Fressnapf und Fleurop: Neue Schleichwerbe-Vorwürfe gegen "Wetten, dass ..?"

Im Schleichwerbe-Skandal um die ZDF-Show "Wetten, dass ..?" kommen neue Details ans Licht. Nach Informationen des SPIEGEL gibt es erstmals Hinweise darauf, dass Unternehmen ihre Werbebotschaften im Zusammenhang mit Wetten unterbringen konnten.

"Wetten, dass..?": Schleichwerbevorwürfe gegen Gottschalk Fotos
DPA

Hamburg - Die von Thomas Gottschalks Bruder Christoph geführte Firma Dolce Media hat offenbar deutschen Unternehmen gegen Geld die Möglichkeit offeriert, ihre Produkte in Wetten zu platzieren oder Moderationen im Sinne der Unternehmen zu beeinflussen.

In einer Powerpoint-Präsentation fasste der Marketingchef eines großen deutschen Markenartiklers die Ergebnisse eines Gesprächs mit Dolce-Media-Managern im Frühjahr 2008 zusammen. Unter "Mögliche Engagements bei/mit Wetten, dass..?" heißt es dort: "Sponsoring; Placement in der Sendung". Auch "Wetten mit Artikeln in der Sendung" seien möglich.

Als Beispiel sei ihm eine Hunde-Wette aus dem Jahr 2007 genannt worden, bei der Thomas Gottschalk das Wort "Fressnapf" in der Anmoderation erwähnte. Damals hatte die Krefelder Tiermarktkette Fressnapf einen Kooperationsvertrag mit Dolce Media für Werbung mit "Wetten, dass..?" außerhalb der Sendung.

Auch die Fleurop AG hat womöglich Moderationstexte beeinflussen können. Am 12. Februar 2011 wies Thomas Gottschalk im Rahmen einer Wette mehrfach darauf hin, dass zwei Tage später Valentinstag sei. Zu jener Zeit bestand ein Kooperationsvertrag zwischen Dolce Media und Fleurop. Kurze Zeit später lobte Fleurop-Vorstand Stefan Gegg, so der Newsletter des Fachverbands Deutscher Floristen, die Gottschalk-Moderation: "Die Kooperation zwischen Fleurop und der TV-Sendung "Wetten, dass..?" hat Signalwirkung. In der Februarsendung wurde mehrfach erwähnt, dass der Valentinstag bevorsteht und eine blumige Verbindung dazu hergestellt."

Dolce Media, Fressnapf, Fleurop und das ZDF bestreiten jegliche Einflussnahme auf Wetten und Moderationen. Darüber hinaus betonte Dolce Media, ein Gespräch, wie vom Marketing-Mann des Markenartiklers geschildert, habe es nie gegeben. Thomas Gottschalk, der im Schleichwerbe-Skandal bislang alle Vorwürfe zurückgewiesen hat, wollte sich nicht äußern.

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Was heißt hier SCHLEICH
serottner 03.02.2013
Zitat von sysopIm Schleichwerbe-Skandal um die ZDF-Show "Wetten, dass ..?" gibt es neue Vorwürfe. Nach Informationen des SPIEGEL deuten erstmals Hinweise darauf hin, dass Unternehmen ihre Werbebotschaften im Zusammenhang mit Wetten unterbringen konnten. Neue Schleichwerbe-Vorwürfe gegen "Wetten, dass ..?" - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/kultur/tv/neue-schleichwerbe-vorwuerfe-gegen-wetten-dass-a-881205.html)
...das war uns ist zum Teil noch eine einzige Werbesendung, verpackt in "Spaß und Spiel". Nicht nur die Autos, sondern die gesamte Unterhaltungs und Medienindustrie hattte und hat hier ein Forum. Das ist Trampel und kein Schleichen!!!
2. ....
koepy 03.02.2013
Selbst die Meinzelmännchen machen Werbung fürs iphone.
3. Das lenkt doch alles nur vom eigentlichen Problem ab
gambrosch 03.02.2013
Nämlich der Frage: Warum brauchen wir überhaupt ein 7,5 Milliarden EUR teures Zwangsbeglückungsfernsehen, das seine Sendungen von externen Produktionsfirmen produzieren lassen mus?
4. Selbstbedienungsladen
Bronson 03.02.2013
Es ist immer wieder erschreckend, dass genau diejenigen, die finanziell gut situiert und scheinbar dahingehend unabhängig sind, den Hals einfach nicht voll bekommen. Wulff, Zumwinkel, Gottschalks etc. sind da sicher nur die prominente Spitze des Eisbergs der Selbstbediener... Passend zur neuen Zwangsabgabe kann man sich aber nur noch mehr Leute aus den ÖR wünschen die sich so ungeniert die Taschen voll machen, vielleicht führt die Debatte dann mal zu einem Zweifel daran, ob man mit >7 Milliarden so ein Affentheater im Wettlauf mit den Privaten alimentieren muss.
5.
pauschaltourist 03.02.2013
Zitat von gambroschNämlich der Frage: Warum brauchen wir überhaupt ein 7,5 Milliarden EUR teures Zwangsbeglückungsfernsehen, das seine Sendungen von externen Produktionsfirmen produzieren lassen mus?
Gar nicht, deren Qualität ist meiner Meinung nach ebenso schlecht. Doch machen viele der vermeintlichen Starmoderatoren ihre Vertragszusage genau von dieser Zusicherung abhängig - verdienen sie an der Eigenproduktion doch mehr als mit der bloßen Moderation. Eine innovative und qualitätssteigernde Alternative wäre vielleicht die Beauftragung einer externen Produktionsfirma aus den USA oder GB. Die haben es zumindest handwerklich drauf.
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