Neue EU-Richtlinie Strengerer Jugendschutz bei Netflix und Co

Eine große Mehrheit der EU-Parlamentarier hat für striktere Vorgaben in Sachen Jugendschutz bei Rundfunkanstalten gestimmt. Die neue Regelung gilt erstmals auch für Online-Videodienste wie Netflix.

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Das Europaparlament gab am Dienstag grünes Licht für eine Reform der EU-Richtlinie für audiovisuelle Medien. Die überarbeiteten Vorschriften gelten wie bisher für Rundfunkanstalten, werden aber auf Online-Video-Dienste ausgeweitet - als Reaktion auf die veränderten Mediengewohnheiten. Künftig müssen sich in der EU auch Video-Plattformen wie Youtube oder Netflix an striktere Regeln bei Jugendschutz und Werbung halten.

Den neuen Regeln zufolge müssen Online-Plattformen schnell reagieren, wenn Nutzer gefährliche oder anstößige Videos melden. Für solche Meldungen müssen die Webseiten leicht zu handhabende Mechanismen bereitstellen. Außerdem müssen die Plattformen Maßnahmen dazu ergreifen, Jugendliche und Kinder vor schädlicher Werbung zu schützen.

Daneben sieht die Richtlinie etwas mehr Freiheit für Sender beim Werben vor. Statt wie bisher höchstens zwölf Minuten pro Stunde, dürfen die Rundfunkanstalten in der Zeit zwischen 18 und 24 Uhr 72 Minuten Werbung frei verteilen, dabei aber das Programm höchstens alle 30 Minuten unterbrechen.

Bis die neue Regelung angewendet werden kann, dauert es aber voraussichtlich noch bis Herbst 2020. Zunächst müssen die EU-Staaten zustimmen und sie danach in nationale Gesetze gießen.

kae/dpa

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