netflix schauen. Beides geht eigentlich sehr gut. In Deutschland kann man noch nicht einmal den Solidaritaetszuschlag abschaffen.
saiber 24.04.2014
4. HOC is einer der Besten Polit Serien die es gibt
Mit bester Besetzung, gut gespielt und ein Drehbuch das einem vom Hocker wirft. Eines der Besten Polit Thriller welches unverbluemt aufzeigt wie korrupt die Amerikanische Politik ist. Ja, und Deutschland sieht nur Fernsehen fuer die Dummen.
01099 25.04.2014
5. Aw:
Zitat von saiberMit bester Besetzung, gut gespielt und ein Drehbuch das einem vom Hocker wirft. Eines der Besten Polit Thriller welches unverbluemt aufzeigt wie korrupt die Amerikanische Politik ist. Ja, und Deutschland sieht nur Fernsehen fuer die Dummen.
Die Politik geht überall den Weg, der in "House of Cards" gezeigt wird. Der Beweis: https://www.youtube.com/watch?v=yJdPf7m5yBo
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